FIV Kat­ze: Ursa­chen, Anste­ckung, Sym­pto­me und Leben mit dem Virus

FIV schwächt das Immun­sys­tem der Kat­ze – hier erfah­ren Sie alles zu Über­tra­gung, Krank­heits­ver­lauf und All­tag mit FIV-posi­ti­ven Kat­zen

Krank wirkende Katze mit Halskragen (Trichter) nach tierärztlicher Behandlung – Symbolbild für Katzenkrankheiten und Genesung.

FIV – auch bekannt als Kat­zen-AIDS – ist eine chro­nisch ver­lau­fen­de Virus­er­kran­kung, die das Immun­sys­tem der Kat­ze nach­hal­tig schwächt. Die Abkür­zung FIV steht für Feline Immun­de­fi­zi­enz-Virus, das in sei­ner Wir­kung dem mensch­li­chen HIV (Huma­nes Immun­de­fi­zi­enz-Virus) ähnelt. Ver­ur­sacht durch ein Len­ti­vi­rus, bleibt FIV nach der Infek­ti­on ein Leben lang im Kör­per aktiv. Vor allem Frei­gän­ger-Kater infi­zie­ren sich häu­fig durch Biss­wun­den bei Revier­kämp­fen. Die Sym­pto­me blei­ben oft jah­re­lang unauf­fäl­lig, bevor schwer­wie­gen­de Fol­ge­er­kran­kun­gen auf­tre­ten. In die­sem Arti­kel erfah­ren Sie, wie Sie FIV früh­zei­tig erken­nen, was bei der Dia­gno­se zu beach­ten ist und wie Sie betrof­fe­nen Kat­zen trotz Virus­in­fek­ti­on ein mög­lichst lan­ges, beschwer­de­frei­es Leben ermög­li­chen kön­nen.

Das Wich­tigs­te im Über­blick

Ihre Über­sicht
Ihre Über­sicht

Wie FIV ver­läuft – und was Sie bei Sym­pto­men oder im Krank­heits­fall beach­ten soll­ten.

Typi­sche Anzei­chen, Krank­heits­sta­di­en und The­ra­pie­mög­lich­kei­ten bei FIV

Eine Infek­ti­on mit dem Felinen Immun­de­fi­zi­enz-Virus (FIV) ver­läuft in meh­re­ren Pha­sen. Wäh­rend die ers­ten Wochen nach der Anste­ckung häu­fig unbe­merkt blei­ben, folgt eine sym­ptom­freie Zeit, die sich über Jah­re erstre­cken kann. Erst in der Spät­pha­se zei­gen betrof­fe­ne Kat­zen typi­sche Anzei­chen wie chro­ni­sche Ent­zün­dun­gen, Gewichts­ver­lust oder neu­ro­lo­gi­sche Auf­fäl­lig­kei­ten. Eine geziel­te Behand­lung gegen das Virus selbst gibt es bis­lang nicht – den­noch kann durch eine früh­zei­ti­ge Dia­gno­se und indi­vi­du­ell abge­stimm­te The­ra­pie die Lebens­qua­li­tät der Kat­ze lang­fris­tig erhal­ten wer­den.

Die Sym­pto­me einer FIV-Infek­ti­on sind abhän­gig vom Krank­heits­sta­di­um. Vie­le Kat­zen blei­ben über Jah­re sym­ptom­frei und zei­gen erst spät ers­te Auf­fäl­lig­kei­ten. Zu den häu­figs­ten Sym­pto­men zäh­len:

  • wie­der­keh­ren­de Infek­tio­nen (z. B. Schnup­fen, Zahn­fleisch­ent­zün­dun­gen)

  • chro­ni­sche Durch­fäl­le oder Abma­ge­rung

  • schlech­te Wund­hei­lung

  • ver­grö­ßer­te Lymph­kno­ten

  • Fie­ber oder ver­än­der­tes Ver­hal­ten

  • bei fort­ge­schrit­te­ner Erkran­kung: neu­ro­lo­gi­sche Sym­pto­me wie Zit­tern oder Ori­en­tie­rungs­lo­sig­keit

Ein typi­sches Warn­si­gnal ist das ver­mehr­te Auf­tre­ten von Infek­ten, die sonst gut behan­del­bar wären, aber bei FIV-Kat­zen hart­nä­ckig ver­lau­fen oder immer wie­der­keh­ren.

Die FIV-Erkran­kung ver­läuft in meh­re­ren Sta­di­en, die sich über vie­le Jah­re hin­zie­hen kön­nen:

  1. Aku­te Pha­se (1–2 Wochen nach Anste­ckung)Leich­tes Fie­ber, Lymph­kno­ten­schwel­lung, Appe­tit­lo­sig­keit – oft unauf­fäl­lig und unspe­zi­fisch.

  2. Asym­pto­ma­ti­sche Pha­se (Mona­te bis Jah­re)Das Virus ver­mehrt sich im Kör­per, ohne sicht­ba­re Anzei­chen. Die Kat­ze wirkt gesund.

  3. Unspe­zi­fi­sche Pha­se (Prä-AIDS)Ers­te chro­ni­sche Erkran­kun­gen, häu­fi­ge Infek­te, Ent­zün­dun­gen im Maul- und Zahn­be­reich, schwan­ken­der All­ge­mein­zu­stand.

  4. End­sta­di­um (AIDS-ähn­li­che Pha­se)Immun­sys­tem stark geschwächt, lebens­be­droh­li­che Infek­tio­nen, Tumo­ren, neu­ro­lo­gi­sche Aus­fäl­le.

Der Aus­bruch der Krank­heit ist durch das plötz­li­che Auf­tre­ten deut­li­cher Sym­pto­me gekenn­zeich­net; in die­sem Sta­di­um lei­det die Kat­ze an einer aus­ge­präg­ten Immun­schwä­che.

Der Über­gang in ein neu­es Sta­di­um kann schlei­chend ver­lau­fen. Regel­mä­ßi­ge tier­ärzt­li­che Kon­trol­len hel­fen, Ver­än­de­run­gen früh­zei­tig zu erken­nen.

Eine ursäch­li­che Hei­lung von FIV ist bis­her nicht mög­lich. Die The­ra­pie zielt dar­auf ab, das Immun­sys­tem zu unter­stüt­zen und Fol­ge­er­kran­kun­gen zu ver­mei­den.

  • Sym­pto­ma­ti­sche Behand­lung: Anti­bio­ti­ka gegen bak­te­ri­el­le Sekun­där­in­fek­tio­nen, Schmerz­mit­tel, Appe­tit­an­re­ger.

  • Immun­stär­ken­de Maß­nah­men: stress­freie Hal­tung, hoch­wer­ti­ge Ernäh­rung, regel­mä­ßi­ge Ent­wur­mung und Imp­fun­gen gegen ande­re Infek­ti­ons­krank­hei­ten (nach Rück­spra­che mit dem Tier­arzt).

  • Anti­vi­ra­le The­ra­pie­ver­su­che: z. B. mit Inter­fe­ron alpha (off-label), bis­lang kei­ne stan­dar­di­sier­te Anwen­dung.

  • Lebens­um­feld anpas­sen: rei­ner Woh­nungs­hal­tung, Ein­zel­hal­tung oder Ver­ge­sell­schaf­tung nur mit ande­ren FIV-Kat­zen.

Ziel der Behand­lung ist nicht die Hei­lung, son­dern ein sta­bi­les, mög­lichst beschwer­de­frei­es Leben für die betrof­fe­ne Kat­ze.

FIV wird haupt­säch­lich durch Biss­ver­let­zun­gen über­tra­gen – Frei­gän­ger-Kater gel­ten als Risi­ko­grup­pe.

Ursa­chen, Über­tra­gungs­we­ge und Risi­ko­fak­to­ren einer FIV-Infek­ti­on

Das Feline Immun­schwä­che­vi­rus (FIV), der offi­zi­el­le Name für das soge­nann­te Kat­zena­ids, gehört zur Fami­lie der Retro­vi­ren, genau­er zur Unter­grup­pe der Len­ti­vi­ren. Der Name ‘FIV’ steht für das Feline Immun­schwä­che­vi­rus und ist auch als Kat­zena­ids bekannt. Es ist aus­schließ­lich bei Kat­zen nach­weis­bar und ähnelt in sei­nem Auf­bau dem mensch­li­chen HI-Virus.

Die Infek­ti­on mit FIV ist die Ursa­che für Kat­zena­ids, das durch das Feline Immun­schwä­che­vi­rus aus­ge­löst wird. Der Erre­ger ist ein Retro­vi­rus, das das Immun­sys­tem der Kat­ze angreift, indem es die wei­ßen Blut­kör­per­chen infi­ziert. Viren wie das Feline Immun­schwä­che­vi­rus schwä­chen so die Abwehr­kräf­te des Tie­res. Die Anste­ckung erfolgt nicht zufäl­lig, son­dern über ganz bestimm­te Ver­hal­tens­wei­sen und Risi­ko­kon­stel­la­tio­nen. Beson­ders gefähr­det sind nicht kas­trier­te Kater mit Zugang ins Freie – denn das Virus wird fast aus­schließ­lich über blu­ti­ge Biss­wun­den wei­ter­ge­ge­ben. Bis­se bei Revier­kämp­fen sind der Haupt­über­tra­gungs­weg, wobei ins­be­son­de­re unkas­trier­te Kat­zen durch Biss­ver­let­zun­gen gefähr­det sind. Nicht nur Frei­gän­ger, son­dern auch Haus­kat­zen kön­nen von FIV betrof­fen sein.

Der wich­tigs­te Über­tra­gungs­weg von FIV ist der direk­te Kon­takt mit infek­tiö­sem Spei­chel – ins­be­son­de­re über tie­fe Biss­ver­let­zun­gen bei Revier­kämp­fen. Da männ­li­che, nicht kas­trier­te Frei­gän­ger­ka­ter ein aus­ge­präg­tes Ter­ri­to­ri­al­ver­hal­ten zei­gen und häu­fi­ger in aggres­si­ve Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Art­ge­nos­sen ver­wi­ckelt sind, gel­ten sie als Haupt­ri­si­ko­grup­pe für eine FIV-Infek­ti­on. Bis­sen bei Kämp­fen stel­len ein beson­de­res Risi­ko für die Infek­ti­on mit FIV dar, daher soll­te nach Biss­wun­den immer eine tier­ärzt­li­che Unter­su­chung und ggf. ein Test erfol­gen. Die Wahr­schein­lich­keit einer Anste­ckung ist bei sol­chen Biss­wun­den deut­lich erhöht, da das Virus im Spei­chel in hoher Kon­zen­tra­ti­on vor­liegt und durch die Ver­let­zung direkt in den Blut­kreis­lauf gelangt. Das Virus kann über Blut und ande­re Kör­per­flüs­sig­kei­ten wie Spei­chel über­tra­gen wer­den. Blut­trans­fu­sio­nen von FIV-posi­ti­ven Tie­ren stel­len eine sel­te­ne, aber mög­li­che Über­tra­gungs­art dar. Auch der Deck­akt ist ein wei­te­rer, wenn auch sel­te­ner, Über­tra­gungs­weg, ins­be­son­de­re bei unkas­trier­ten Kat­zen. Das Virus über­lebt außer­halb des Kat­zen­kör­pers nur sehr kurz.

Ande­re Über­tra­gungs­we­ge wie die Anste­ckung über das gemein­sa­me Fres­sen oder Put­zen sind unter nor­ma­len Bedin­gun­gen sehr unwahr­schein­lich, da das Virus außer­halb des Kör­pers nur sehr kurz über­lebt. Auch die Über­tra­gung über die Mut­ter auf die Wel­pen (ver­ti­ka­le Trans­mis­si­on) ist zwar mög­lich, kommt aber sel­ten vor und betrifft vor allem träch­ti­ge, infi­zier­te Kat­zen in der aku­ten Krank­heits­pha­se.

Ein erhöh­tes Risi­ko besteht außer­dem in Mehr­kat­zen­haus­hal­ten mit häu­fi­gen Rang­ord­nungs­kämp­fen oder in Tier­hei­men mit unkon­trol­lier­ter Grup­pen­hal­tung. Hier ist die regel­mä­ßi­ge Tes­tung auf FIV eben­so wich­tig wie eine durch­dach­te Zusam­men­stel­lung der Grup­pen. Die Gesund­heit des Tie­res soll­te durch eine stress­freie Umge­bung und gute Pfle­ge unter­stützt wer­den. Woh­nungs­kat­zen ohne Kon­takt zu Art­ge­nos­sen sind dage­gen kaum gefähr­det – ins­be­son­de­re, wenn sie kas­triert sind und nie im Frei­gang gelebt haben.

Ein posi­ti­ver FIV-Test muss stets tier­ärzt­lich abge­si­chert und rich­tig ein­ge­ord­net wer­den.

Ablauf, Test­me­tho­den und Beson­der­hei­ten bei der FIV-Dia­gno­se

Die Dia­gno­se einer FIV-Infek­ti­on erfolgt durch spe­zi­fi­sche Blut­tests beim Tier­arzt. Eine Blut­un­ter­su­chung ist not­wen­dig, um FIV sicher nach­zu­wei­sen. Da die Infek­ti­on über Jah­re sym­ptom­frei ver­lau­fen kann, wer­den vie­le Kat­zen zufäl­lig bei Rou­ti­ne­un­ter­su­chun­gen oder vor Ein­glie­de­rung in einen Haus­halt getes­tet. Die Inter­pre­ta­ti­on des Test­ergeb­nis­ses erfor­dert Erfah­rung – falsch-posi­ti­ve oder falsch-nega­ti­ve Ergeb­nis­se sind ins­be­son­de­re bei Jung­tie­ren und in frü­hen Infek­ti­ons­pha­sen mög­lich. Ein struk­tu­rier­ter Ablauf beim Tier­arzt hilft, die Infek­ti­on sicher zu erken­nen und wei­te­re Schrit­te sinn­voll zu pla­nen.

Für die Dia­gnos­tik von FIV ste­hen ver­schie­de­ne Test­ver­fah­ren zur Ver­fü­gung, die alle auf dem Nach­weis von Anti­kör­pern gegen das Virus basie­ren. In der Pra­xis kommt meist ein soge­nann­ter ELI­SA-Schnell­test zum Ein­satz, der aus einer Blut­pro­be gewon­nen wird und inner­halb kur­zer Zeit ein ers­tes Ergeb­nis lie­fert. Eine Blut­un­ter­su­chung hilft dem Tier­arzt, die Infek­ti­on zu erken­nen und die rich­ti­ge Dia­gno­se zu stel­len. Fällt die­ser Test posi­tiv aus, wird zur Absi­che­rung häu­fig ein Wes­tern Blot oder ein PCR-Test ver­an­lasst, um die Infek­ti­on ein­deu­tig zu bestä­ti­gen.

Wich­tig ist: Ein posi­ti­ves Ergeb­nis bedeu­tet nicht zwangs­läu­fig, dass die Kat­ze bereits erkrankt ist. Wenn eine Kat­ze als FIV posi­tiv gilt, bedeu­tet das, dass sie mit dem Feline Immun­de­fi­zi­enz-Virus infi­ziert ist und das Virus im Kör­per nach­ge­wie­sen wur­de. Vie­le Tie­re befin­den sich jah­re­lang in der asym­pto­ma­ti­schen Pha­se und zei­gen kei­ner­lei Krank­heits­an­zei­chen. Des­halb wird nach einem posi­ti­ven Test emp­foh­len, den all­ge­mei­nen Gesund­heits­zu­stand der Kat­ze umfas­send zu prü­fen – ins­be­son­de­re durch ein voll­stän­di­ges Blut­bild, die Kon­trol­le der Lymph­kno­ten, gege­be­nen­falls ein Rönt­gen- oder Ultra­schall­bild zur Beur­tei­lung inne­rer Orga­ne.

Bei Jung­tie­ren ist beson­de­re Vor­sicht gebo­ten: Hier kön­nen müt­ter­li­che Anti­kör­per für ein falsch-posi­ti­ves Test­ergeb­nis sor­gen, obwohl kei­ne tat­säch­li­che Infek­ti­on vor­liegt. In sol­chen Fäl­len soll­te der Test frü­hes­tens im Alter von sechs Mona­ten wie­der­holt wer­den.

Ein FIV-Test ist auch dann sinn­voll, wenn:

  • eine Kat­ze aus dem Aus­land­stier­schutz oder Tier­heim auf­ge­nom­men wird,

  • die Kat­ze häu­fig in Kämp­fe ver­wi­ckelt ist,

  • es zu uner­klär­li­chen Sym­pto­men kommt (z. B. Zahn­fleisch­ent­zün­dun­gen, Fie­ber, Abge­schla­gen­heit),

  • oder eine neue Kat­ze in einen bestehen­den Haus­halt inte­griert wer­den soll.

Bei der wei­te­ren Dia­gnos­tik wer­den bei der Blut­un­ter­su­chung ins­be­son­de­re die wei­ßen Blut­kör­per­chen (Leu­ko­zy­ten), dar­un­ter Lym­pho­zy­ten und ande­re Immun­zel­len, beur­teilt. Das Feline Immun­de­fi­zi­enz-Virus greift gezielt die Zel­len des Immun­sys­tems, ins­be­son­de­re die Lym­pho­zy­ten und ande­re Immun­zel­len, an und schwächt so die Abwehr der Kat­ze.

Die end­gül­ti­ge Dia­gno­se soll­te immer in Ver­bin­dung mit einer aus­führ­li­chen Ana­mne­se und tier­ärzt­li­chen Unter­su­chung erfol­gen. Bei posi­ti­vem Nach­weis emp­fiehlt sich ein indi­vi­du­el­ler Betreu­ungs­plan zur regel­mä­ßi­gen Kon­trol­le und Stär­kung des Immun­sys­tems.

Eine Kat­zen­ver­si­che­rung schützt nur, wenn sie vor der FIV-Erkran­kung abge­schlos­sen wur­de.

So sichern Sie sich recht­zei­tig gegen hohe Behand­lungs­kos­ten ab

Ein posi­ti­ver FIV-Befund ver­än­dert die gesund­heit­li­che Situa­ti­on Ihrer Kat­ze dau­er­haft – und schließt den spä­te­ren Abschluss vie­ler Ver­si­che­run­gen auto­ma­tisch aus. Denn Kat­zen­kran­ken­ver­si­che­run­gen und OP-Ver­si­che­run­gen neh­men kei­ne bereits erkrank­ten Tie­re auf oder schlie­ßen bestehen­de Dia­gno­sen vom Ver­si­che­rungs­schutz aus. Des­halb gilt: Wer sei­ne Kat­ze gegen hohe Tier­arzt­kos­ten absi­chern möch­te, soll­te die Ver­si­che­rung unbe­dingt vor dem ers­ten FIV-Test oder vor mög­li­chen Sym­pto­men abschlie­ßen. Beson­ders bei Frei­gän­gern lohnt sich früh­zei­ti­ges Han­deln.

Getigerte Katze liegt entspannt auf einer Parkbank und blickt mit offenen Augen in die Kamera – Symbol für Sicherheit und Wohlbefinden.
Kat­zen­ver­si­che­rung

Die Kat­zen­ver­si­che­rung bie­tet eine brei­te Absi­che­rung für Krank­heit, Unfall und Vor­sor­ge. Sie über­nimmt vie­le ambu­lan­te und sta­tio­nä­re Leis­tun­gen. Wich­tig ist, dass sie vor einer FIV-Dia­gno­se abge­schlos­sen wird.

Frau hält eine getigerte Katze liebevoll auf der Schulter – enge Bindung zwischen Mensch und Tier, Fokus auf Fürsorge und Schutz.
Kat­zen­kran­ken­ver­si­che­rung

Ide­al für alle, die ihre Kat­ze dau­er­haft absi­chern möch­ten. Über­nimmt Behand­lungs­kos­ten bei Infek­tio­nen, Ope­ra­tio­nen oder Fol­ge­er­kran­kun­gen. Nur gül­tig bei Abschluss vor Auf­tre­ten ers­ter Sym­pto­me.

Eine rot-weiße Katze mit Halskragen wird liebevoll von ihrer Besitzerin gehalten – Genesung nach einer Operation.
Kat­zen-OP-Ver­si­che­rung

Sinn­vol­ler Basis­schutz bei uner­war­te­ten Ope­ra­tio­nen, etwa bei Tumo­ren oder schwe­ren Ent­zün­dun­gen. Auch Zahn­sa­nie­run­gen nach FIV-Fol­gen kön­nen abge­deckt sein – vor­aus­ge­setzt, die Dia­gno­se liegt noch nicht vor.

Mit der rich­ti­gen Betreu­ung ist ein lan­ges, lebens­wer­tes Kat­zen­le­ben trotz FIV mög­lich.

All­tag, Lebens­qua­li­tät und Pro­gno­se nach der FIV-Dia­gno­se

Ein posi­ti­ver FIV-Befund ist kein Todes­ur­teil. Vie­le Kat­zen leben trotz Virus­in­fek­ti­on noch vie­le Jah­re in guter gesund­heit­li­cher Ver­fas­sung – vor­aus­ge­setzt, sie wer­den ent­spre­chend betreut. Eine sorg­fäl­ti­ge Pfle­ge, die regel­mä­ßi­ge tier­ärzt­li­che Kon­trol­len, eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung und eine stress­freie Umge­bung umfasst, ist für FIV-posi­ti­ve Kat­zen beson­ders wich­tig, um ihre Lebens­qua­li­tät und Lebens­er­war­tung zu ver­bes­sern.

Ent­schei­dend ist dabei nicht nur die tier­ärzt­li­che Ver­sor­gung, son­dern auch ein ange­pass­tes Lebens­um­feld. Denn je sta­bi­ler das Immun­sys­tem der Kat­ze bleibt, des­to gerin­ger ist das Risi­ko für schwe­re Sekun­där­in­fek­tio­nen oder ein früh­zei­ti­ges Fort­schrei­ten der Erkran­kung.

Nach einer bestä­tig­ten FIV-Dia­gno­se soll­te zunächst die Hal­tungs­form über­dacht wer­den. FIV-posi­ti­ve Kat­zen dür­fen nicht mehr unkon­trol­liert in den Frei­gang, da sie einer­seits ande­re Tie­re anste­cken könn­ten und ande­rer­seits selbst einem erhöh­ten Infek­ti­ons­ri­si­ko aus­ge­setzt wären. Idea­ler­wei­se wer­den FIV-Kat­zen daher als Woh­nungs­kat­zen gehal­ten – ent­we­der ein­zeln oder gemein­sam mit ande­ren FIV-posi­ti­ven Art­ge­nos­sen, sofern die Ver­ge­sell­schaf­tung sozi­al­ver­träg­lich ist. Die Umge­bung des Tie­res soll­te dabei stress­frei und sicher gestal­tet wer­den, um das Wohl­be­fin­den und die Gesund­heit der Kat­ze mit FIV best­mög­lich zu unter­stüt­zen.

Das Immun­sys­tem der betrof­fe­nen Tie­re bleibt durch das Virus dau­er­haft geschwächt, auch wenn zunächst kei­ne Sym­pto­me vor­lie­gen. Um Infek­tio­nen und Ent­zün­dun­gen vor­zu­beu­gen, sind regel­mä­ßi­ge tier­ärzt­li­che Kon­troll­un­ter­su­chun­gen wich­tig – idea­ler­wei­se zwei­mal jähr­lich. Dabei soll­ten neben dem all­ge­mei­nen Gesund­heits­zu­stand ins­be­son­de­re Blut­wer­te, Zäh­ne, Haut und Lymph­kno­ten beur­teilt wer­den.

Die Pro­gno­se für FIV-Kat­zen hängt stark von der indi­vi­du­el­len Kon­sti­tu­ti­on, der Lebens­si­tua­ti­on und der medi­zi­ni­schen Betreu­ung ab. Vie­le Tie­re errei­chen trotz Infek­ti­on ein annä­hernd nor­ma­les Lebens­al­ter, vor allem wenn sie früh­zei­tig dia­gnos­ti­ziert wur­den und kei­ne schwer­wie­gen­den Fol­ge­er­kran­kun­gen auf­tre­ten. Ent­schei­dend ist ein sta­bi­les Lebens­um­feld mit mög­lichst wenig Stress, aus­ge­wo­ge­ner Ernäh­rung, kon­se­quen­ter Para­si­ten­pro­phy­la­xe und einem belast­ba­ren sozia­len Gefü­ge.

Beson­ders bei älte­ren Kat­zen oder Tie­ren mit zusätz­li­cher Grund­er­kran­kung (z. B. chro­ni­scher Zahn­erkran­kung oder FeLV-Koin­fek­ti­on) kann die Lebens­er­war­tung ein­ge­schränkt sein. Den­noch ist in den meis­ten Fäl­len eine gute Lebens­qua­li­tät über vie­le Jah­re hin­weg mög­lich – mit einem ver­läss­li­chen Betreu­ungs­kon­zept, früh­zei­ti­gem Ein­grei­fen bei Ver­än­de­run­gen und viel Geduld im All­tag.

Prä­zi­se Ant­wor­ten auf häu­fig gestell­te Fra­gen rund um das Feline Immun­de­fi­zi­enz-Virus

Was Sie schon immer über FIV wis­sen woll­ten

Nein. FIV ist aus­schließ­lich auf Kat­zen über­trag­bar und stellt kei­ne Gefahr für Men­schen, Hun­de oder ande­re Tier­ar­ten dar. Es gibt kei­ne Hin­wei­se auf eine zoo­no­ti­sche Über­tra­gung.

Grund­sätz­lich ja – aber nur mit eben­falls FIV-posi­ti­ven Kat­zen oder in einem sehr sta­bi­len sozia­len Umfeld ohne Aggres­sio­nen. Bei mög­li­chen Revier­kämp­fen oder gegen­sei­ti­gem Bei­ßen besteht Anste­ckungs­ge­fahr.

Schnell­tests wie der ELISA sind sehr zuver­läs­sig, kön­nen aber in Ein­zel­fäl­len falsch-posi­ti­ve oder falsch-nega­ti­ve Ergeb­nis­se lie­fern. Eine Bestä­ti­gung durch einen PCR- oder Wes­tern-Blot-Test wird emp­foh­len.

Ab dem 6. Lebens­mo­nat. Vor­her kön­nen müt­ter­li­che Anti­kör­per zu falsch-posi­ti­ven Ergeb­nis­sen füh­ren. Bei jün­ge­ren Tie­ren soll­te der Test spä­ter wie­der­holt wer­den.

Ja, aller­dings mit Ein­schrän­kun­gen. Imp­fun­gen gegen ande­re Infek­ti­ons­krank­hei­ten (z. B. Kat­zen­schnup­fen, Kat­zen­seu­che) sind mög­lich, soll­ten aber indi­vi­du­ell mit dem Tier­arzt abge­stimmt wer­den.

Nein. In Euro­pa ist kei­ne zuge­las­se­ne Imp­fung gegen FIV ver­füg­bar. In den USA exis­tiert ein Impf­stoff, der in der EU jedoch nicht zuge­las­sen ist.

Typi­sche Anzei­chen sind häu­fi­ge Infek­te, Gewichts­ver­lust, Schleim­haut­ent­zün­dun­gen, Zahn­pro­ble­me oder neu­ro­lo­gi­sche Auf­fäl­lig­kei­ten. Eine eng­ma­schi­ge tier­ärzt­li­che Beglei­tung ist dann beson­ders wich­tig.

Nicht auto­ma­tisch. Solan­ge die Kat­ze eine gute Lebens­qua­li­tät hat und kei­ne schwer­wie­gen­den Kom­pli­ka­tio­nen auf­tre­ten, besteht kein Grund für eine Ein­schlä­fe­rung. Vie­le FIV-Kat­zen leben vie­le Jah­re sta­bil.

Was Tier­arzt­kos­ten, Ernäh­rung und ver­wand­te Erkran­kun­gen jetzt für Sie bedeu­ten

Mehr Ori­en­tie­rung für Hal­ter von FIV-posi­ti­ven Kat­zen

FIV beein­flusst nicht nur die Gesund­heit Ihrer Kat­ze, son­dern auch die tier­ärzt­li­che Ver­sor­gung und den All­tag im Zusam­men­le­ben. Hier fin­den Sie hilf­rei­che Infor­ma­tio­nen zur Gebüh­ren­ord­nung, zur rich­ti­gen Füt­te­rung und zu wei­te­ren Erkran­kun­gen, die bei geschwäch­tem Immun­sys­tem eine Rol­le spie­len kön­nen.

Frau geht mit ihrem Hund an der Leine in eine Tierarztpraxis – Symbolbild für Tierarztbesuche und die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT).
Gebüh­ren­ord­nung für Tier­ärz­te

Die regel­mä­ßi­ge Kon­trol­le beim Tier­arzt ist für FIV-posi­ti­ve Kat­zen beson­ders wich­tig. Wel­che Kos­ten dabei ent­ste­hen kön­nen, regelt die Gebüh­ren­ord­nung für Tier­ärz­te (GOT).

Eine Langhaarkatze sitzt vor einem Napf und beobachtet gespannt, wie eine Person eine Dose mit Nassfutter öffnet – Alltag beim Füttern.
Kat­ze rich­tig füt­tern

Eine hoch­wer­ti­ge, aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung stärkt das Immun­sys­tem und kann den Krank­heits­ver­lauf posi­tiv beein­flus­sen. Gera­de FIV-Kat­zen pro­fi­tie­ren von leicht ver­dau­li­chem, nähr­stoff­rei­chem Fut­ter.

So mini­mie­ren Sie das Infek­ti­ons­ri­si­ko und unter­stüt­zen jun­ge wie älte­re Kat­zen best­mög­lich

Prä­ven­ti­ve Maß­nah­men und alters­ab­hän­gi­ge Beson­der­hei­ten bei FIV

FIV ist bis­lang nicht heil­bar – umso wich­ti­ger ist die Vor­beu­gung. Ziel der Prä­ven­ti­on ist es, eine Infek­ti­on mit FIV zu ver­hin­dern. Durch ein­fa­che Maß­nah­men lässt sich das Infek­ti­ons­ri­si­ko deut­lich sen­ken, ins­be­son­de­re bei jun­gen Frei­gän­gern. Gleich­zei­tig benö­ti­gen sowohl Kat­zen­wel­pen als auch älte­re Tie­re im Umgang mit FIV beson­de­re Auf­merk­sam­keit. Wäh­rend Jung­tie­re häu­fig unbe­merkt infi­ziert wer­den, ist bei Senio­ren vor allem die Immun­ab­wehr ent­schei­dend für die Lebens­qua­li­tät.

Die wirk­sams­te Form der Vor­beu­gung gegen FIV ist die Ver­mei­dung von Biss­kon­tak­ten – und damit ver­bun­den die Kas­tra­ti­on. Kas­trier­te Kat­zen, vor allem Kater, zei­gen weni­ger Revier­ver­hal­ten und nei­gen sel­te­ner zu aggres­si­ven Aus­ein­an­der­set­zun­gen mit Art­ge­nos­sen. Zusätz­lich soll­te auf unkon­trol­lier­ten Frei­gang mög­lichst ver­zich­tet wer­den – ins­be­son­de­re in Gebie­ten mit hoher Kat­zen­dich­te oder bekann­ten FIV-Fäl­len. Die rei­ne Woh­nungs­hal­tung ist nach wie vor die sichers­te Opti­on zur Ver­hin­de­rung einer Anste­ckung.

Bei jun­gen Kat­zen ist beson­de­re Vor­sicht gebo­ten: Kätz­chen aus dem Tier­schutz oder aus Streu­ner­ko­lo­nien soll­ten erst ab dem 6. Lebens­mo­nat getes­tet wer­den, da zuvor vor­han­de­ne müt­ter­li­che Anti­kör­per zu falsch-posi­ti­ven Ergeb­nis­sen füh­ren kön­nen. Eine Wie­der­ho­lung des Tests zu einem spä­te­ren Zeit­punkt ist hier zwin­gend erfor­der­lich. Wird eine Infek­ti­on früh erkannt, lässt sich das Leben der Kat­ze durch eine ange­pass­te Hal­tung und tier­ärzt­li­che Betreu­ung lang­fris­tig sta­bil gestal­ten.

Älte­re Kat­zen benö­ti­gen dage­gen einen beson­ders acht­sa­men Umgang, da das Immun­sys­tem mit dem Alter ohne­hin weni­ger leis­tungs­fä­hig ist. Eine FIV-Infek­ti­on kann bei ihnen schnel­ler in die akti­ve Pha­se über­ge­hen oder von schwer­wie­gen­den Begleit­erkran­kun­gen beglei­tet sein – etwa Nie­ren­in­suf­fi­zi­enz, Zahn­pro­ble­me oder chro­ni­sche Ent­zün­dun­gen. Regel­mä­ßi­ge Gesund­heits­checks, stress­freie Hal­tung, hoch­wer­ti­ge Ernäh­rung und geziel­te Immun­un­ter­stüt­zung sind des­halb essen­zi­ell, um auch betag­ten FIV-Kat­zen ein gutes Leben zu ermög­li­chen.

Wich­tig zu wis­sen: Eine Imp­fung gegen FIV ist in Euro­pa nicht zuge­las­sen – der in den USA erhält­li­che Impf­stoff bie­tet zudem kei­nen voll­stän­di­gen Schutz und wird in Deutsch­land nicht ver­wen­det. Umso ent­schei­den­der ist es, mög­li­che Risi­ko­fak­to­ren zu mini­mie­ren und das eige­ne Tier regel­mä­ßig auf Infek­ti­ons­krank­hei­ten tes­ten zu las­sen.

Zusam­men­fas­sung

FIV – das Feline Immun­de­fi­zi­enz-Virus – ist eine chro­ni­sche Virus­in­fek­ti­on, die das Immun­sys­tem von Kat­zen dau­er­haft schwächt. Über­tra­gen wird das Virus haupt­säch­lich durch Biss­ver­let­zun­gen, wes­halb vor allem unkas­trier­te Frei­gän­ger­ka­ter gefähr­det sind. Die Krank­heit ver­läuft in meh­re­ren Pha­sen und bleibt oft über Jah­re sym­ptom­frei, bevor typi­sche Fol­ge­er­kran­kun­gen auf­tre­ten.

Eine Hei­lung ist nicht mög­lich, aber mit ange­pass­ter Hal­tung, regel­mä­ßi­ger tier­ärzt­li­cher Betreu­ung und stress­ar­mer Umge­bung kön­nen betrof­fe­ne Kat­zen ein lan­ges, weit­ge­hend beschwer­de­frei­es Leben füh­ren. Wich­tig ist, eine Kran­ken- oder OP-Ver­si­che­rung vor der Dia­gno­se abzu­schlie­ßen, da eine FIV-Infek­ti­on danach vom Ver­si­che­rungs­schutz aus­ge­schlos­sen ist. Eine Imp­fung ist in Euro­pa der­zeit nicht ver­füg­bar – umso wich­ti­ger sind Prä­ven­ti­on und Auf­klä­rung.

Häu­fi­ge Fra­gen

Wie hoch ist die Lebens­er­war­tung bei FIV-Kat­zen?

Vie­le FIV-posi­ti­ve Kat­zen leben – bei guter Betreu­ung – 8 bis 12 Jah­re oder sogar län­ger. Die Lebens­er­war­tung hängt stark von Hal­tung, Begleit­erkran­kun­gen und dem Immun­sys­tem ab.

Die Infek­ti­ons­ra­te liegt je nach Regi­on und Kat­zen­po­pu­la­ti­on bei 2 bis 10 %. Höhe­re Zah­len wer­den bei Streu­nern und unkas­trier­ten Frei­gän­gern beob­ach­tet.

Nein. FIV wird fast aus­schließ­lich über tie­fe Biss­wun­den wei­ter­ge­ge­ben. Die Anste­ckung über gemein­sa­me Näp­fe oder das Put­zen ist unter nor­ma­len Bedin­gun­gen extrem unwahr­schein­lich.

In vie­len Tier­hei­men ja – vor allem bei erwach­se­nen Kat­zen und Tie­ren mit unbe­kann­ter Her­kunft. Ein aktu­el­ler Test ist Vor­aus­set­zung für die Ver­ge­sell­schaf­tung oder Ver­mitt­lung.