Marderschaden am Auto – was zahlt die Versicherung?
Tierbiss, Folgeschäden, Teilkasko: So sichern Sie sich richtig ab
Jedes Frühjahr das gleiche Spiel: Marder suchen sich warme Rückzugsorte – und landen dabei nicht selten im Motorraum parkender Autos. Mit ihren scharfen Zähnen beschädigen sie Kabel, Dämmmatten oder Schläuche. Allein 2020 wurden über 200.000 Marderschäden registriert, Tendenz steigend. Doch wer zahlt die Reparatur? Die Teilkaskoversicherung hilft – aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, welche Versicherung für welche Schäden aufkommt, wie Sie Ihr Fahrzeug schützen können und worauf Sie beim Versicherungsvertrag unbedingt achten sollten.
Das Wichtigste auf einem Blick
Über 700 zufriedene Kunden vertrauen uns

114 Bewertungen | 5,0 Sterne

328 Bewertungen | 4,9 Sterne

334 Bewertungen | 5,0 Sterne
Was Ihre Kfz-Versicherung wirklich übernimmt – und was nicht
Welche Schäden sind versichert?
Nicht jeder Schaden durch einen Marder wird automatisch von der Versicherung übernommen. Entscheidend ist, ob es sich um einen direkten Bissschaden handelt oder um daraus resultierende Folgeschäden. Auch der gewählte Tarif spielt eine zentrale Rolle. In den meisten Fällen hilft die Teilkasko – allerdings mit Einschränkungen. Wir zeigen, welche Leistungen enthalten sind und worauf Sie achten sollten.
Die meisten Teilkaskoversicherungen leisten bei direkten Schäden durch einen Marderbiss – zum Beispiel an Kabelisolierungen, Kühlmittelschläuchen, Dämmmaterial oder Zündkabeln. Voraussetzung: Der Schaden ist unmittelbar auf den Tierbiss zurückzuführen. Die Entschädigung erfolgt in Höhe der Reparaturkosten, abzüglich einer eventuell vereinbarten Selbstbeteiligung.
Besonders häufig betroffen sind:
Zündkabel
Kühlschläuche
Dämmmatten
Lenkmanschetten
Kunststoffummantelungen
Wenn durch einen unbemerkten Marderbiss Kühlflüssigkeit austritt, der Motor überhitzt oder ein Kurzschluss entsteht, handelt es sich um einen Folgeschaden. Diese sind nicht automatisch versichert. Nur Tarife mit Zusatzbaustein „Tierbiss inklusive Folgeschäden“ übernehmen diese Kosten – und auch nur bis zur im Vertrag genannten Höchstgrenze.
Wichtig: Die Begriffe unterscheiden sich je nach Versicherer. Besser als „Marderbiss“ ist die Formulierung „Tierbiss“, da so auch Schäden durch Ratten, Waschbären oder andere Tiere mit abgedeckt sind.
In Basistarifen der Teilkasko ist meist nur der direkte Marderschaden versichert – Folgeschäden bleiben unversichert. Erst in Premium- oder Komforttarifen sind häufig auch die daraus resultierenden Schäden enthalten. Zusätzlich variiert die Deckungssumme: Manche Versicherer zahlen bis 3.000 Euro, andere unbegrenzt.
Prüfen Sie Ihre Police auf folgende Begriffe:
„Schäden durch Tierbiss“
„Folgeschäden durch Tierbiss“
„Tierbiss inkl. Folgeschäden bis [Betrag]“
„Erweiterter Wildschadenschutz“
Ein Marderschaden lässt sich vermeiden – wenn Sie die richtigen Maßnahmen ergreifen
Wie kann man Marderschäden vorbeugen?
Marder sind Einzelgänger mit ausgeprägtem Revierverhalten. Wer ein Auto mit markiertem Motorraum abstellt, riskiert Konflikte zwischen Artgenossen – und damit Bissschäden an Kabeln, Schläuchen oder Dämmmaterialien. Vorbeugung ist daher der beste Schutz. Doch welche Maßnahmen funktionieren wirklich? Und welche gelten eher als Placebo? Dieser Abschnitt zeigt, wie Sie Ihr Fahrzeug effektiv schützen.
Ultraschallgeräte gehören zu den am häufigsten verwendeten Schutzmaßnahmen. Sie senden hochfrequente Töne aus, die für den Menschen unhörbar, für Marder jedoch unangenehm sind. Wichtig: Die Geräte müssen korrekt verbaut sein und den gesamten Motorraum beschallen. Bei schlechter Platzierung oder leerer Batterie verlieren sie ihre Wirkung.
Kabelummantelungen aus hartem Kunststoff verhindern, dass Marder sensible Teile erreichen oder durchbeißen können. Spezielle Ummantelungssätze sind für viele Fahrzeugmodelle erhältlich und lassen sich bei Werkstätten oder als Do-it-yourself-Lösung nachrüsten.
Maschendraht unter dem Auto kann ebenfalls helfen, da Marder keine unsicheren, metallischen Flächen betreten. Die Wirkung hängt jedoch stark von der Fläche, dem Untergrund und der Gewohnheit des Tieres ab – ein Allheilmittel ist es nicht.
Marderabwehrsprays versprechen durch unangenehme Gerüche Schutz, sind in der Praxis jedoch oft wirkungslos. Die Duftstoffe verfliegen schnell, und viele Tiere gewöhnen sich daran. Als alleinige Maßnahme nicht empfehlenswert.
Ein häufig unterschätzter Faktor ist die Geruchsspur des Marders: Sie zieht weitere Tiere an und provoziert Revierkämpfe. Eine Motorwäsche nach einem ersten Vorfall ist daher essenziell, um weitere Attacken zu verhindern.
Fazit: Der beste Schutz ist eine Kombination aus technischer Sicherung, regelmäßiger Kontrolle und – nach einem Schaden – der vollständigen Beseitigung aller Duft- und Revierspuren.
So sieht ein Marderschaden in der Praxis aus – und was Ihre Versicherung übernimmt
Schadenbeispiele aus der Praxis
Ein Marderbiss ist mehr als ein kleiner Defekt – die finanziellen Folgen können erheblich sein. Ob Sie die Kosten selbst tragen müssen oder Ihre Versicherung einspringt, hängt von der Art des Schadens und dem gewählten Tarif ab. Die folgenden Beispiele zeigen typische Schadensverläufe aus dem Alltag und machen deutlich, wie wichtig eine passgenaue Absicherung ist.
Durchgebissener Kühlmittelschlauch
Ein VW Golf 7 zeigt nach dem Start eine Warnmeldung – Ursache ist ein beschädigter Kühlmittelschlauch, durchtrennt von einem Marder. Die Werkstatt stellt fest, dass keine weiteren Komponenten betroffen sind. Die Reparatur kostet rund 420 Euro. Die Teilkasko greift, da ein direkter Tierbissschaden vorliegt. Wegen einer Selbstbeteiligung von 300 Euro bleiben jedoch 120 Euro beim Halter.
Kurzschluss nach Kabelbiss
Bei einem BMW 3er Touring treten elektrische Probleme auf – Diagnose: Kabelbiss an der Hochspannungsleitung, ausgelöst durch einen Marder. Der daraus resultierende Kurzschluss zerstört das Steuergerät. Die Reparatur schlägt mit 2.100 Euro zu Buche. Glück im Unglück: Der Halter hat einen Premiumtarif mit „Tierbiss inkl. Folgeschäden“. Die Versicherung übernimmt den Schaden vollständig.
Rattenbiss nicht mitversichert
Ein Opel Astra fällt durch schleifende Geräusche und schwaches Bremsverhalten auf. Die Werkstatt findet eine beschädigte Dämmmatte und angenagte Bremsleitung. Fellreste deuten auf eine Ratte hin – jedoch ist im Vertrag nur „Marderbiss“ abgesichert. Die Versicherung lehnt den Schadenersatz ab. Die Reparatur kostet 750 Euro und muss vollständig selbst bezahlt werden.
Diese Themen könnten für Sie ebenfalls wichtig sein
Weiterführende Beiträge rund um Ihre Kfz-Versicherung
Ein Marderschaden ist nur eine von vielen Situationen, in denen Sie auf Ihre Autoversicherung angewiesen sind. Wer sein Fahrzeug umfassend schützen möchte, sollte auch andere Schadensszenarien und Vertragsbedingungen kennen. Diese Beiträge helfen Ihnen, den Überblick zu behalten und die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Beitragserhöhung
Ihr Versicherer hat den Beitrag erhöht? Das kommt häufiger vor als gedacht – doch Sie müssen das nicht einfach hinnehmen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wann eine Erhöhung rechtens ist, welche Fristen gelten und wie Sie mit einem Sonderkündigungsrecht reagieren können.
Autobrand
Ein Fahrzeugbrand kann verschiedene Ursachen haben: technische Defekte, Vandalismus oder sogar Tierbisse. Doch nicht jede Versicherung zahlt automatisch. Wir zeigen, welche Schäden von Haftpflicht, Teilkasko oder Vollkasko übernommen werden – und wann Sie auf den Kosten sitzenbleiben.
Kfz-Versicherung
Was leistet die Kfz-Haftpflicht? Wann lohnt sich eine Teilkasko – und wann eine Vollkasko? Unser umfassender Überblick erklärt Ihnen die wichtigsten Leistungen, Unterschiede und Zusatzbausteine – verständlich und auf dem aktuellen Stand.
Nicht jeder Tarif schützt zuverlässig – wann sich ein Wechsel lohnt
Wann ist ein Tarifwechsel sinnvoll?
Viele Autofahrer verlassen sich auf ihre bestehende Kfz-Versicherung – oft ohne zu wissen, ob sie im Ernstfall wirklich ausreichend geschützt sind. Besonders bei Marderschäden zeigt sich schnell, ob ein Tarif zur aktuellen Lebenssituation passt. Ein Wechsel kann sich lohnen, wenn wichtige Leistungen fehlen oder der Schutz lückenhaft ist. In diesem Abschnitt zeigen wir, wann Handlungsbedarf besteht und worauf Sie achten sollten.
Wenn Ihre aktuelle Police nur „Marderbiss“ absichert, nicht aber „Tierbiss allgemein“, sollten Sie aktiv werden – denn Ratten oder Waschbären können ähnliche Schäden verursachen, werden dann aber nicht erstattet. Ebenso kritisch: Wenn Folgeschäden nicht mitversichert sind, bleiben teure Reparaturen an Motorteilen, Steuergeräten oder Kühlsystemen an Ihnen hängen.
Ein Tarifwechsel ist außerdem sinnvoll, wenn…
Ihre Selbstbeteiligung höher ist als typische Marderschäden
keine konkrete Deckungssumme für Folgeschäden genannt ist
Sie häufig in marderreichen Gebieten parken (z. B. ländlicher Raum, Waldrand, Wohngebiete)
Ihre Versicherung keine regelmäßige Beitragsanpassung an den Fahrzeugwert vornimmt
Ihr aktueller Tarif älter ist und neue Leistungsbausteine fehlen
Prüfen Sie Ihren Vertrag auf Begriffe wie „Tierbiss inklusive Folgeschäden“ und achten Sie auf die Höhe der Leistungslimits – manche Versicherer leisten bis 3.000 Euro, andere unbegrenzt. Ein Vergleich aktueller Tarife kann zeigen, ob sich ein Upgrade finanziell lohnt – oft ohne spürbare Beitragserhöhung.
Ein Tarifwechsel sollte nicht nur auf den Preis, sondern auf den Leistungsumfang bei realistischen Schadensszenarien abgestimmt sein. Gerade bei Marderschäden zeigt sich, wie wichtig guter Versicherungsschutz wirklich ist.
Mehr als nur Marder – Schutz für alle Fahrzeugtypen
Weitere Versicherungen für besondere Fahrzeuge
Nicht nur bei klassischen Pkw ist der Versicherungsschutz entscheidend. Wer ein Motorrad, ein Elektrofahrzeug oder einen Oldtimer fährt, braucht eine speziell abgestimmte Police. In diesen Beiträgen erfahren Sie, worauf es jeweils ankommt – und wie Sie sich zuverlässig absichern.
Motorradversicherung
Ob auf der Straße oder in der Garage – auch Motorräder sind nicht vor Schäden durch Marder oder Witterung gefeit. Welche Leistungen Sie wirklich brauchen und wie die Teilkasko beim Zweirad funktioniert, erfahren Sie hier.
E‑Auto-Versicherung
Elektrofahrzeuge stellen besondere Anforderungen an den Versicherungsschutz. Gerade bei Schäden an Ladetechnik oder Hochvoltkabeln kann es teuer werden. Wir zeigen, worauf Sie bei der Absicherung eines E‑Autos achten sollten.
Oldtimerversicherung
Oldtimer sind mehr als nur Fortbewegungsmittel – sie sind Liebhaberstücke mit besonderem Wert. Entsprechend wichtig ist ein passender Versicherungsschutz, der auch Tierbiss, Diebstahl und Wertgutachten berücksichtigt.
Zusammenfassung
Marderbisse verursachen jedes Jahr zehntausende Schäden – oft mit hohen Folgekosten. Ob Sie abgesichert sind, hängt vom Umfang Ihrer Kfz-Versicherung ab. Während einfache Teilkasko-Tarife meist nur den direkten Schaden ersetzen, bieten Premiumtarife deutlich mehr Schutz – insbesondere bei Folgeschäden. Wer in gefährdeten Regionen parkt oder empfindliche Technik im Fahrzeug hat, sollte den eigenen Vertrag prüfen und gezielt nachbessern. Ergänzt durch sinnvolle Schutzmaßnahmen wie Ultraschallgeräte oder Kabelummantelungen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.
häufige Fragen
Zahlt die Teilkasko auch Folgeschäden nach einem Marderbiss?
Nur wenn im Vertrag „Tierbiss inkl. Folgeschäden“ vereinbart ist. Andernfalls sind Folgeschäden – etwa an Motor, Steuergerät oder Elektrik – ausgeschlossen. Ein Tarifvergleich lohnt sich.
Was übernimmt die Versicherung bei einem Marderschaden am Auto?
Die Teilkasko zahlt für direkt beschädigte Teile wie Kabel, Schläuche oder Dämmmaterial. Für Folgeschäden ist ein erweiterter Schutz nötig. Die Haftpflichtversicherung kommt für Marderschäden grundsätzlich nicht auf.
Wie kann ich erkennen, ob mein Fahrzeug von einem Marder beschädigt wurde?
Typische Anzeichen sind Startprobleme, Flüssigkeitsverlust, Warnmeldungen im Cockpit oder sichtbare Bissspuren an Schläuchen. Eine Werkstatt kann die genaue Ursache feststellen.
Was kostet ein durchschnittlicher Marderschaden?
Die Reparaturkosten liegen im Schnitt zwischen 300 und 2.500 Euro – je nach Fahrzeugtyp und Schadensausmaß. Besonders teuer wird es bei Folgeschäden an der Elektronik oder am Motor.