Bin­de­haut­ent­zün­dung bei Kat­zen: Sym­pto­me erken­nen & rich­tig behan­deln

Wenn das Kat­zen­au­ge tränt: Ursa­chen, Ver­lauf und Hil­fe bei ent­zün­de­ten Augen

Krank wirkende Katze mit Halskragen (Trichter) nach tierärztlicher Behandlung – Symbolbild für Katzenkrankheiten und Genesung.

Eine Bin­de­haut­ent­zün­dung (Kon­junk­ti­vi­tis) gehört zu den häu­figs­ten Augen­er­kran­kun­gen bei Kat­zen – und sie kann sehr schmerz­haft für Ihr Tier sein. Trä­nen­de Augen, star­ker Aus­fluss oder häu­fi­ges Blin­zeln sind typi­sche Warn­si­gna­le, die früh­zei­tig erkannt wer­den soll­ten. Häu­fig ste­cken Infek­tio­nen mit dem Her­pes­vi­rus, bak­te­ri­el­le Erre­ger, Reiz­stof­fe oder All­er­gien hin­ter der Ent­zün­dung. Unbe­han­delt kann die Erkran­kung chro­nisch wer­den oder sogar das Seh­ver­mö­gen Ihrer Kat­ze gefähr­den.

In die­sem Bei­trag erfah­ren Sie, wel­che Ursa­chen eine Bin­de­haut­ent­zün­dung haben kann, wie der Ver­lauf typi­scher­wei­se aus­sieht und mit wel­chen Maß­nah­men Sie Ihrer Kat­ze hel­fen kön­nen. Zudem zei­gen wir, war­um eine Kat­zen­ver­si­che­rung schon vor dem Krank­heits­fall sinn­voll ist – denn vie­le Ver­si­che­rer leis­ten nicht bei bereits bestehen­den Erkran­kun­gen.

Das Wich­tigs­te im Über­blick

  • Häu­fi­ge Augen­er­kran­kung: Bin­de­haut­ent­zün­dun­gen zäh­len zu den häu­figs­ten Augen­pro­ble­men bei Kat­zen – unab­hän­gig von Alter oder Ras­se.

  • Viel­schich­ti­ge Ursa­chen: Aus­lö­ser sind oft Infek­tio­nen (z. B. Her­pes­vi­rus, Chla­my­di­en), All­er­gien, Zug­luft, Rauch oder Fremd­kör­per im Auge.

  • Typi­sche Sym­pto­me: Trä­nen­de, gerö­te­te Augen, Schwel­lun­gen, eit­ri­ger Aus­fluss, Licht­emp­find­lich­keit und häu­fi­ges Blin­zeln.

  • Anste­ckungs­ge­fahr: Beson­ders hoch bei Kat­zen­schnup­fen und in Mehr­kat­zen­haus­hal­ten – früh­zei­ti­ge Behand­lung schützt ande­re Tie­re.

  • Behand­lung & Prä­ven­ti­on: Je nach Ursa­che mit Augen­trop­fen, anti­vi­ra­len Medi­ka­men­ten oder Sal­ben – Imp­fun­gen und sau­be­re Umge­bung hel­fen vor­beu­gend.

Ihre Über­sicht
Ihre Über­sicht

Sym­pto­me früh­zei­tig erken­nen und rich­tig deu­ten

Bin­de­haut­ent­zün­dung bei Kat­zen: Sym­pto­me, Ver­lauf und Behand­lung im Über­blick

Vie­le Kat­zen­hal­ter bemer­ken die ers­ten Anzei­chen einer Bin­de­haut­ent­zün­dung zunächst nicht oder unter­schät­zen deren Schwe­re. Dabei sind gerö­te­te Augen, ver­mehr­ter Trä­nen­fluss oder häu­fi­ges Blin­zeln oft kla­re Warn­si­gna­le. Wird die Erkran­kung zu spät erkannt oder falsch behan­delt, kann sie sich ver­schlim­mern und ernst­haf­te Fol­gen haben – bis hin zu blei­ben­den Augen­schä­den. In den fol­gen­den Tabs erfah­ren Sie, wor­an Sie eine Bin­de­haut­ent­zün­dung bei Ihrer Kat­ze erken­nen, wie der typi­sche Krank­heits­ver­lauf aus­sieht und wel­che The­ra­pien hel­fen.

Die Sym­pto­me einer Bin­de­haut­ent­zün­dung bei Kat­zen rei­chen von mil­den Rei­zun­gen bis zu schwe­ren, schmerz­haf­ten Ent­zün­dun­gen. Früh­zei­tig erkannt, lässt sich die Erkran­kung in der Regel gut behan­deln. Typi­sche Anzei­chen sind:

  • gerö­te­te oder geschwol­le­ne Augen­bin­de­haut

  • erhöh­ter Augen­aus­fluss – zunächst klar, spä­ter schlei­mig oder eit­rig

  • häu­fi­ges Blin­zeln oder Zuknei­fen eines oder bei­der Augen

  • Rei­ben oder Krat­zen mit der Pfo­te am Auge

  • sicht­ba­re Nick­haut (drit­tes Augen­lid)

  • Licht­emp­find­lich­keit oder Rück­zug

  • in schwe­ren Fäl­len: Fie­ber, Appe­tit­lo­sig­keit, Abge­schla­gen­heit

Je nach Ursa­che kön­nen die Sym­pto­me ein­sei­tig oder beid­sei­tig auf­tre­ten. Beson­ders in Haus­hal­ten mit meh­re­ren Kat­zen oder bei vor­be­stehen­den Infek­tio­nen (z. B. Her­pes­vi­rus) ist das Risi­ko erhöht.

Unbe­han­delt kann eine Bin­de­haut­ent­zün­dung bei Kat­zen in kur­zer Zeit fort­schrei­ten. Der Ver­lauf hängt stark von der Ursa­che ab:

  • Aku­ter Ver­lauf: Meist durch Fremd­kör­per, Rei­zung oder Infek­ti­on aus­ge­löst. Die Sym­pto­me ver­schlim­mern sich inner­halb von 1–3 Tagen.

  • Chro­ni­scher Ver­lauf: Wie­der­keh­ren­de oder dau­er­haft ent­zün­de­te Augen durch vira­le Ursa­chen (v. a. Her­pes­vi­rus) oder ana­to­mi­sche Fehl­stel­lun­gen wie Entro­pi­um.

  • Kom­pli­ka­tio­nen: Brei­tet sich die Ent­zün­dung auf ande­re Struk­tu­ren aus, dro­hen Horn­haut­ver­let­zun­gen (Kera­ti­tis), Geschwü­re oder sogar blei­ben­de Seh­schä­den.

Wich­tig: Beson­ders bei vira­len Infek­tio­nen besteht Rück­fall­ge­fahr – Stress, ande­re Erkran­kun­gen oder ein geschwäch­tes Immun­sys­tem kön­nen die Erkran­kung reak­ti­vie­ren.

Die Behand­lung rich­tet sich nach der Ursa­che und soll­te immer tier­ärzt­lich beglei­tet wer­den. Typi­sche Maß­nah­men:

  • Bak­te­ri­el­le Infek­ti­on: Anti­bio­ti­sche Augen­trop­fen oder Sal­ben (z. B. mit Doxy­cy­clin oder Gen­ta­micin) – mehr­mals täg­lich über 1–2 Wochen.

  • Vira­le Infek­ti­on: Ein­satz von Inter­fe­ron oder L‑Lysin zur Immun­stär­kung – Hei­lung nicht mög­lich, aber Sym­pto­me las­sen sich lin­dern.

  • All­er­gi­sche Reak­ti­on: Anti­hist­ami­ni­ka oder ent­zün­dungs­hem­men­de Augen­sal­ben – Reiz­aus­lö­ser soll­ten kon­se­quent ver­mie­den wer­den.

  • Fremd­kör­per oder mecha­ni­sche Rei­zung: Ent­fer­nung durch den Tier­arzt, ggf. Spü­lung des Auges.

  • Ana­to­mi­sche Ursa­chen (z. B. Entro­pi­um): Mög­li­cher­wei­se chir­ur­gi­sche Kor­rek­tur not­wen­dig.

Ach­tung bei Kor­ti­son: Kor­ti­son­hal­ti­ge Prä­pa­ra­te dür­fen nur bei intak­ter Horn­haut ange­wen­det wer­den – bei Ver­let­zun­gen ver­schlech­tern sie den Hei­lungs­ver­lauf erheb­lich.

Viel­fäl­ti­ge Aus­lö­ser: Infek­tio­nen, All­er­gien oder Rei­ze

Ursa­chen einer Bin­de­haut­ent­zün­dung bei Kat­zen

Die Bin­de­haut einer Kat­ze reagiert sehr emp­find­lich auf äuße­re Rei­ze, Krank­heits­er­re­ger oder mecha­ni­sche Stö­run­gen. Ent­spre­chend viel­fäl­tig sind die mög­li­chen Ursa­chen einer Bin­de­haut­ent­zün­dung.

Für eine ziel­ge­rich­te­te Behand­lung ist es ent­schei­dend, ob es sich um eine infek­tiö­se oder nicht-infek­tiö­se Ent­zün­dung han­delt. Nur eine gründ­li­che tier­ärzt­li­che Dia­gno­se kann klä­ren, wel­cher Aus­lö­ser vor­liegt – denn nicht jede Augen­er­kran­kung hat die­sel­be Ursa­che.

Bin­de­haut­ent­zün­dun­gen ent­ste­hen ent­we­der durch infek­tiö­se Erre­ger wie Viren und Bak­te­ri­en oder durch nicht-infek­tiö­se Fak­to­ren wie All­er­gien, Fremd­kör­per oder Umwelt­rei­ze. In eini­gen Fäl­len kom­men auch ange­bo­re­ne ana­to­mi­sche Beson­der­hei­ten als Ursa­che infra­ge.

Infek­tiö­se Ursa­chen

Beson­ders häu­fig sind vira­le Infek­tio­nen, allen vor­an das feline Her­pes­vi­rus Typ 1 (FHV‑1) – ein Erre­ger des Kat­zen­schnup­fen­kom­ple­xes. Ist eine Kat­ze ein­mal mit die­sem Virus infi­ziert, bleibt es lebens­lang im Kör­per und kann bei Stress oder geschwäch­ter Abwehr erneut aktiv wer­den. Auch Chla­my­do­phi­la felis und Myko­plas­men zäh­len zu den typi­schen bak­te­ri­el­len Erre­gern, die durch direk­ten Kon­takt oder Tröpf­chen­in­fek­ti­on über­tra­gen wer­den. Gera­de in Mehr­kat­zen­haus­hal­ten, Tier­hei­men oder Zuch­ten ver­brei­ten sich die­se Kei­me rasch.

Nicht-infek­tiö­se Ursa­chen

Nicht jede Ent­zün­dung der Bin­de­haut geht auf eine Infek­ti­on zurück. Häu­fig lösen All­er­gien gegen Pol­len, Haus­staub­mil­ben oder Fut­ter­mit­tel die Ent­zün­dung aus. Auch Reiz­stof­fe wie Ziga­ret­ten­rauch, Par­füm, Rei­ni­gungs­mit­tel oder tro­cke­ne Hei­zungs­luft kön­nen die emp­find­li­chen Schleim­häu­te angrei­fen.

Mecha­ni­sche Rei­ze wie Staub, Sand, Gras­hal­me oder ande­re klei­ne Fremd­kör­per füh­ren oft zu ein­sei­ti­gen Ent­zün­dun­gen. Wenn sich die Kat­ze häu­fig im Frei­en auf­hält, steigt das Risi­ko für sol­che Aus­lö­ser. Ver­let­zun­gen durch Kral­len, etwa beim Spie­len oder Rau­fen mit Art­ge­nos­sen, kön­nen eben­falls eine Ent­zün­dung nach sich zie­hen.

Ein wei­te­rer häu­fi­ger Grund sind ana­to­mi­sche Fehl­stel­lun­gen – ins­be­son­de­re das Entro­pi­um, bei dem sich das Lid nach innen rollt und die Wim­pern dau­er­haft an der Horn­haut rei­ben. Dies ver­ur­sacht chro­ni­sche Rei­zun­gen, die unbe­han­delt zu schwe­ren Fol­ge­er­kran­kun­gen füh­ren kön­nen.

Da die genaue Ursa­che direk­ten Ein­fluss auf die The­ra­pie hat, soll­te bei jedem Ver­dacht auf eine Bin­de­haut­ent­zün­dung früh­zei­tig ein Tier­arzt auf­ge­sucht wer­den. Nur so lässt sich klä­ren, ob ein infek­tiö­ser Erre­ger, eine Umwelt­re­ak­ti­on oder eine mecha­ni­sche Rei­zung die Aus­lö­ser­rol­le spielt – und wie gezielt behan­delt wer­den kann.

Unter­su­chung beim Tier­arzt bringt Klar­heit

Dia­gno­se der Bin­de­haut­ent­zün­dung bei Kat­zen

Augen­er­kran­kun­gen bei Kat­zen ähneln sich in ihrer Sym­pto­ma­tik häu­fig, sodass eine genaue Dia­gno­se durch den Tier­arzt unver­zicht­bar ist. Nur durch eine geziel­te Unter­su­chung kann fest­ge­stellt wer­den, ob tat­säch­lich eine Bin­de­haut­ent­zün­dung vor­liegt – und was deren Ursa­che ist.

Dabei spielt auch die Unter­schei­dung zwi­schen aku­ter, chro­ni­scher oder wie­der­keh­ren­der Form eine wich­ti­ge Rol­le für die wei­te­re Behand­lung.

Der Tier­arzt beginnt mit einer gründ­li­chen kli­ni­schen Unter­su­chung der Augen. Dabei ach­tet er auf typi­sche Anzei­chen wie Rötung, Schwel­lung, Sekret­bil­dung oder das Her­vor­tre­ten der Nick­haut. Auch eine beid­sei­ti­ge oder ein­sei­ti­ge Aus­prä­gung gibt Hin­wei­se auf die Ursa­che. Ver­let­zun­gen, Fremd­kör­per oder Fehl­stel­lun­gen der Lider wer­den durch visu­el­le Inspek­ti­on und behut­sa­mes Öff­nen des Augen­lids über­prüft.

Wich­ti­ge dia­gnos­ti­sche Ver­fah­ren:

  • Fluo­res­ze­in-Fär­bung: Ein spe­zi­el­ler Farb­stoff macht Defek­te an der Horn­haut sicht­bar. So kön­nen etwa­ige Krat­zer oder Geschwü­re erkannt und beur­teilt wer­den.

  • Schirm­er-Trä­nen-Test: Misst die Trä­nen­pro­duk­ti­on. Eine zu gerin­ge Trä­nen­men­ge kann die Bin­de­haut rei­zen oder die Abwehr schwä­chen.

  • Abstri­che und Tup­ferpro­ben: Bei Ver­dacht auf bak­te­ri­el­le oder vira­le Ursa­chen ent­nimmt der Tier­arzt eine Sekret­pro­be zur mikro­bio­lo­gi­schen Unter­su­chung. Das Labor kann den Erre­ger exakt iden­ti­fi­zie­ren.

  • All­ge­mein­un­ter­su­chung: Um sys­te­mi­sche Grund­er­kran­kun­gen aus­zu­schlie­ßen, etwa eine Betei­li­gung des Immun­sys­tems oder Infek­tio­nen mit FIV (Kat­zen-AIDS) oder FeLV (Leu­ko­se), kann zusätz­lich ein Blut­bild erfor­der­lich sein.

Wich­tig: Nicht jede Bin­de­haut­ent­zün­dung ist iso­liert zu betrach­ten. Sie kann auch Sym­ptom einer umfas­sen­de­ren Erkran­kung wie dem Kat­zen­schnup­fen­kom­plex sein. Gera­de bei wie­der­keh­ren­den Beschwer­den oder gleich­zei­ti­gem Nie­sen, Hus­ten oder Fie­ber soll­te des­halb eine gesamt­heit­li­che tier­ärzt­li­che Abklä­rung erfol­gen.

Für die Kat­ze ist die Unter­su­chung in der Regel schmerz­frei, aber durch Licht­emp­find­lich­keit oder Stress mit­un­ter unan­ge­nehm. Hal­ter kön­nen unter­stüt­zen, indem sie vor­ab Ver­än­de­run­gen und Sym­pto­me genau beob­ach­ten und dem Tier­arzt mit­tei­len.

Die­se Ver­si­che­run­gen hel­fen bei Tier­arzt­kos­ten – aber nur vor der Erkran­kung

Früh­zei­tig absi­chern lohnt sich

Tier­arzt­be­su­che wegen einer Bin­de­haut­ent­zün­dung sind oft mit wie­der­hol­ten Unter­su­chun­gen, Medi­ka­men­ten oder sogar ope­ra­ti­ven Ein­grif­fen ver­bun­den – und das kann schnell teu­er wer­den. Eine Kat­zen­ver­si­che­rung kann Sie finan­zi­ell ent­las­ten. Wich­tig ist jedoch: Eine Absi­che­rung ist nur sinn­voll, wenn sie recht­zei­tig – also vor der ers­ten Dia­gno­se – abge­schlos­sen wird. Bereits bekann­te oder lau­fen­de Erkran­kun­gen sind in der Regel vom Ver­si­che­rungs­schutz aus­ge­schlos­sen.

Getigerte Katze liegt entspannt auf einer Parkbank und blickt mit offenen Augen in die Kamera – Symbol für Sicherheit und Wohlbefinden.

Kat­zen­ver­si­che­rung

Der umfas­sen­de Schutz für Ihre Kat­ze – je nach Tarif ent­hal­ten: OP-Kos­ten, Behand­lun­gen, Vor­sor­ge, Imp­fun­gen und teil­wei­se Zahn­erkran­kun­gen. Sinn­voll für alle, die sich rund­um absi­chern möch­ten.

Frau hält eine getigerte Katze liebevoll auf der Schulter – enge Bindung zwischen Mensch und Tier, Fokus auf Fürsorge und Schutz.

Kat­zen­kran­ken­ver­si­che­rung

Sie über­nimmt Tier­arzt­kos­ten bei aku­ten oder chro­ni­schen Erkran­kun­gen wie z. B. Augen­in­fek­tio­nen. Erstat­tet auch Dia­gnos­tik, Medi­ka­men­te und Nach­sor­ge. Beson­ders wich­tig bei wie­der­keh­ren­den Beschwer­den.

Eine rot-weiße Katze mit Halskragen wird liebevoll von ihrer Besitzerin gehalten – Genesung nach einer Operation.

Kat­zen-OP-Ver­si­che­rung

Die güns­ti­ge­re Alter­na­ti­ve für Hal­ter, die sich gezielt gegen Ope­ra­ti­ons­kos­ten absi­chern wol­len – etwa bei chir­ur­gi­scher Behand­lung von Lid­fehl­stel­lun­gen wie Entro­pi­um.

Gute Hei­lungs­chan­cen bei frü­her Behand­lung

Leben mit einer Bin­de­haut­ent­zün­dung – Pro­gno­se und Rück­fall­ri­si­ken

In vie­len Fäl­len lässt sich eine Bin­de­haut­ent­zün­dung bei Kat­zen gut behan­deln – vor­aus­ge­setzt, sie wird früh­zei­tig erkannt und rich­tig the­ra­piert. Die meis­ten aku­ten Ent­zün­dun­gen klin­gen inner­halb weni­ger Tage bis Wochen voll­stän­dig ab, ohne blei­ben­de Schä­den zu hin­ter­las­sen. Ent­schei­dend ist dabei nicht nur die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung, son­dern auch die kon­se­quen­te Ein­hal­tung der tier­ärzt­li­chen Anwei­sun­gen durch den Hal­ter.

Die Pro­gno­se hängt stark von der Ursa­che ab. Bak­te­ri­el­le Ent­zün­dun­gen spre­chen meist gut auf anti­bio­ti­sche Augen­trop­fen oder Sal­ben an. Vira­le Infek­tio­nen wie das feline Her­pes­vi­rus (FHV‑1) sind dage­gen chro­nisch – die Sym­pto­me las­sen sich zwar lin­dern, das Virus selbst bleibt jedoch lebens­lang im Kör­per. In sol­chen Fäl­len kön­nen unter Stress oder bei Immun­schwä­che immer wie­der Rück­fäl­le auf­tre­ten. Betrof­fe­ne Kat­zen benö­ti­gen dann eine dau­er­haf­te Beob­ach­tung und ggf. wie­der­hol­te Behand­lungs­zy­klen.

Auch mecha­ni­sche Ursa­chen wie ein Fremd­kör­per oder eine Lid­fehl­stel­lung kön­nen – bei ent­spre­chen­der Ent­fer­nung oder chir­ur­gi­scher Kor­rek­tur – voll­stän­dig beho­ben wer­den. Bleibt eine sol­che Ursa­che jedoch unbe­han­delt, dro­hen lang­fris­ti­ge Schä­den, z. B. durch dau­er­haf­te Rei­zung der Horn­haut, die im schlimms­ten Fall zur Seh­be­ein­träch­ti­gung führt.

Für das Leben mit einer über­stan­de­nen oder chro­nisch ver­lau­fen­den Bin­de­haut­ent­zün­dung gilt:

  • Hal­ten Sie die Augen Ihrer Kat­ze regel­mä­ßig im Blick.

  • Ach­ten Sie auf Rück­fall­zei­chen wie Augen­aus­fluss oder ver­mehr­tes Blin­zeln.

  • Ver­mei­den Sie Stress, Rauch, Zug­luft und Reiz­stof­fe im Umfeld.

  • Sor­gen Sie für eine nähr­stoff­rei­che Ernäh­rung zur Stär­kung des Immun­sys­tems.

Mit etwas Auf­merk­sam­keit und Für­sor­ge kön­nen betrof­fe­ne Kat­zen ein beschwer­de­frei­es Leben füh­ren – auch dann, wenn sie zu Rück­fäl­len nei­gen.

Häu­fi­ge Kat­zen­hal­ter­fra­gen zum The­ma Bin­de­haut­ent­zün­dung

Was Sie schon immer über die Bin­de­haut­ent­zün­dung bei Kat­zen wis­sen woll­ten

Eine Bin­de­haut­ent­zün­dung zeigt sich pri­mär an den Augen – mit Rötung, Aus­fluss und Schwel­lung. Beim Kat­zen­schnup­fen tre­ten zusätz­lich Sym­pto­me wie Nie­sen, Nasen­aus­fluss oder Fie­ber auf. Oft ist die Bin­de­haut­ent­zün­dung jedoch Teil des Kat­zen­schnup­fen­kom­ple­xes. Eine genaue Abgren­zung kann nur der Tier­arzt tref­fen.

Ja – vor allem, wenn sie durch Viren (z. B. Her­pes­vi­rus) oder Bak­te­ri­en (z. B. Chla­my­di­en) ver­ur­sacht wird. In Mehr­kat­zen­haus­hal­ten soll­ten betrof­fe­ne Tie­re nach Mög­lich­keit getrennt wer­den, um eine Aus­brei­tung zu ver­hin­dern.

Nur in sel­te­nen Fäl­len. Wenn ein Fremd­kör­per Ursa­che war und ent­fernt wur­de, kann die Ent­zün­dung von selbst abklin­gen. Meist ist jedoch eine geziel­te medi­ka­men­tö­se Behand­lung nötig, um Kom­pli­ka­tio­nen und Chro­ni­fi­zie­rung zu ver­mei­den.

Nein. Vie­le human­me­di­zi­ni­sche Prä­pa­ra­te ent­hal­ten Wirk­stof­fe oder Kon­ser­vie­rungs­stof­fe, die für Kat­zen unge­eig­net oder sogar gefähr­lich sind. Augen­trop­fen dür­fen nur ver­wen­det wer­den, wenn sie aus­drück­lich für Kat­zen zuge­las­sen und vom Tier­arzt emp­foh­len wur­den.

Unbe­han­delt kann sich die Ent­zün­dung aus­brei­ten – etwa auf die Horn­haut oder tie­fe­re Augen­struk­tu­ren. Die Fol­gen rei­chen von dau­er­haf­ten Rei­zun­gen bis hin zu blei­ben­den Seh­stö­run­gen oder chro­ni­schen Schmer­zen.

Haus­mit­tel wie Kamil­len­tee oder Schwarz­tee sind unge­eig­net – sie rei­zen das Auge zusätz­lich oder begüns­ti­gen sogar Kei­me. Bei leich­ten Rei­zun­gen kann mit kla­rem, abge­koch­tem Was­ser gespült wer­den – idea­ler­wei­se jedoch immer unter tier­ärzt­li­cher Anlei­tung.

Auch Woh­nungs­kat­zen kön­nen betrof­fen sein – etwa durch Staub, tro­cke­ne Luft, Rauch oder all­er­gi­sche Reak­tio­nen. Frei­gän­ger sind zusätz­lich Umwelt­fak­to­ren und Ver­let­zungs­ri­si­ken aus­ge­setzt, was ihr Risi­ko wei­ter erhöht.

Ver­mei­den Sie Zug­luft, star­ke Rauch­quel­len oder che­mi­sche Rei­ni­gungs­mit­tel. Regel­mä­ßi­ge tier­ärzt­li­che Kon­trol­len, eine aus­ge­wo­ge­ne Ernäh­rung und stress­ar­me Hal­tung unter­stüt­zen die Augen­ge­sund­heit eben­falls effek­tiv.

Mehr wis­sen, bes­ser vor­sor­gen

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Rund um die Augen­ge­sund­heit Ihrer Kat­ze gibt es vie­le wei­te­re Aspek­te, die Sie als Hal­ter ken­nen soll­ten – von den gesetz­li­chen Tier­arzt­kos­ten über die rich­ti­ge Ernäh­rung bis hin zu typi­schen Begleit­erkran­kun­gen oder Hal­tungs­tipps. Die fol­gen­den Bei­trä­ge hel­fen Ihnen, den Über­blick zu behal­ten und gut vor­be­rei­tet zu sein.

Frau geht mit ihrem Hund an der Leine in eine Tierarztpraxis – Symbolbild für Tierarztbesuche und die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT).

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Vor­sor­ge schützt vor Rück­fäl­len

Bin­de­haut­ent­zün­dung bei Kat­zen vor­beu­gen – so schüt­zen Sie Ihre Kat­ze dau­er­haft

Nach einer über­stan­de­nen Bin­de­haut­ent­zün­dung ist die Gefahr eines Rück­falls bei vie­len Kat­zen nicht gebannt – beson­ders dann nicht, wenn vira­le oder chro­ni­sche Ursa­chen im Spiel sind. Auch Kat­zen mit emp­find­li­chen Schleim­häu­ten oder All­er­gie­nei­gung kön­nen immer wie­der Sym­pto­me ent­wi­ckeln. Umso wich­ti­ger ist es, gezielt vor­zu­beu­gen und Risi­ko­fak­to­ren im All­tag kon­se­quent zu mini­mie­ren.

Zen­tra­ler Bau­stein der Prä­ven­ti­on ist ein star­kes Immun­sys­tem. Eine aus­ge­wo­ge­ne, nähr­stoff­rei­che Ernäh­rung bil­det dafür die Grund­la­ge – unter­stützt durch eine stress­ar­me Umge­bung, aus­rei­chend Ruhe und Bewe­gung. Nah­rungs­er­gän­zun­gen wie L‑Lysin kön­nen ins­be­son­de­re bei her­pes­in­fi­zier­ten Tie­ren hel­fen, die Virus­ak­ti­vi­tät zu kon­trol­lie­ren. Auch regel­mä­ßi­ge Imp­fun­gen gegen Kat­zen­schnup­fen blei­ben ein wich­ti­ger Schutz­me­cha­nis­mus.

Eben­so ent­schei­dend ist die Ver­mei­dung typi­scher Reiz­stof­fe: Zug­luft, Ziga­ret­ten­rauch, über­mä­ßi­ger Staub oder che­mi­sche Rei­ni­gungs­mit­tel kön­nen die Bin­de­haut rei­zen und eine Ent­zün­dung begüns­ti­gen. Ein regel­mä­ßi­ges Lüf­ten ohne Durch­zug, das Absau­gen von Pols­ter­mö­beln und das Ver­mei­den star­ker Duft­stof­fe tra­gen spür­bar zur Augen­ge­sund­heit bei.

Frei­gän­ger-Kat­zen soll­ten nicht in Berei­chen mit hohem Pol­len­flug oder poten­zi­el­len Fremd­kör­pern (wie Grä­sern, Bau­stel­len, Sand­flä­chen) unbe­auf­sich­tigt umher­strei­fen. Nach Aus­flü­gen lohnt sich eine kur­ze Sicht­kon­trol­le der Augen­par­tie.

Beson­de­re Auf­merk­sam­keit benö­ti­gen:

  • Jung­tie­re, deren Immun­sys­tem noch nicht voll­stän­dig aus­ge­reift ist

  • Seni­or-Kat­zen, bei denen Hei­lungs­pro­zes­se lang­sa­mer ver­lau­fen

  • Lang­haa­ri­ge Ras­sen, da Haa­re häu­fi­ger ins Auge gera­ten kön­nen

Mit geziel­ter Vor­sor­ge und tier­ärzt­li­cher Beglei­tung las­sen sich vie­le Augen­pro­ble­me ver­mei­den oder in ihrer Schwe­re deut­lich abmil­dern. Und je bes­ser die Ursa­chen bekannt sind, des­to geziel­ter kann im Rück­fall reagiert wer­den.

Zusam­men­fas­sung

Eine Bin­de­haut­ent­zün­dung (Kon­junk­ti­vi­tis) gehört zu den häu­figs­ten Augen­er­kran­kun­gen bei Kat­zen. Typi­sche Sym­pto­me wie trä­nen­de Augen, Rötung, Schwel­lung oder Licht­emp­find­lich­keit soll­ten ernst genom­men wer­den – denn unbe­han­delt kann die Ent­zün­dung chro­nisch wer­den oder blei­ben­de Augen­schä­den ver­ur­sa­chen.

Die Aus­lö­ser sind viel­fäl­tig: Infek­tio­nen mit Viren (z. B. Her­pes­vi­rus), Bak­te­ri­en (z. B. Chla­my­di­en), All­er­gien, Fremd­kör­per oder Reiz­stof­fe. Die tier­ärzt­li­che Dia­gno­se ist ent­schei­dend für eine ziel­ge­rich­te­te The­ra­pie – von anti­bio­ti­schen oder anti­vi­ra­len Augen­trop­fen bis hin zu chir­ur­gi­schen Ein­grif­fen bei Lid­fehl­stel­lun­gen.

Die Pro­gno­se ist in den meis­ten Fäl­len gut – beson­ders bei frü­her Behand­lung. Für chro­nisch betrof­fe­ne Kat­zen ist eine sta­bi­le, reiz­freie Umge­bung beson­ders wich­tig. Imp­fun­gen, Immun­sys­tem­stär­kung und gute Hygie­ne hel­fen, Rück­fäl­le zu ver­mei­den. Wer sich vor hohen Behand­lungs­kos­ten schüt­zen möch­te, soll­te recht­zei­tig eine Kat­zen­kran­ken­ver­si­che­rung in Betracht zie­hen – bevor ers­te Sym­pto­me auf­tre­ten.

häu­fi­ge Fra­gen

Bei früh­zei­ti­ger Behand­lung heilt eine aku­te Bin­de­haut­ent­zün­dung meist inner­halb von 5 bis 10 Tagen ab. Chro­ni­sche oder vira­le For­men kön­nen jedoch deut­lich län­ger andau­ern und erfor­dern eine kon­ti­nu­ier­li­che tier­ärzt­li­che Betreu­ung.

Blei­ben Sie ruhig und arbei­ten Sie idea­ler­wei­se zu zweit: Eine Per­son fixiert die Kat­ze sanft, wäh­rend die ande­re das Unter­lid vor­sich­tig her­un­ter­zieht und den Trop­fen ein­träu­felt. Augen­trop­fen kön­nen auch mit klei­nen Beloh­nun­gen posi­tiv ver­knüpft wer­den. Ihr Tier­arzt zeigt Ihnen gern die rich­ti­ge Tech­nik.

Solan­ge die Ursa­che nicht ein­deu­tig geklärt ist, soll­te die Kat­ze im Haus blei­ben. Frei­gang kann das Auge wei­te­ren Rei­zen aus­set­zen oder bei infek­tiö­ser Ursa­che ande­re Kat­zen gefähr­den. Erst wenn die Behand­lung anschlägt und die Sym­pto­me deut­lich zurück­ge­hen, kann der Frei­gang wie­der erlaubt wer­den.

In der Regel han­delt es sich nicht um einen aku­ten Not­fall – solan­ge das Auge nicht stark geschwol­len, ver­letzt oder mit blu­ti­gem Aus­fluss behaf­tet ist. Den­noch soll­te mög­lichst zeit­nah ein Tier­arzt auf­ge­sucht wer­den, um Kom­pli­ka­tio­nen zu ver­mei­den und schnell Lin­de­rung zu schaf­fen.