FIV Katze: Ursachen, Ansteckung, Symptome und Leben mit dem Virus
FIV schwächt das Immunsystem der Katze – hier erfahren Sie alles zu Übertragung, Krankheitsverlauf und Alltag mit FIV-positiven Katzen
FIV – auch bekannt als Katzen-AIDS – ist eine chronisch verlaufende Viruserkrankung, die das Immunsystem der Katze nachhaltig schwächt. Die Abkürzung FIV steht für Feline Immundefizienz-Virus, das in seiner Wirkung dem menschlichen HIV (Humanes Immundefizienz-Virus) ähnelt. Verursacht durch ein Lentivirus, bleibt FIV nach der Infektion ein Leben lang im Körper aktiv. Vor allem Freigänger-Kater infizieren sich häufig durch Bisswunden bei Revierkämpfen. Die Symptome bleiben oft jahrelang unauffällig, bevor schwerwiegende Folgeerkrankungen auftreten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie FIV frühzeitig erkennen, was bei der Diagnose zu beachten ist und wie Sie betroffenen Katzen trotz Virusinfektion ein möglichst langes, beschwerdefreies Leben ermöglichen können.
Das Wichtigste im Überblick
- FIV ist eine unheilbare Virusinfektion, die das Immunsystem von Katzen dauerhaft schwächt – vergleichbar mit HIV beim Menschen.
- Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über Bisswunden, weshalb vor allem unkastrierte Freigänger-Kater betroffen sind.
- Infizierte Katzen zeigen oft jahrelang keine Symptome, bevor es zu wiederkehrenden Infektionen, Gewichtsverlust oder Entzündungen kommt.
- Eine Heilung ist nicht möglich, aber durch frühzeitige Diagnose und gute Betreuung lässt sich die Lebensqualität deutlich verbessern.
- Ein FIV-Test ist beim Tierarzt jederzeit möglich – insbesondere bei auffälligem Verhalten, Bissverletzungen oder nach einem Biss einer anderen Katze sowie bei Neuzugängen aus dem Tierschutz.
Wie FIV verläuft – und was Sie bei Symptomen oder im Krankheitsfall beachten sollten.
Typische Anzeichen, Krankheitsstadien und Therapiemöglichkeiten bei FIV
Eine Infektion mit dem Felinen Immundefizienz-Virus (FIV) verläuft in mehreren Phasen. Während die ersten Wochen nach der Ansteckung häufig unbemerkt bleiben, folgt eine symptomfreie Zeit, die sich über Jahre erstrecken kann. Erst in der Spätphase zeigen betroffene Katzen typische Anzeichen wie chronische Entzündungen, Gewichtsverlust oder neurologische Auffälligkeiten. Eine gezielte Behandlung gegen das Virus selbst gibt es bislang nicht – dennoch kann durch eine frühzeitige Diagnose und individuell abgestimmte Therapie die Lebensqualität der Katze langfristig erhalten werden.
Die Symptome einer FIV-Infektion sind abhängig vom Krankheitsstadium. Viele Katzen bleiben über Jahre symptomfrei und zeigen erst spät erste Auffälligkeiten. Zu den häufigsten Symptomen zählen:
wiederkehrende Infektionen (z. B. Schnupfen, Zahnfleischentzündungen)
chronische Durchfälle oder Abmagerung
schlechte Wundheilung
vergrößerte Lymphknoten
Fieber oder verändertes Verhalten
bei fortgeschrittener Erkrankung: neurologische Symptome wie Zittern oder Orientierungslosigkeit
Ein typisches Warnsignal ist das vermehrte Auftreten von Infekten, die sonst gut behandelbar wären, aber bei FIV-Katzen hartnäckig verlaufen oder immer wiederkehren.
Die FIV-Erkrankung verläuft in mehreren Stadien, die sich über viele Jahre hinziehen können:
Akute Phase (1–2 Wochen nach Ansteckung)Leichtes Fieber, Lymphknotenschwellung, Appetitlosigkeit – oft unauffällig und unspezifisch.
Asymptomatische Phase (Monate bis Jahre)Das Virus vermehrt sich im Körper, ohne sichtbare Anzeichen. Die Katze wirkt gesund.
Unspezifische Phase (Prä-AIDS)Erste chronische Erkrankungen, häufige Infekte, Entzündungen im Maul- und Zahnbereich, schwankender Allgemeinzustand.
Endstadium (AIDS-ähnliche Phase)Immunsystem stark geschwächt, lebensbedrohliche Infektionen, Tumoren, neurologische Ausfälle.
Der Ausbruch der Krankheit ist durch das plötzliche Auftreten deutlicher Symptome gekennzeichnet; in diesem Stadium leidet die Katze an einer ausgeprägten Immunschwäche.
Der Übergang in ein neues Stadium kann schleichend verlaufen. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Eine ursächliche Heilung von FIV ist bisher nicht möglich. Die Therapie zielt darauf ab, das Immunsystem zu unterstützen und Folgeerkrankungen zu vermeiden.
Symptomatische Behandlung: Antibiotika gegen bakterielle Sekundärinfektionen, Schmerzmittel, Appetitanreger.
Immunstärkende Maßnahmen: stressfreie Haltung, hochwertige Ernährung, regelmäßige Entwurmung und Impfungen gegen andere Infektionskrankheiten (nach Rücksprache mit dem Tierarzt).
Antivirale Therapieversuche: z. B. mit Interferon alpha (off-label), bislang keine standardisierte Anwendung.
Lebensumfeld anpassen: reiner Wohnungshaltung, Einzelhaltung oder Vergesellschaftung nur mit anderen FIV-Katzen.
Ziel der Behandlung ist nicht die Heilung, sondern ein stabiles, möglichst beschwerdefreies Leben für die betroffene Katze.
FIV wird hauptsächlich durch Bissverletzungen übertragen – Freigänger-Kater gelten als Risikogruppe.
Ursachen, Übertragungswege und Risikofaktoren einer FIV-Infektion
Das Feline Immunschwächevirus (FIV), der offizielle Name für das sogenannte Katzenaids, gehört zur Familie der Retroviren, genauer zur Untergruppe der Lentiviren. Der Name ‘FIV’ steht für das Feline Immunschwächevirus und ist auch als Katzenaids bekannt. Es ist ausschließlich bei Katzen nachweisbar und ähnelt in seinem Aufbau dem menschlichen HI-Virus.
Die Infektion mit FIV ist die Ursache für Katzenaids, das durch das Feline Immunschwächevirus ausgelöst wird. Der Erreger ist ein Retrovirus, das das Immunsystem der Katze angreift, indem es die weißen Blutkörperchen infiziert. Viren wie das Feline Immunschwächevirus schwächen so die Abwehrkräfte des Tieres. Die Ansteckung erfolgt nicht zufällig, sondern über ganz bestimmte Verhaltensweisen und Risikokonstellationen. Besonders gefährdet sind nicht kastrierte Kater mit Zugang ins Freie – denn das Virus wird fast ausschließlich über blutige Bisswunden weitergegeben. Bisse bei Revierkämpfen sind der Hauptübertragungsweg, wobei insbesondere unkastrierte Katzen durch Bissverletzungen gefährdet sind. Nicht nur Freigänger, sondern auch Hauskatzen können von FIV betroffen sein.
Der wichtigste Übertragungsweg von FIV ist der direkte Kontakt mit infektiösem Speichel – insbesondere über tiefe Bissverletzungen bei Revierkämpfen. Da männliche, nicht kastrierte Freigängerkater ein ausgeprägtes Territorialverhalten zeigen und häufiger in aggressive Auseinandersetzungen mit Artgenossen verwickelt sind, gelten sie als Hauptrisikogruppe für eine FIV-Infektion. Bissen bei Kämpfen stellen ein besonderes Risiko für die Infektion mit FIV dar, daher sollte nach Bisswunden immer eine tierärztliche Untersuchung und ggf. ein Test erfolgen. Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ist bei solchen Bisswunden deutlich erhöht, da das Virus im Speichel in hoher Konzentration vorliegt und durch die Verletzung direkt in den Blutkreislauf gelangt. Das Virus kann über Blut und andere Körperflüssigkeiten wie Speichel übertragen werden. Bluttransfusionen von FIV-positiven Tieren stellen eine seltene, aber mögliche Übertragungsart dar. Auch der Deckakt ist ein weiterer, wenn auch seltener, Übertragungsweg, insbesondere bei unkastrierten Katzen. Das Virus überlebt außerhalb des Katzenkörpers nur sehr kurz.
Andere Übertragungswege wie die Ansteckung über das gemeinsame Fressen oder Putzen sind unter normalen Bedingungen sehr unwahrscheinlich, da das Virus außerhalb des Körpers nur sehr kurz überlebt. Auch die Übertragung über die Mutter auf die Welpen (vertikale Transmission) ist zwar möglich, kommt aber selten vor und betrifft vor allem trächtige, infizierte Katzen in der akuten Krankheitsphase.
Ein erhöhtes Risiko besteht außerdem in Mehrkatzenhaushalten mit häufigen Rangordnungskämpfen oder in Tierheimen mit unkontrollierter Gruppenhaltung. Hier ist die regelmäßige Testung auf FIV ebenso wichtig wie eine durchdachte Zusammenstellung der Gruppen. Die Gesundheit des Tieres sollte durch eine stressfreie Umgebung und gute Pflege unterstützt werden. Wohnungskatzen ohne Kontakt zu Artgenossen sind dagegen kaum gefährdet – insbesondere, wenn sie kastriert sind und nie im Freigang gelebt haben.
Ein positiver FIV-Test muss stets tierärztlich abgesichert und richtig eingeordnet werden.
Ablauf, Testmethoden und Besonderheiten bei der FIV-Diagnose
Die Diagnose einer FIV-Infektion erfolgt durch spezifische Bluttests beim Tierarzt. Eine Blutuntersuchung ist notwendig, um FIV sicher nachzuweisen. Da die Infektion über Jahre symptomfrei verlaufen kann, werden viele Katzen zufällig bei Routineuntersuchungen oder vor Eingliederung in einen Haushalt getestet. Die Interpretation des Testergebnisses erfordert Erfahrung – falsch-positive oder falsch-negative Ergebnisse sind insbesondere bei Jungtieren und in frühen Infektionsphasen möglich. Ein strukturierter Ablauf beim Tierarzt hilft, die Infektion sicher zu erkennen und weitere Schritte sinnvoll zu planen.
Für die Diagnostik von FIV stehen verschiedene Testverfahren zur Verfügung, die alle auf dem Nachweis von Antikörpern gegen das Virus basieren. In der Praxis kommt meist ein sogenannter ELISA-Schnelltest zum Einsatz, der aus einer Blutprobe gewonnen wird und innerhalb kurzer Zeit ein erstes Ergebnis liefert. Eine Blutuntersuchung hilft dem Tierarzt, die Infektion zu erkennen und die richtige Diagnose zu stellen. Fällt dieser Test positiv aus, wird zur Absicherung häufig ein Western Blot oder ein PCR-Test veranlasst, um die Infektion eindeutig zu bestätigen.
Wichtig ist: Ein positives Ergebnis bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Katze bereits erkrankt ist. Wenn eine Katze als FIV positiv gilt, bedeutet das, dass sie mit dem Feline Immundefizienz-Virus infiziert ist und das Virus im Körper nachgewiesen wurde. Viele Tiere befinden sich jahrelang in der asymptomatischen Phase und zeigen keinerlei Krankheitsanzeichen. Deshalb wird nach einem positiven Test empfohlen, den allgemeinen Gesundheitszustand der Katze umfassend zu prüfen – insbesondere durch ein vollständiges Blutbild, die Kontrolle der Lymphknoten, gegebenenfalls ein Röntgen- oder Ultraschallbild zur Beurteilung innerer Organe.
Bei Jungtieren ist besondere Vorsicht geboten: Hier können mütterliche Antikörper für ein falsch-positives Testergebnis sorgen, obwohl keine tatsächliche Infektion vorliegt. In solchen Fällen sollte der Test frühestens im Alter von sechs Monaten wiederholt werden.
Ein FIV-Test ist auch dann sinnvoll, wenn:
eine Katze aus dem Auslandstierschutz oder Tierheim aufgenommen wird,
die Katze häufig in Kämpfe verwickelt ist,
es zu unerklärlichen Symptomen kommt (z. B. Zahnfleischentzündungen, Fieber, Abgeschlagenheit),
oder eine neue Katze in einen bestehenden Haushalt integriert werden soll.
Bei der weiteren Diagnostik werden bei der Blutuntersuchung insbesondere die weißen Blutkörperchen (Leukozyten), darunter Lymphozyten und andere Immunzellen, beurteilt. Das Feline Immundefizienz-Virus greift gezielt die Zellen des Immunsystems, insbesondere die Lymphozyten und andere Immunzellen, an und schwächt so die Abwehr der Katze.
Die endgültige Diagnose sollte immer in Verbindung mit einer ausführlichen Anamnese und tierärztlichen Untersuchung erfolgen. Bei positivem Nachweis empfiehlt sich ein individueller Betreuungsplan zur regelmäßigen Kontrolle und Stärkung des Immunsystems.
Eine Katzenversicherung schützt nur, wenn sie vor der FIV-Erkrankung abgeschlossen wurde.
So sichern Sie sich rechtzeitig gegen hohe Behandlungskosten ab
Ein positiver FIV-Befund verändert die gesundheitliche Situation Ihrer Katze dauerhaft – und schließt den späteren Abschluss vieler Versicherungen automatisch aus. Denn Katzenkrankenversicherungen und OP-Versicherungen nehmen keine bereits erkrankten Tiere auf oder schließen bestehende Diagnosen vom Versicherungsschutz aus. Deshalb gilt: Wer seine Katze gegen hohe Tierarztkosten absichern möchte, sollte die Versicherung unbedingt vor dem ersten FIV-Test oder vor möglichen Symptomen abschließen. Besonders bei Freigängern lohnt sich frühzeitiges Handeln.
Die Katzenversicherung bietet eine breite Absicherung für Krankheit, Unfall und Vorsorge. Sie übernimmt viele ambulante und stationäre Leistungen. Wichtig ist, dass sie vor einer FIV-Diagnose abgeschlossen wird.
Ideal für alle, die ihre Katze dauerhaft absichern möchten. Übernimmt Behandlungskosten bei Infektionen, Operationen oder Folgeerkrankungen. Nur gültig bei Abschluss vor Auftreten erster Symptome.
Sinnvoller Basisschutz bei unerwarteten Operationen, etwa bei Tumoren oder schweren Entzündungen. Auch Zahnsanierungen nach FIV-Folgen können abgedeckt sein – vorausgesetzt, die Diagnose liegt noch nicht vor.
Mit der richtigen Betreuung ist ein langes, lebenswertes Katzenleben trotz FIV möglich.
Alltag, Lebensqualität und Prognose nach der FIV-Diagnose
Ein positiver FIV-Befund ist kein Todesurteil. Viele Katzen leben trotz Virusinfektion noch viele Jahre in guter gesundheitlicher Verfassung – vorausgesetzt, sie werden entsprechend betreut. Eine sorgfältige Pflege, die regelmäßige tierärztliche Kontrollen, eine ausgewogene Ernährung und eine stressfreie Umgebung umfasst, ist für FIV-positive Katzen besonders wichtig, um ihre Lebensqualität und Lebenserwartung zu verbessern.
Entscheidend ist dabei nicht nur die tierärztliche Versorgung, sondern auch ein angepasstes Lebensumfeld. Denn je stabiler das Immunsystem der Katze bleibt, desto geringer ist das Risiko für schwere Sekundärinfektionen oder ein frühzeitiges Fortschreiten der Erkrankung.
Nach einer bestätigten FIV-Diagnose sollte zunächst die Haltungsform überdacht werden. FIV-positive Katzen dürfen nicht mehr unkontrolliert in den Freigang, da sie einerseits andere Tiere anstecken könnten und andererseits selbst einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt wären. Idealerweise werden FIV-Katzen daher als Wohnungskatzen gehalten – entweder einzeln oder gemeinsam mit anderen FIV-positiven Artgenossen, sofern die Vergesellschaftung sozialverträglich ist. Die Umgebung des Tieres sollte dabei stressfrei und sicher gestaltet werden, um das Wohlbefinden und die Gesundheit der Katze mit FIV bestmöglich zu unterstützen.
Das Immunsystem der betroffenen Tiere bleibt durch das Virus dauerhaft geschwächt, auch wenn zunächst keine Symptome vorliegen. Um Infektionen und Entzündungen vorzubeugen, sind regelmäßige tierärztliche Kontrolluntersuchungen wichtig – idealerweise zweimal jährlich. Dabei sollten neben dem allgemeinen Gesundheitszustand insbesondere Blutwerte, Zähne, Haut und Lymphknoten beurteilt werden.
Die Prognose für FIV-Katzen hängt stark von der individuellen Konstitution, der Lebenssituation und der medizinischen Betreuung ab. Viele Tiere erreichen trotz Infektion ein annähernd normales Lebensalter, vor allem wenn sie frühzeitig diagnostiziert wurden und keine schwerwiegenden Folgeerkrankungen auftreten. Entscheidend ist ein stabiles Lebensumfeld mit möglichst wenig Stress, ausgewogener Ernährung, konsequenter Parasitenprophylaxe und einem belastbaren sozialen Gefüge.
Besonders bei älteren Katzen oder Tieren mit zusätzlicher Grunderkrankung (z. B. chronischer Zahnerkrankung oder FeLV-Koinfektion) kann die Lebenserwartung eingeschränkt sein. Dennoch ist in den meisten Fällen eine gute Lebensqualität über viele Jahre hinweg möglich – mit einem verlässlichen Betreuungskonzept, frühzeitigem Eingreifen bei Veränderungen und viel Geduld im Alltag.
Präzise Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Feline Immundefizienz-Virus
Was Sie schon immer über FIV wissen wollten
Kann ich mich als Mensch mit FIV anstecken?
Nein. FIV ist ausschließlich auf Katzen übertragbar und stellt keine Gefahr für Menschen, Hunde oder andere Tierarten dar. Es gibt keine Hinweise auf eine zoonotische Übertragung.
Darf meine FIV-positive Katze mit anderen Katzen zusammenleben?
Grundsätzlich ja – aber nur mit ebenfalls FIV-positiven Katzen oder in einem sehr stabilen sozialen Umfeld ohne Aggressionen. Bei möglichen Revierkämpfen oder gegenseitigem Beißen besteht Ansteckungsgefahr.
Wie sicher ist ein FIV-Test beim Tierarzt?
Schnelltests wie der ELISA sind sehr zuverlässig, können aber in Einzelfällen falsch-positive oder falsch-negative Ergebnisse liefern. Eine Bestätigung durch einen PCR- oder Western-Blot-Test wird empfohlen.
Ab welchem Alter kann eine Katze sicher auf FIV getestet werden?
Ab dem 6. Lebensmonat. Vorher können mütterliche Antikörper zu falsch-positiven Ergebnissen führen. Bei jüngeren Tieren sollte der Test später wiederholt werden.
Kann eine FIV-positive Katze geimpft werden?
Ja, allerdings mit Einschränkungen. Impfungen gegen andere Infektionskrankheiten (z. B. Katzenschnupfen, Katzenseuche) sind möglich, sollten aber individuell mit dem Tierarzt abgestimmt werden.
Gibt es eine Impfung gegen FIV in Deutschland?
Nein. In Europa ist keine zugelassene Impfung gegen FIV verfügbar. In den USA existiert ein Impfstoff, der in der EU jedoch nicht zugelassen ist.
Wie erkenne ich, dass die Erkrankung in die Spätphase übergeht?
Typische Anzeichen sind häufige Infekte, Gewichtsverlust, Schleimhautentzündungen, Zahnprobleme oder neurologische Auffälligkeiten. Eine engmaschige tierärztliche Begleitung ist dann besonders wichtig.
Muss ich meine FIV-positive Katze irgendwann einschläfern lassen?
Nicht automatisch. Solange die Katze eine gute Lebensqualität hat und keine schwerwiegenden Komplikationen auftreten, besteht kein Grund für eine Einschläferung. Viele FIV-Katzen leben viele Jahre stabil.
Was Tierarztkosten, Ernährung und verwandte Erkrankungen jetzt für Sie bedeuten
Mehr Orientierung für Halter von FIV-positiven Katzen
FIV beeinflusst nicht nur die Gesundheit Ihrer Katze, sondern auch die tierärztliche Versorgung und den Alltag im Zusammenleben. Hier finden Sie hilfreiche Informationen zur Gebührenordnung, zur richtigen Fütterung und zu weiteren Erkrankungen, die bei geschwächtem Immunsystem eine Rolle spielen können.
Die regelmäßige Kontrolle beim Tierarzt ist für FIV-positive Katzen besonders wichtig. Welche Kosten dabei entstehen können, regelt die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT).
Eine hochwertige, ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem und kann den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen. Gerade FIV-Katzen profitieren von leicht verdaulichem, nährstoffreichem Futter.
Weiterführende Informationen zu häufigen Erkrankungen und typischen Folgeproblemen.
So minimieren Sie das Infektionsrisiko und unterstützen junge wie ältere Katzen bestmöglich
Präventive Maßnahmen und altersabhängige Besonderheiten bei FIV
FIV ist bislang nicht heilbar – umso wichtiger ist die Vorbeugung. Ziel der Prävention ist es, eine Infektion mit FIV zu verhindern. Durch einfache Maßnahmen lässt sich das Infektionsrisiko deutlich senken, insbesondere bei jungen Freigängern. Gleichzeitig benötigen sowohl Katzenwelpen als auch ältere Tiere im Umgang mit FIV besondere Aufmerksamkeit. Während Jungtiere häufig unbemerkt infiziert werden, ist bei Senioren vor allem die Immunabwehr entscheidend für die Lebensqualität.
Die wirksamste Form der Vorbeugung gegen FIV ist die Vermeidung von Bisskontakten – und damit verbunden die Kastration. Kastrierte Katzen, vor allem Kater, zeigen weniger Revierverhalten und neigen seltener zu aggressiven Auseinandersetzungen mit Artgenossen. Zusätzlich sollte auf unkontrollierten Freigang möglichst verzichtet werden – insbesondere in Gebieten mit hoher Katzendichte oder bekannten FIV-Fällen. Die reine Wohnungshaltung ist nach wie vor die sicherste Option zur Verhinderung einer Ansteckung.
Bei jungen Katzen ist besondere Vorsicht geboten: Kätzchen aus dem Tierschutz oder aus Streunerkolonien sollten erst ab dem 6. Lebensmonat getestet werden, da zuvor vorhandene mütterliche Antikörper zu falsch-positiven Ergebnissen führen können. Eine Wiederholung des Tests zu einem späteren Zeitpunkt ist hier zwingend erforderlich. Wird eine Infektion früh erkannt, lässt sich das Leben der Katze durch eine angepasste Haltung und tierärztliche Betreuung langfristig stabil gestalten.
Ältere Katzen benötigen dagegen einen besonders achtsamen Umgang, da das Immunsystem mit dem Alter ohnehin weniger leistungsfähig ist. Eine FIV-Infektion kann bei ihnen schneller in die aktive Phase übergehen oder von schwerwiegenden Begleiterkrankungen begleitet sein – etwa Niereninsuffizienz, Zahnprobleme oder chronische Entzündungen. Regelmäßige Gesundheitschecks, stressfreie Haltung, hochwertige Ernährung und gezielte Immununterstützung sind deshalb essenziell, um auch betagten FIV-Katzen ein gutes Leben zu ermöglichen.
Wichtig zu wissen: Eine Impfung gegen FIV ist in Europa nicht zugelassen – der in den USA erhältliche Impfstoff bietet zudem keinen vollständigen Schutz und wird in Deutschland nicht verwendet. Umso entscheidender ist es, mögliche Risikofaktoren zu minimieren und das eigene Tier regelmäßig auf Infektionskrankheiten testen zu lassen.
Zusammenfassung
FIV – das Feline Immundefizienz-Virus – ist eine chronische Virusinfektion, die das Immunsystem von Katzen dauerhaft schwächt. Übertragen wird das Virus hauptsächlich durch Bissverletzungen, weshalb vor allem unkastrierte Freigängerkater gefährdet sind. Die Krankheit verläuft in mehreren Phasen und bleibt oft über Jahre symptomfrei, bevor typische Folgeerkrankungen auftreten.
Eine Heilung ist nicht möglich, aber mit angepasster Haltung, regelmäßiger tierärztlicher Betreuung und stressarmer Umgebung können betroffene Katzen ein langes, weitgehend beschwerdefreies Leben führen. Wichtig ist, eine Kranken- oder OP-Versicherung vor der Diagnose abzuschließen, da eine FIV-Infektion danach vom Versicherungsschutz ausgeschlossen ist. Eine Impfung ist in Europa derzeit nicht verfügbar – umso wichtiger sind Prävention und Aufklärung.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Lebenserwartung bei FIV-Katzen?
Viele FIV-positive Katzen leben – bei guter Betreuung – 8 bis 12 Jahre oder sogar länger. Die Lebenserwartung hängt stark von Haltung, Begleiterkrankungen und dem Immunsystem ab.
Wie häufig kommt FIV bei Katzen in Deutschland vor?
Die Infektionsrate liegt je nach Region und Katzenpopulation bei 2 bis 10 %. Höhere Zahlen werden bei Streunern und unkastrierten Freigängern beobachtet.
Kann FIV auch durch Kratzen oder gemeinsames Fressen übertragen werden?
Nein. FIV wird fast ausschließlich über tiefe Bisswunden weitergegeben. Die Ansteckung über gemeinsame Näpfe oder das Putzen ist unter normalen Bedingungen extrem unwahrscheinlich.
Wird bei Tierheimkatzen automatisch ein FIV-Test gemacht?
In vielen Tierheimen ja – vor allem bei erwachsenen Katzen und Tieren mit unbekannter Herkunft. Ein aktueller Test ist Voraussetzung für die Vergesellschaftung oder Vermittlung.