Pfle­ge­ver­si­che­rung: Leis­tun­gen ver­ste­hen, pri­vat sinn­voll ergän­zen

Wir erklä­ren, was die Pfle­ge­kas­se zahlt und ver­glei­chen pas­sen­de Pfle­ge­zu­satz-Tari­fe für Ihre Situa­ti­on.

Junge Pflegerin umarmt lächelnde Seniorin an einem Tisch, warmherzige Pflegesituation in häuslicher Umgebung

Was die Pfle­ge­ver­si­che­rung leis­tet und wo die Pfle­ge­lü­cke ent­steht

Pfle­ge­be­dürf­tig­keit kann durch Alter, Krank­heit oder einen Unfall plötz­lich zum The­ma wer­den und dann zählt vor allem eines: Klar­heit. Die gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung über­nimmt Leis­tun­gen je nach Pfle­ge­grad, aber sie deckt in vie­len Fäl­len nicht alle tat­säch­li­chen Kos­ten, zum Bei­spiel bei ambu­lan­ter Unter­stüt­zung oder im Pfle­ge­heim. Für Fami­li­en bedeu­tet das oft orga­ni­sa­to­ri­schen Druck und finan­zi­el­le Ent­schei­dun­gen unter Zeit­stress.

Auf die­ser Sei­te zei­gen wir ver­ständ­lich, wel­che Leis­tun­gen Sie aus der Pfle­ge­ver­si­che­rung erwar­ten kön­nen, wel­che typi­schen Eigen­an­tei­le ent­ste­hen und wel­che pri­va­ten Ergän­zun­gen es grund­sätz­lich gibt. Dabei geht es nicht um „mehr Ver­si­che­rung“, son­dern um sinn­vol­le Prio­ri­tä­ten, rea­lis­ti­sche Kos­ten und sau­be­re Tarif­be­din­gun­gen, damit Sie spä­ter kei­ne Über­ra­schun­gen erle­ben.

Inhalts­ver­zeich­nis
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Das Wich­tigs­te im Über­blick

Gesetz­lich abge­si­chert, pri­vat sinn­voll ergän­zen

War­um ist eine Pfle­ge­ver­si­che­rung sinn­voll?

Wenn Pfle­ge­be­dürf­tig­keit ein­tritt, zählt nicht nur die Orga­ni­sa­ti­on, son­dern auch die Finan­zie­rung. Die gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung hilft je nach Pfle­ge­grad, deckt aber oft nicht alle Kos­ten. Pri­va­te Pfle­ge­vor­sor­ge kann die Lücke abfe­dern, wenn der Eigen­an­teil sonst zur Belas­tung wird. In den Tabs sehen Sie die Unter­schie­de klar getrennt.

Die gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung ist Pflicht­schutz und gehört zur Sozi­al­ver­si­che­rung. Sie unter­stützt bei Pfle­ge­be­dürf­tig­keit mit fes­ten Leis­tun­gen, die sich nach Pfle­ge­grad und Art der Ver­sor­gung rich­ten, also ob Pfle­ge zu Hau­se oder sta­tio­när erfolgt. Wich­tig ist die Grund­lo­gik: Die Pfle­ge­kas­se ist eine Teil­leis­tungs­ver­si­che­rung. Das bedeu­tet, sie über­nimmt nicht auto­ma­tisch alle tat­säch­li­chen Kos­ten, son­dern leis­tet im Rah­men gesetz­li­cher Vor­ga­ben.

In der Pra­xis ent­ste­hen des­halb häu­fig zusätz­li­che Aus­ga­ben, zum Bei­spiel für Unter­kunft und Ver­pfle­gung im Heim, für wei­te­re Betreu­ungs­leis­tun­gen oder für orga­ni­sa­to­ri­sche Unter­stüt­zung im All­tag. Gera­de die­se Eigen­an­tei­le sind der Punkt, der vie­le Fami­li­en über­rascht, weil die Gesamt­kos­ten je nach Situa­ti­on stark vari­ie­ren kön­nen. Wenn Sie die pri­va­te Ergän­zung dazu direkt ein­ord­nen möch­ten, fin­den Sie die wich­tigs­ten Model­le im Über­blick in unse­rer Sei­te zur Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung.

Typi­sche Gren­zen der gesetz­li­chen Pfle­ge­ver­si­che­rung (kurz erklärt):

  • Leis­tun­gen sind an Pfle­ge­grad und Ver­sor­gungs­form gebun­den

  • Nicht alle Kos­ten­po­si­tio­nen wer­den voll­stän­dig über­nom­men

  • Eigen­an­tei­le und Zusatz­kos­ten kön­nen schnell spür­bar wer­den

  • Der tat­säch­li­che finan­zi­el­le Bedarf hängt stark vom indi­vi­du­el­len Pfle­ge­fall ab

Pri­va­te Pfle­ge­vor­sor­ge ergänzt die gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung gezielt. Ziel ist nicht „mehr Leis­tun­gen um jeden Preis“, son­dern eine Absi­che­rung gegen die Pfle­ge­lü­cke, die ent­ste­hen kann, wenn Eigen­an­tei­le dau­er­haft gezahlt wer­den müs­sen. Je nach Tarif­art funk­tio­niert das unter­schied­lich:

  • Pfle­ge­ta­ge­geld: Sie erhal­ten bei Pfle­ge­be­dürf­tig­keit einen ver­ein­bar­ten Tages­satz. Das Geld ist in vie­len Tari­fen frei ver­wend­bar und kann zum Bei­spiel für Unter­stüt­zung zu Hau­se, Ent­las­tung der Ange­hö­ri­gen oder zusätz­li­che Betreu­ung genutzt wer­den.

  • Pfle­ger­en­te oder Pfle­ge­kos­ten­ver­si­che­rung: Je nach Modell wer­den fes­te Ren­ten­leis­tun­gen gezahlt oder Kos­ten antei­lig erstat­tet. Wel­che Vari­an­te passt, hängt davon ab, wie plan­bar Ihre Absi­che­rung sein soll und wie fle­xi­bel Sie die Mit­tel nut­zen möch­ten.

Wich­tig für die Pra­xis: Bei pri­va­ten Tari­fen ent­schei­den Details wie Gesund­heits­fra­gen, Leis­tungs­aus­lö­ser (Pfle­ge­grad), mög­li­che War­te­zei­ten, Dyna­mi­ken und die lang­fris­ti­ge Bezahl­bar­keit. Genau hier unter­schei­den sich Tari­fe deut­lich, auch wenn sie auf den ers­ten Blick ähn­lich wir­ken.

Wann pri­va­te Vor­sor­ge beson­ders rele­vant ist:

  • wenn Sie Eigen­an­tei­le nicht aus Rück­la­gen finan­zie­ren möch­ten

  • wenn Ange­hö­ri­ge im Pfle­ge­fall finan­zi­ell ent­las­tet wer­den sol­len

  • wenn Sie fle­xi­bel blei­ben möch­ten, ob Pfle­ge zu Hau­se oder sta­tio­när orga­ni­siert wird

  • wenn Sie früh­zei­tig Klar­heit über Kos­ten­ri­si­ken schaf­fen möch­ten

Wel­che Leis­tun­gen erhal­ten Sie und wo ent­ste­hen Kos­ten?

Leis­tun­gen der Pfle­ge­ver­si­che­rung

Die Pfle­ge­ver­si­che­rung hilft im Pfle­ge­fall spür­bar, sie über­nimmt aber nicht auto­ma­tisch alle Kos­ten, die im All­tag oder im Pfle­ge­heim tat­säch­lich anfal­len. Ent­schei­dend sind vor allem der aner­kann­te Pfle­ge­grad und die Fra­ge, ob die Ver­sor­gung zu Hau­se oder sta­tio­när erfolgt. Genau hier ent­ste­hen Miss­ver­ständ­nis­se: Vie­le rech­nen mit einer voll­stän­di­gen Absi­che­rung, tat­säch­lich ist die gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung als Teil­leis­tungs­sys­tem auf­ge­baut. Damit Sie rea­lis­tisch pla­nen kön­nen, fin­den Sie hier die wich­tigs­ten Leis­tungs­bau­stei­ne und die typi­schen Kos­ten­stel­len, die häu­fig als Eigen­an­teil übrig blei­ben.

Die Leis­tun­gen der gesetz­li­chen Pfle­ge­ver­si­che­rung rich­ten sich nach dem Pfle­ge­grad, der nach einer Begut­ach­tung durch den Medi­zi­ni­schen Dienst fest­ge­stellt wird. Je höher der Pfle­ge­grad, des­to höher fal­len die mög­li­chen Leis­tun­gen aus. Seit dem 1. Janu­ar 2025 wur­den vie­le Leis­tungs­be­trä­ge zudem um 4,5 Pro­zent ange­ho­ben.

Wich­tig ist trotz­dem die Grund­lo­gik: Die Pfle­ge­kas­se zahlt in vie­len Berei­chen nur bis zu fest defi­nier­ten Beträ­gen oder in pau­scha­len Leis­tungs­bau­stei­nen. Bei sta­tio­nä­rer Pfle­ge im Heim kommt hin­zu, dass Bewoh­ne­rin­nen und Bewoh­ner in der Regel auch Kos­ten für Unter­kunft und Ver­pfle­gung sowie Inves­ti­ti­ons­kos­ten tra­gen müs­sen. Dadurch ent­steht selbst nach Abzug von Zuschüs­sen häu­fig ein spür­ba­rer Eigen­an­teil. Im Bun­des­durch­schnitt lag die­ser Eigen­an­teil im ers­ten Auf­ent­halts­jahr Anfang 2025 bei rund 2.984 Euro pro Monat, regio­nal kann das deut­lich abwei­chen.

Die­se Leis­tun­gen sind in der Pfle­ge­ver­si­che­rung typisch (je nach Pfle­ge­grad und Ver­sor­gung):

  • Pfle­ge­geld, wenn die Pfle­ge zu Hau­se über­wie­gend durch Ange­hö­ri­ge oder Pri­vat­per­so­nen orga­ni­siert wird

  • Pfle­ge­sach­leis­tun­gen, wenn ein ambu­lan­ter Pfle­ge­dienst die Ver­sor­gung über­nimmt

  • Ent­las­tungs­be­trag, der für bestimm­te Ent­las­tungs- und Betreu­ungs­leis­tun­gen genutzt wer­den kann (Stand 2025: bis zu 131 Euro monat­lich)

  • Tages- und Nacht­pfle­ge sowie Kurz­zeit­pfle­ge und Ver­hin­de­rungs­pfle­ge als Unter­stüt­zung bei Aus­fäl­len oder Ent­las­tungs­si­tua­tio­nen

  • Pfle­ge­hilfs­mit­tel und Zuschüs­se für bestimm­te Anpas­sun­gen im Wohn­um­feld, je nach Vor­aus­set­zun­gen

Was dabei häu­fig unter­schätzt wird: Nicht jede Kos­ten­po­si­ti­on ist auto­ma­tisch „Pfle­ge­leis­tung“. Gera­de bei sta­tio­nä­rer Pfle­ge machen Unter­kunft und Ver­pfle­gung sowie Inves­ti­ti­ons­kos­ten einen eige­nen Block aus, der nicht durch die Pfle­ge­kas­se in vol­ler Höhe ersetzt wird.

Wenn Sie im nächs­ten Schritt ver­ste­hen möch­ten, wel­che pri­va­ten Lösun­gen grund­sätz­lich dazu die­nen, sol­che Eigen­an­tei­le abzu­fe­dern, fin­den Sie die Ein­ord­nung auf der wei­ter­füh­ren­den Sei­te zur Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung.

Wel­che pri­va­te Pfle­ge­vor­sor­ge passt zu Ihnen und wie unter­schei­den sich die Model­le?

Kos­ten und Ver­gleich pri­va­ter Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­run­gen

Pri­va­te Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­run­gen unter­schei­den sich weni­ger über Schlag­wor­te, son­dern über Aus­zah­lung, Nach­wei­se, Fle­xi­bi­li­tät und die Fra­ge, wie frei Sie die Leis­tung im Pfle­ge­fall nut­zen kön­nen. In der Tabel­le sehen Sie die drei gän­gi­gen Model­le im direk­ten Ver­gleich. Für eine sau­be­re Ent­schei­dung zählt nicht nur der Bei­trag, son­dern auch, wie zuver­läs­sig der Tarif zur eige­nen Lebens­si­tua­ti­on passt.

Merk­mal Pfle­ge­ta­ge­geld­ver­si­che­rung Pfle­ger­en­ten­ver­si­che­rung Pfle­ge­kos­ten­ver­si­che­rung
Bei­trags­art Risi­ko­ab­si­che­rung (rei­ner Schutz) je nach Tarif risi­ko­ori­en­tiert oder kapi­tal­bil­dend Betei­li­gung an kon­kre­ten Kos­ten (pro­zen­tu­al)
Aus­zah­lung Monat­lich frei ver­füg­ba­res Tage­geld Monat­li­che Ren­te bei Pfle­ge­be­dürf­tig­keit Kos­ten­er­stat­tung nach Rech­nungs­prü­fung
Ver­wen­dung der Leis­tung Frei ver­wend­bar (z. B. für Lai­en­pfle­ge) Frei ver­wend­bar, auch für häus­li­che Pfle­ge Nur bei nach­ge­wie­se­nen pro­fes­sio­nel­len Leis­tun­gen
Büro­kra­tie Gering (Nach­weis Pfle­ge­grad, danach meist gerin­ge lau­fen­de Nach­wei­se) Gering Hoch (stän­di­ge Beleg­pflicht)
För­der­fä­hig (Pfle­ge-Bahr)
Fle­xi­bi­li­tät bei Bei­trä­gen Ein­ge­schränkt Oft fle­xi­ble Zah­lung / Ein­mal­bei­trag mög­lich Ein­ge­schränkt
Rück­kaufs­wert bei Kün­di­gung teil­wei­se, je nach Tarif
Ziel­grup­pe Per­so­nen mit klei­ne­rem Bud­get & Wunsch nach Sofort­schutz Jun­ge Men­schen mit Pla­nungs­si­cher­heit & lang­fris­ti­gem Auf­bau Men­schen, die gezielt Pfle­ge­heim­kos­ten absi­chern wol­len
Typi­scher Bei­trag (ab 2025) ab ca. 25 € (je nach Ein­tritts­al­ter & Pfle­ge­grad) ab ca. 40–60 € (höher durch Kapi­tal­an­teil) ab ca. 20 €, vari­iert stark je nach Deckung
Hin­weis: Die genann­ten Bei­trä­ge sind Richt­wer­te und kön­nen je nach Anbie­ter, Ein­tritts­al­ter und Leis­tungs­um­fang vari­ie­ren.

Wel­che Form sinn­voll ist, hängt vor allem von Ihrem Ziel ab: Möch­ten Sie eine frei ver­füg­ba­re Geld­leis­tung, um Kos­ten im All­tag abzu­fe­dern, oder lie­ber eine Erstat­tung kon­kre­ter Aus­ga­ben gegen Nach­wei­se?

Die Pfle­ge­ta­ge­geld­ver­si­che­rung ist häu­fig die prag­ma­tischs­te Lösung, weil die Leis­tung im Pfle­ge­fall als ver­ein­bar­ter Betrag aus­ge­zahlt wird und in vie­len Tari­fen fle­xi­bel genutzt wer­den kann. Das ist hilf­reich, wenn sich die Pfle­ge­or­ga­ni­sa­ti­on ver­än­dert oder Unter­stüt­zung im All­tag bezahlt wer­den soll.

Die Pfle­ger­en­ten­ver­si­che­rung kann eine sehr plan­ba­re Geld­leis­tung bie­ten. Je nach Tarif ist sie risi­ko­ori­en­tiert oder kapi­tal­bil­dend. Das wirkt sich auf Bei­trag, Kal­ku­la­ti­on und mög­li­che Wer­te bei Ver­trags­en­de oder Kün­di­gung aus. Ent­schei­dend ist hier der genaue Tarif­auf­bau und ob er lang­fris­tig bezahl­bar bleibt.

Die Pfle­ge­kos­ten­ver­si­che­rung erstat­tet in der Regel nur Kos­ten, die Sie nach­wei­sen kön­nen. Das kann sinn­voll sein, wenn Sie gezielt pro­fes­sio­nel­le Leis­tun­gen absi­chern möch­ten und mit dem zusätz­li­chen Ver­wal­tungs­auf­wand leben kön­nen.

Wich­tig ist unab­hän­gig vom Modell: Ach­ten Sie auf Gesund­heits­fra­gen, Leis­tungs­aus­lö­ser (Pfle­ge­grad), mög­li­che War­te­zei­ten, Dyna­mi­ken und kla­re Rege­lun­gen, wann und wie gezahlt wird. Der „rich­ti­ge“ Tarif ist der, der im Pfle­ge­fall ver­läss­lich leis­tet und den Sie über Jah­re rea­lis­tisch hal­ten kön­nen.

Wei­te­re The­men zur Pfle­ge­vor­sor­ge im Über­blick

Die­se Pfle­ge­ver­si­che­run­gen könn­ten Sie auch inter­es­sie­ren

Pfle­ge­vor­sor­ge ist sel­ten „ein Tarif und fer­tig“. Je nach Lebens­si­tua­ti­on kann es sinn­voll sein, sich einen Bau­stein genau­er anzu­se­hen, der die Pfle­ge­lü­cke gezielt abfe­dert oder bestimm­te Vor­aus­set­zun­gen bes­ser abdeckt. Die fol­gen­den The­men hel­fen Ihnen, die wich­tigs­ten Optio­nen zu unter­schei­den und schnel­ler zur pas­sen­den Lösung zu kom­men.

Junger Mann zeigt älterem Vater etwas am Smartphone, beide lachen und wirken vertraut und gut gelaunt
Pfle­ge-Bahr

Der Pfle­ge-Bahr ist eine staat­lich geför­der­te Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung. Er kann beson­ders dann inter­es­sant sein, wenn die Gesund­heits­prü­fung bei klas­si­schen Tari­fen schwie­rig ist. Wich­tig ist aber: Die För­de­rung ersetzt kei­ne star­ke Leis­tung, prü­fen Sie daher genau, wie hoch die Aus­zah­lung im Pfle­ge­fall wirk­lich ist.

Seniorengruppe sitzt lachend an einem Gartentisch, eine Pflegekraft macht ein gemeinsames Selfie mit dem Smartphone
Pfle­ge­zu­satz­ver­si­che­rung

Hier fin­den Sie den Gesamt­über­blick über pri­va­te Pfle­ge­vor­sor­ge. Sie erfah­ren, wel­che Tarif­ar­ten es gibt, wie Leis­tun­gen typi­scher­wei­se aus­ge­löst wer­den (zum Bei­spiel über Pfle­ge­gra­de) und wor­auf Sie bei Bedin­gun­gen, War­te­zei­ten und Bei­trags­sprün­gen ach­ten soll­ten.

Vier ältere Menschen lachen gemeinsam im Freien und gehen Arm in Arm, gepflegte Umgebung im Hintergrund
Pfle­ge­ta­ge­geld

Pfle­ge­ta­ge­geld zahlt im Pfle­ge­fall einen ver­ein­bar­ten Geld­be­trag. In vie­len Tari­fen ist die Leis­tung fle­xi­bel ein­setz­bar, zum Bei­spiel für Unter­stüt­zung zu Hau­se, zusätz­li­che Betreu­ung oder Ent­las­tung der Ange­hö­ri­gen. Ent­schei­dend sind Pfle­ge­grad-Staf­fe­lung, Gesund­heits­fra­gen und die lang­fris­ti­ge Bei­trags­ent­wick­lung.

Wel­che Pfle­ge­form passt zu Ihnen, zu Hau­se oder im Heim?

Pfle­ge­for­men im Ver­gleich: zu Hau­se oder im Heim?

Pfle­ge ist nicht gleich Pfle­ge. Man­che Men­schen möch­ten so lan­ge wie mög­lich in der eige­nen Woh­nung blei­ben, ande­re brau­chen früh pro­fes­sio­nel­le Unter­stüt­zung oder ent­schei­den sich für eine Ein­rich­tung. Jede Pfle­ge­form hat eige­ne Anfor­de­run­gen an All­tag, Fami­lie und Finan­zie­rung.

Dazu kommt: Die gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung hilft, aber die Leis­tun­gen wir­ken je nach Pfle­ge­form unter­schied­lich, und es blei­ben oft Kos­ten, die pri­vat orga­ni­siert wer­den müs­sen. In die­sem Abschnitt bekom­men Sie einen kla­ren Über­blick, was die wich­tigs­ten Pfle­ge­for­men prak­tisch bedeu­ten, wo typi­scher­wei­se Kos­ten ent­ste­hen und wor­auf Sie bei der Ent­schei­dung ach­ten soll­ten.

Für die Aus­wahl ist weni­ger die Theo­rie wich­tig, son­dern Ihr kon­kre­ter All­tag: Gibt es Ange­hö­ri­ge, die unter­stüt­zen kön­nen, wie belast­bar ist das Umfeld, wie gut ist die Ver­sor­gung vor Ort, und wie viel Pla­nungs­si­cher­heit brau­chen Sie finan­zi­ell. Die Tabel­le ord­net die Pfle­ge­for­men so, dass Sie die Unter­schie­de schnell sehen.

Pfle­ge­form Beschrei­bung Typi­sche Kos­ten Beson­der­hei­ten
Ambu­lan­te Pfle­ge Unter­stüt­zung zu Hau­se durch einen Pfle­ge­dienst, häu­fig in Kom­bi­na­ti­on mit Ange­hö­ri­gen. Gut, wenn pro­fes­sio­nel­le Hil­fe punk­tu­ell oder regel­mä­ßig benö­tigt wird. Mit­tel bis hoch Abhän­gig von Umfang, Regi­on, Eigen­an­tei­len und Pfle­ge­grad. Fle­xi­bel im All­tag, erfor­dert Orga­ni­sa­ti­on und Abstim­mung (Dienst, Zei­ten, Leis­tun­gen).
Häus­li­che Pfle­ge Pfle­ge zu Hau­se über­wie­gend durch Ange­hö­ri­ge oder pri­vat orga­ni­sier­te Hil­fe. Kann ergänzt wer­den durch Ent­las­tungs­an­ge­bo­te oder ein­zel­ne Diens­te. Eher nied­rig bis mit­tel Oft ent­ste­hen indi­rek­te Kos­ten (Zeit­auf­wand, Aus­fäl­le, Zusatz­hil­fe). Hohe Belas­tung für Ange­hö­ri­ge mög­lich. Aus­zei­ten und Ent­las­tung früh mit­den­ken.
Teil­sta­tio­nä­re Pfle­ge Tages- oder Nacht­pfle­ge in einer Ein­rich­tung, ansons­ten Ver­sor­gung zu Hau­se. Sinn­voll zur Ent­las­tung, wenn Betreu­ung tags­über oder nachts nötig wird. Mit­tel Je nach Nut­zung, Zuzah­lun­gen und indi­vi­du­el­ler Situa­ti­on. Ent­las­tet Fami­li­en, lässt sich häu­fig mit häus­li­cher Pfle­ge kom­bi­nie­ren.
Sta­tio­nä­re Pfle­ge Voll­sta­tio­nä­re Ver­sor­gung im Pfle­ge­heim mit Betreu­ung rund um die Uhr. Opti­on, wenn Pfle­ge zu Hau­se dau­er­haft nicht mehr umsetz­bar ist. Hoch Eigen­an­tei­le sind häu­fig der zen­tra­le Kos­ten­trei­ber, regio­nal unter­schied­lich. Pro­fes­sio­nel­le Ver­sor­gung, dafür meist höhe­re lau­fen­de Eigen­kos­ten und weni­ger Fle­xi­bi­li­tät.
Hin­weis: Die Kos­ten vari­ie­ren je nach Regi­on, Pfle­ge­grad, Leis­tungs­um­fang und indi­vi­du­el­ler Situa­ti­on. Die Ein­ord­nung zeigt Ten­den­zen, kei­ne Fix­be­trä­ge.

In der Pra­xis ent­steht die größ­te Unsi­cher­heit oft bei den lau­fen­den Eigen­an­tei­len. Zu Hau­se ist Pfle­ge häu­fig bes­ser plan­bar, solan­ge Ange­hö­ri­ge oder ein sta­bi­les Netz­werk vor­han­den sind. Gleich­zei­tig kann die Belas­tung für die Fami­lie schnell stei­gen, kör­per­lich, men­tal und orga­ni­sa­to­risch. Teil­sta­tio­nä­re Ange­bo­te wie Tages­pfle­ge kön­nen hier spür­bar ent­las­ten, ohne dass sofort ein Umzug nötig wird.

Bei sta­tio­nä­rer Pfle­ge ist der Vor­teil die dau­er­haf­te pro­fes­sio­nel­le Betreu­ung. Der Nach­teil sind meist höhe­re monat­li­che Gesamt­kos­ten, weil neben der Pfle­ge auch wei­te­re Bestand­tei­le wie Unter­kunft, Ver­pfle­gung und ein Teil der Ein­rich­tungs­kos­ten finan­ziert wer­den müs­sen. Genau des­halb ist es sinn­voll, die Pfle­ge­form nicht nur nach dem Wunsch­bild aus­zu­wäh­len, son­dern auch danach, was lang­fris­tig mach­bar ist.

Wenn Sie pri­va­te Pfle­ge­vor­sor­ge in die­sem Zusam­men­hang dar­stel­len, for­mu­lie­ren Sie es bit­te nicht als „bes­te Lösung“, son­dern als pas­sen­de Ergän­zung je nach Ziel: Pfle­ge­ta­ge­geld kann finan­zi­el­le Fle­xi­bi­li­tät geben, eine Pfle­ge­kos­ten­ver­si­che­rung kann bei nach­ge­wie­se­nen Aus­ga­ben grei­fen, eine Pfle­ger­en­te kann plan­ba­re Zah­lun­gen bie­ten. Wel­che Vari­an­te passt, hängt davon ab, ob Sie fle­xi­ble Mit­tel oder eine stär­ker zweck­ge­bun­de­ne Erstat­tung bevor­zu­gen.

Ant­wor­ten auf Fra­gen, die sich vie­le zu spät stel­len

Was Sie schon immer über Pfle­ge­ver­si­che­run­gen wis­sen woll­ten

Je frü­her Sie sich küm­mern, des­to ein­fa­cher ist es meist beim Abschluss, weil Gesund­heits­fra­gen eine Rol­le spie­len kön­nen und Bei­trä­ge im jün­ge­ren Alter oft güns­ti­ger sind. Sinn­voll ist der Abschluss, solan­ge Sie noch gesund sind und die Absi­che­rung lang­fris­tig bezahl­bar bleibt. Wer war­tet, bis ers­te Erkran­kun­gen da sind, bekommt nicht sel­ten schlech­te­re Kon­di­tio­nen oder wird abge­lehnt.

Ja. Pfle­ge­be­dürf­tig­keit ent­steht nicht nur im hohen Alter. Unfäl­le, schwe­re Erkran­kun­gen oder neu­ro­lo­gi­sche Ein­schrän­kun­gen kön­nen auch jün­ge­re Men­schen tref­fen. Gera­de des­halb kann es sinn­voll sein, das Risi­ko früh ein­zu­ord­nen und nicht erst dann zu han­deln, wenn sich gesund­heit­lich bereits etwas ver­än­dert hat.

Die gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung hilft, aber sie deckt in der Regel nur einen Teil der tat­säch­li­chen Pfle­ge­kos­ten. Wel­che Leis­tun­gen Sie erhal­ten, hängt vom Pfle­ge­grad und von der Pfle­ge­form ab, also ob die Pfle­ge zu Hau­se, teil­sta­tio­när oder im Heim erfolgt. Häu­fig blei­ben Eigen­an­tei­le und Zusatz­kos­ten übrig, die pri­vat finan­ziert wer­den müs­sen.

Das hängt von Ihrem Ziel ab. Pfle­ge­ta­ge­geld bie­tet oft fle­xi­ble Geld­leis­tun­gen, die Sie je nach Bedarf ein­set­zen kön­nen. Pfle­ger­en­te kann plan­ba­re, lang­fris­ti­ge Zah­lun­gen ermög­li­chen, ist aber meist bei­trags­in­ten­si­ver. Pfle­ge­kos­ten­ver­si­che­run­gen erstat­ten häu­fig nur nach­ge­wie­se­ne Kos­ten, was mehr Nach­wei­se und Büro­kra­tie bedeu­ten kann. Ent­schei­dend sind Ihre Lebens­si­tua­ti­on, Ihr Bud­get und wie fle­xi­bel die Leis­tung sein soll.

Ja, es gibt Tari­fe, die mit ver­ein­fach­ten oder ohne Gesund­heits­fra­gen arbei­ten, zum Bei­spiel im Bereich geför­der­ter Model­le wie Pfle­ge-Bahr. Das kann bei Vor­er­kran­kun­gen hilf­reich sein. Aller­dings soll­ten Sie genau prü­fen, wie hoch die Leis­tung im Pfle­ge­fall tat­säch­lich ist und wel­che War­te­zei­ten oder Ein­schrän­kun­gen gel­ten.

In bestimm­ten Fäl­len kann das The­ma Eltern­un­ter­halt rele­vant wer­den, wenn Sozi­al­leis­tun­gen ein­ge­setzt wer­den müs­sen. Seit der gesetz­li­chen Neu­re­ge­lung wer­den Kin­der in der Regel erst ab einem bestimm­ten Jah­res­ein­kom­men zur Mit­fi­nan­zie­rung her­an­ge­zo­gen. Wich­tig ist: Es geht dabei um Ein­zel­fall­prü­fun­gen, die von der kon­kre­ten Situa­ti­on abhän­gen.

Das hängt stark davon ab, ob es um die gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung oder eine pri­va­te Zusatz­ver­si­che­rung geht und in wel­chem Land Sie leben. Bei pri­va­ten Tari­fen sind die Bedin­gun­gen sehr unter­schied­lich. Prü­fen Sie vor­ab, ob Leis­tun­gen im Aus­land erbracht wer­den, ob es Ein­schrän­kun­gen gibt und wie ein Leis­tungs­nach­weis aus­se­hen muss.

Vie­le Tari­fe haben War­te­zei­ten, bevor Leis­tun­gen gezahlt wer­den. Die Dau­er und Aus­nah­men unter­schei­den sich je nach Anbie­ter und Tarif­art. Häu­fig gibt es Rege­lun­gen, dass bei unfall­be­ding­ter Pfle­ge­be­dürf­tig­keit schnel­ler oder sofort geleis­tet wird. Maß­geb­lich sind immer die Tarif­be­din­gun­gen.

Dann sind Vor­sor­ge­instru­men­te wich­tig, unab­hän­gig von der Ver­si­che­rung: Vor­sor­ge­voll­macht, Betreu­ungs­ver­fü­gung und Pati­en­ten­ver­fü­gung. Ver­si­che­rungs­leis­tun­gen kön­nen zwar finan­zi­el­le Ent­las­tung brin­gen, aber sie erset­zen nicht die recht­li­che Hand­lungs­fä­hig­keit. Wer früh vor­sorgt, ver­hin­dert, dass Ent­schei­dun­gen im Ernst­fall unnö­tig kom­pli­ziert wer­den.

Eine Pfle­ger­en­ten­ver­si­che­rung kann je nach Tarif­kon­zept Bau­stei­ne ent­hal­ten, die eine Art Rück­kaufs­wert oder Kapi­tal­bil­dung ermög­li­chen. Das ist aber nicht auto­ma­tisch „Alters­vor­sor­ge“ im klas­si­schen Sinn. Für die Ent­schei­dung zählt, ob der Schwer­punkt auf Pfle­ge­ab­si­che­rung liegt und ob die Kos­ten, Leis­tun­gen und Fle­xi­bi­li­tät lang­fris­tig zu Ihren Zie­len pas­sen.

Das kann sinn­voll sein, wenn Sie mit dem Pfle­ge-Bahr eine Basis legen möch­ten, die auch bei Vor­er­kran­kun­gen mög­lich sein kann, und zusätz­lich einen leis­tungs­stär­ke­ren unge­för­der­ten Tarif ergän­zen. Ob das passt, hängt davon ab, ob sich Leis­tun­gen sinn­voll addie­ren, wie die Bedin­gun­gen zusam­men­spie­len und ob die Gesamt­bei­trä­ge dau­er­haft trag­bar sind.

Bei­trä­ge kön­nen grund­sätz­lich in den Bereich der Vor­sor­ge­auf­wen­dun­gen fal­len. Ob und in wel­cher Höhe sich das steu­er­lich aus­wirkt, hängt von Ihrer per­sön­li­chen Situa­ti­on und den bereits aus­ge­schöpf­ten Höchst­be­trä­gen ab. Für eine ver­bind­li­che Ein­ord­nung ist die Steu­er­be­ra­tung der rich­ti­ge Ansprech­part­ner.

Ergän­zen­de Absi­che­run­gen, die oft über­se­hen wer­den

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Pfle­ge ist häu­fig nicht das ein­zi­ge finan­zi­el­le Risi­ko im All­tag. Je nach Situa­ti­on spie­len auch Ein­kom­mens­aus­fäl­le, zusätz­li­che Gesund­heits­kos­ten oder die finan­zi­el­le Ent­las­tung der Fami­lie eine Rol­le. Die­se drei The­men sind kei­ne „Pfle­ge­ver­si­che­rung“, kön­nen aber in vie­len Fäl­len sinn­voll ergän­zen.

Gestresste Frau hält sich am Schreibtisch den Kopf, während ihr mehrere Aufgaben gleichzeitig zugeschoben werden
Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung

Wenn Sie dau­er­haft nicht mehr arbei­ten kön­nen, fehlt Ein­kom­men, oft lan­ge vor dem Ren­ten­al­ter. Eine Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rung kann die­se Lücke schlie­ßen. Für die Pla­nung wich­tig: Gesund­heits­fra­gen, Berufs­grup­pe und die pas­sen­de Höhe der BU-Ren­te.

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Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­rung

Kran­ken­zu­satz­ver­si­che­run­gen ergän­zen die gesetz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung, zum Bei­spiel bei Zahn, sta­tio­nä­ren Wahl­leis­tun­gen oder bestimm­ten ambu­lan­ten Extras. Für vie­le ist das sinn­voll, wenn Eigen­an­tei­le plan­bar redu­ziert wer­den sol­len, ohne das Sys­tem kom­plett zu wech­seln.

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Ster­be­geld­ver­si­che­rung

Beer­di­gungs­kos­ten kön­nen Ange­hö­ri­ge kurz­fris­tig finan­zi­ell belas­ten. Eine Ster­be­geld­ver­si­che­rung kann hel­fen, die­se Kos­ten plan­bar abzu­si­chern. Ach­ten Sie dabei beson­ders auf War­te­zei­ten, Bei­trags­hö­he und die tat­säch­li­che Leis­tung im Leis­tungs­fall.

Pfle­ge betrifft nicht nur Sie, son­dern auch Ihre Fami­lie

Pfle­ge­fall in der Fami­lie: Wer zahlt wirk­lich?

Wenn ein Eltern­teil, Part­ner oder Kind pfle­ge­be­dürf­tig wird, ist das emo­tio­nal belas­tend und oft auch finan­zi­ell. Vie­le unter­schät­zen, dass die Leis­tun­gen der Pfle­ge­ver­si­che­rung nicht alle Kos­ten abde­cken und dass die Finan­zie­rung im Ernst­fall meh­re­re Ebe­nen hat: eige­ne Mit­tel, Leis­tun­gen der Pfle­ge­kas­se und in bestimm­ten Fäl­len auch eine Betei­li­gung von Ange­hö­ri­gen. Damit Sie rea­lis­tisch pla­nen kön­nen, ord­nen wir die wich­tigs­ten Regeln und Ansprü­che ver­ständ­lich ein.

Grund­sätz­lich gilt: Zuerst wer­den die Leis­tun­gen der Pfle­ge­ver­si­che­rung sowie eige­nes Ein­kom­men und Ver­mö­gen der pfle­ge­be­dürf­ti­gen Per­son berück­sich­tigt. Reicht das nicht aus und es wer­den Sozi­al­leis­tun­gen benö­tigt, prüft das Sozi­al­amt im nächs­ten Schritt, ob unter­halts­pflich­ti­ge Ange­hö­ri­ge her­an­ge­zo­gen wer­den kön­nen.

Kin­der und Eltern­un­ter­halt: Seit 2020 wer­den Kin­der in der Sozi­al­hil­fe grund­sätz­lich erst dann zu Unter­halts­zah­lun­gen her­an­ge­zo­gen, wenn ihr Jah­res­brut­to­ein­kom­men über 100.000 Euro liegt.

Für die­se Gren­ze zählt das gesam­te Jah­res­brut­to­ein­kom­men, also nicht nur das Gehalt, son­dern auch wei­te­re Ein­künf­te (zum Bei­spiel aus Ver­mie­tung). Vor­han­de­nes Ver­mö­gen wird für die 100.000-Euro-Grenze nicht her­an­ge­zo­gen.
Wich­tig für die Pra­xis: Für die Prü­fung die­ser Gren­ze wird nur das Ein­kom­men des Kin­des betrach­tet, das Ein­kom­men des Ehe­part­ners wird hier­für nicht mit­ge­rech­net.

Liegt das Ein­kom­men über der Gren­ze, wird im Ein­zel­fall geprüft, ob und in wel­chem Umfang eine Betei­li­gung zumut­bar ist.

Rech­te für Ange­hö­ri­ge im Akut­fall: Neben der finan­zi­el­len Fra­ge ist oft die Orga­ni­sa­ti­on der Pfle­ge das eigent­li­che Pro­blem. In einer akut auf­tre­ten­den Pfle­ge­si­tua­ti­on dür­fen Beschäf­tig­te bis zu zehn Arbeits­ta­ge der Arbeit fern­blei­ben, um Pfle­ge zu orga­ni­sie­ren oder sicher­zu­stel­len.

Für die­se Zeit kann Pfle­ge­un­ter­stüt­zungs­geld als Lohn­er­satz­leis­tung bean­tragt wer­den. Seit 2024 gilt das pro Kalen­der­jahr für bis zu zehn Arbeits­ta­ge je pfle­ge­be­dürf­ti­ger Per­son.

Was bedeu­tet das unterm Strich: Pfle­ge kann schnell zur Fami­li­en­auf­ga­be wer­den, orga­ni­sa­to­risch und finan­zi­ell. Wer die Kos­ten­ri­si­ken redu­zie­ren und Eigen­an­tei­le plan­ba­rer machen möch­te, soll­te früh ver­ste­hen, wel­che pri­va­ten Ergän­zun­gen es gibt und wie sie im Pfle­ge­fall leis­ten.

Zusam­men­fas­sung

Die gesetz­li­che Pfle­ge­ver­si­che­rung reicht bei wei­tem nicht aus, um die tat­säch­li­chen Pfle­ge­kos­ten zu decken. Wer sta­tio­när oder ambu­lant ver­sorgt wer­den muss, zahlt oft meh­re­re tau­send Euro monat­lich selbst – oder belas­tet Ange­hö­ri­ge. Pri­va­te Vor­sor­ge­mög­lich­kei­ten wie Pflegetagegeld‑, Pfle­ge­kos­ten- oder Pfle­ger­en­ten­ver­si­che­rung hel­fen, die­se Lücke zu schlie­ßen. Der früh­zei­ti­ge Abschluss sichert bes­se­re Leis­tun­gen und schützt Ver­mö­gen sowie Fami­lie. Nut­zen Sie unse­re Bera­tung, um die für Sie pas­sen­de Lösung zu fin­den – indi­vi­du­ell und zukunfts­si­cher.

Häu­fi­ge Fra­gen

Wel­che Pfle­ge­form ist typi­scher­wei­se am teu­ers­ten?

Sta­tio­nä­re Pfle­ge im Heim ist häu­fig die kos­ten­in­ten­sivs­te Vari­an­te, weil neben Pfle­ge­leis­tun­gen auch wei­te­re lau­fen­de Kos­ten anfal­len. Zu Hau­se kann Pfle­ge güns­ti­ger wir­ken, ist aber oft mit indi­rek­ten Kos­ten ver­bun­den, zum Bei­spiel durch Ver­dienst­aus­fäl­le oder zusätz­li­che Hil­fe. Die tat­säch­li­che Belas­tung hängt immer von Pfle­ge­grad, Regi­on und Ver­sor­gungs­mo­dell ab.

Schau­en Sie nicht nur auf den Bei­trag. Wich­ti­ger sind Leis­tungs­aus­lö­ser (Pfle­ge­grad), Staf­fe­lun­gen, Dyna­mi­ken, War­te­zei­ten, Aus­schlüs­se, Nach­weis­an­for­de­run­gen und die lang­fris­ti­ge Bei­trags­ent­wick­lung. Ein Tarif hilft nur dann, wenn er im Pfle­ge­fall ver­läss­lich leis­tet und über Jah­re bezahl­bar bleibt.

Ein Wech­sel ist grund­sätz­lich mög­lich, aber oft ris­kant: Beim neu­en Tarif wer­den Gesund­heits­fra­gen erneut gestellt, und bestehen­de Erkran­kun­gen kön­nen zu schlech­te­ren Kon­di­tio­nen füh­ren. Häu­fig ist es sinn­vol­ler zu prü­fen, ob Anpas­sun­gen im bestehen­den Ver­trag mög­lich sind, statt kom­plett neu zu star­ten.

In der Pra­xis geht es meist dar­um, die Pfle­ge­lü­cke spür­bar zu redu­zie­ren, nicht um eine per­fek­te Voll­ab­si­che­rung. Ziel ist, Eigen­an­tei­le und Belas­tun­gen für Ange­hö­ri­ge plan­ba­rer zu machen. Eine gute Lösung ist die, die zu Ihrer Lebens­si­tua­ti­on passt und lang­fris­tig durch­ge­hal­ten wird.

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