Lang­haar Col­lie – Sanf­ter Hüte­hund mit Ele­ganz

Alles über Hal­tung, Pfle­ge und Wesen die­ser belieb­ten Hun­de­ras­se – intel­li­gent, sen­si­bel und ein treu­er Fami­li­en­be­glei­ter.

Langhaar Collie sitzt aufmerksam auf einer Wiese

Er gilt als Inbe­griff der Ele­ganz unter den Hüte­hun­den – der Lang­haar Col­lie. Mit sei­nem lan­gen, sei­di­gen Fell, dem auf­merk­sa­men Blick und sei­ner anpas­sungs­fä­hi­gen, sanf­ten Art begeis­tert er seit Jahr­zehn­ten Fami­li­en auf der gan­zen Welt. Spä­tes­tens seit „Las­sie“ ist der Col­lie mehr als nur ein Hüte­hund: Er ist treu­er Freund, sen­si­bler Beglei­ter und ech­tes Fami­li­en­mit­glied. Doch was macht die­se Ras­se so beson­ders – im All­tag, bei der Pfle­ge und in der Gesund­heit?

In die­sem Rat­ge­ber erfah­ren Sie, was den Lang­haar Col­lie wirk­lich aus­zeich­net. Sie erhal­ten fun­dier­te Infor­ma­tio­nen zu Her­kunft, Hal­tung, Cha­rak­ter, Pfle­ge und gesund­heit­li­chen Beson­der­hei­ten – stets aktu­ell, fach­lich geprüft und auf die Bedürf­nis­se von Hun­de­hal­tern abge­stimmt. Egal, ob Sie über die Anschaf­fung nach­den­ken oder bereits mit einem Col­lie zusam­men­le­ben: Die­se Sei­te hilft Ihnen dabei, Ihren Vier­bei­ner bes­ser zu ver­ste­hen – und ihm das zu geben, was er wirk­lich braucht.

Langhaar Collie sitzt vor Alpenkulisse in den Bergen

Steck­brief Lang­haar Col­lie

Ihre Über­sicht
Ihre Über­sicht

Von den High­lands ins Herz der Fami­lie: Die Her­kunft des Lang­haar Col­lies

Vom schot­ti­schen Arbeits­hund zum welt­be­kann­ten Fami­li­en­hund

Der Lang­haar Col­lie zählt zu den ältes­ten Hüte­hun­de­ras­sen Groß­bri­tan­ni­ens und wur­de ursprüng­lich für die anspruchs­vol­le Arbeit im schot­ti­schen Hoch­land gezüch­tet. Sei­ne Ent­wick­lung ist eng mit der Geschich­te der Schä­fe­rei in Schott­land ver­bun­den – und mit dem Wunsch nach einem treu­en, viel­sei­ti­gen und intel­li­gen­ten Arbeits­part­ner.

Die Wur­zeln des Lang­haar Col­lies rei­chen bis ins 18. Jahr­hun­dert zurück. Dort dien­te er vor allem als Hüte­hund für gro­ße Schaf­her­den in den rau­en, oft unweg­sa­men Regio­nen der schot­ti­schen High­lands. Der Name „Col­lie“ geht ver­mut­lich auf die dort gehal­te­nen „Col­ley Sheep“ zurück – eine Schaf­ras­se mit schwar­zem Gesicht, die der Hund zu bewa­chen hat­te.

Durch geziel­te Zucht ent­stand über Gene­ra­tio­nen hin­weg ein Hund mit Aus­dau­er, Intel­li­genz, aus­ge­präg­tem Hüte­trieb und star­kem Bin­dungs­ver­hal­ten. Sei­ne Auf­ga­be bestand nicht nur im Hüten, son­dern auch im eigen­stän­di­gen Ent­schei­den bei Gefahr – eine Eigen­schaft, die der Ras­se bis heu­te erhal­ten geblie­ben ist.

Im 19. Jahr­hun­dert begann die geziel­te opti­sche Ver­ede­lung. Ins­be­son­de­re Köni­gin Vic­to­ria trug maß­geb­lich zur Popu­la­ri­tät des Col­lies bei, als sie ihn in ihre könig­li­che Hun­de­zucht auf­nahm. Dadurch ent­wi­ckel­te sich der Lang­haar Col­lie zuneh­mend vom Gebrauchs­hund zum geschätz­ten Begleit­hund des bri­ti­schen Adels.

Sei­nen welt­wei­ten Ruhm erlang­te der Lang­haar Col­lie schließ­lich durch die Roman­fi­gur und spä­te­re TV-Iko­ne „Las­sie“. Die Serie präg­te das Bild des Col­lies als edlen, hel­den­haf­ten und beson­ders kin­der­lie­ben Fami­li­en­hund – ein Image, das bis heu­te tief im Bewusst­sein vie­ler Hun­de­lieb­ha­ber ver­an­kert ist.

Heu­te gilt der Lang­haar Col­lie als viel­sei­ti­ger Fami­li­en­hund mit sanf­tem Wesen und star­ker Bin­dung zu sei­nen Men­schen. Sein Ursprung als Hüte­hund zeigt sich vor allem in sei­ner Wach­sam­keit, Lern­freu­de und Bewe­gungs­freu­de – Eigen­schaf­ten, die ihn trotz sei­ner ele­gan­ten Erschei­nung zu einem akti­ven All­tags­be­glei­ter machen.

Wach­sam, sen­si­bel und fami­li­en­be­zo­gen: So hal­ten Sie einen Lang­haar Col­lie art­ge­recht

Anfor­de­run­gen an All­tag, Umfeld und Bezugs­per­son

Der Lang­haar Col­lie ist ein anhäng­li­cher und auf­merk­sa­mer Hund, der in engem Kon­takt zu sei­nen Men­schen leben möch­te. Wer ihm Sicher­heit, Zuwen­dung und eine kla­re Tages­struk­tur bie­tet, wird mit einem aus­ge­gli­che­nen, treu­en Beglei­ter belohnt. Den­noch stellt die Hal­tung die­ser sen­si­blen Ras­se eini­ge Anfor­de­run­gen, die künf­ti­ge Hal­ter ken­nen soll­ten.

Ein Lang­haar Col­lie braucht vor allem eines: sozia­le Nähe. Die­se Ras­se ist stark men­schen­be­zo­gen und fühlt sich nur wohl, wenn sie in den All­tag ihrer Fami­lie inte­griert ist. Allein­sein über vie­le Stun­den ver­trägt er schlecht – er gehört nicht in Zwin­ger­hal­tung und auch nicht in ein rein funk­tio­na­les Zuhau­se. Ein Col­lie will dazu­ge­hö­ren.

Bewe­gung ist für den Lang­haar Col­lie wich­tig, aber nicht im Über­maß. Täg­li­che Spa­zier­gän­ge, frei­es Lau­fen in siche­rem Gelän­de sowie geis­ti­ge Auf­ga­ben wie Such­spie­le, Appor­tier­übun­gen oder ein­fa­ches Trick­trai­ning rei­chen in der Regel aus. Sein Bewe­gungs­drang ist aus­ge­gli­chen – er passt sich dem All­tag sei­ner Men­schen gut an, solan­ge er nicht unter­for­dert wird.

In der Woh­nung ist der Lang­haar Col­lie ange­nehm ruhig und ver­hält sich unauf­fäl­lig, solan­ge er zuvor aus­ge­las­tet wur­de. Auch Fami­li­en mit Kin­dern kom­men gut mit ihm zurecht, vor­aus­ge­setzt, Rück­zugs­or­te wer­den respek­tiert. Dank sei­ner Sen­si­bi­li­tät reagiert er stark auf Stim­mung und Ton­fall – eine ruhi­ge, posi­ti­ve Kom­mu­ni­ka­ti­on ist daher essen­zi­ell.

Ein Haus mit Gar­ten ist von Vor­teil, aber kei­ne Vor­aus­set­zung. Wich­tig ist, dass der Gar­ten sicher umzäunt ist und der Hund nicht sich selbst über­las­sen wird. Hit­ze ver­trägt der Lang­haar Col­lie auf­grund sei­nes dich­ten Fells nur bedingt. In den Som­mer­mo­na­ten sind küh­le­re Lie­ge­plät­ze und aus­rei­chend Was­ser uner­läss­lich. Kör­per­li­che Akti­vi­tä­ten soll­ten in den frü­hen Mor­gen- oder spä­ten Abend­stun­den statt­fin­den.

Auch der Geräusch­pe­gel im Umfeld spielt eine Rol­le. Col­lies sind wach­sam, nei­gen aber nicht zum über­mä­ßi­gen Bel­len. In einer sehr lau­ten Umge­bung oder in einem Haus­halt mit stän­di­ger Hek­tik kann der sen­si­ble Hund jedoch unter Stress gera­ten. Ein sta­bi­les, ruhi­ges Zuhau­se mit fes­ten Abläu­fen ist ide­al.

Kurz­um: Wer Zeit, Zuwen­dung und Ver­ständ­nis für die Bedürf­nis­se eines sen­si­blen, men­schen­be­zo­ge­nen Hun­des mit­bringt, wird im Lang­haar Col­lie einen treu­en, anpas­sungs­fä­hi­gen und intel­li­gen­ten Beglei­ter fin­den.

Sen­si­bel, loy­al und klug: Das Wesen des Lang­haar Col­lies im All­tag

Cha­rak­ter­zü­ge des Lang­haar Col­lies: Ein fein­füh­li­ger Beglei­ter mit gro­ßer Bin­dungs­be­reit­schaft

Der Lang­haar Col­lie gehört zu den sen­si­bels­ten und fami­li­en­ori­en­tier­tes­ten Hun­de­ras­sen über­haupt. Sein Ver­hal­ten ist geprägt von ruhi­ger Intel­li­genz, enger Bin­dung zu sei­nen Men­schen und einer aus­ge­präg­ten Wahr­neh­mung für Stim­mun­gen. Wer sei­nen Cha­rak­ter ver­steht, kann mit ihm eine außer­ge­wöhn­lich enge Part­ner­schaft auf­bau­en – vor­aus­ge­setzt, er wird nicht über­for­dert und mit Respekt behan­delt.

Lang­haar Col­lies sind von Natur aus ruhig, auf­merk­sam und sehr men­schen­be­zo­gen. Sie ori­en­tie­ren sich stark an ihrer Bezugs­per­son und reagie­ren sen­si­bel auf Ver­än­de­run­gen in der Umge­bung oder der Stim­mung ihrer Men­schen. Die­se emo­tio­na­le Fein­füh­lig­keit macht sie zu loya­len Fami­li­en­hun­den – ver­langt aber auch nach einem acht­sa­men, ver­läss­li­chen Umfeld.

Ihre Intel­li­genz ist hoch aus­ge­prägt, eben­so ihre Lern­freu­de. Der Col­lie lernt gern, ist koope­ra­tiv und zeigt oft schon beim zwei­ten oder drit­ten Ver­such, was er ver­stan­den hat. Dabei bevor­zugt er lei­se, ruhi­ge Anspra­chen. Lau­te Wor­te oder gar har­te Kor­rek­tu­ren füh­ren eher zu Rück­zug als zu Koope­ra­ti­on.

Die Ras­se gilt als wach­sam, ohne aggres­siv zu sein. Col­lies zei­gen bei Bedarf Prä­senz, ver­tei­di­gen aber nicht aus Eigen­in­itia­ti­ve. Frem­den gegen­über ver­hal­ten sie sich zunächst reser­viert, ohne Furcht zu zei­gen. In der Fami­lie sind sie dage­gen anhäng­lich, ver­schmust und häu­fig sehr auf Kin­der fixiert. Ihr sanf­tes Wesen macht sie zu idea­len Beglei­tern in ruhi­ge­ren Haus­hal­ten.

Auch das Tem­pe­ra­ment des Lang­haar Col­lies ist bemer­kens­wert: Er kann mit ruhi­ger Gelas­sen­heit ent­span­nen, ist aber im nächs­ten Moment vol­ler Bewe­gungs­freu­de – beson­ders drau­ßen. Die­se Dua­li­tät macht ihn sehr anpas­sungs­fä­hig. Im Haus ist er lei­se und ange­nehm, drau­ßen leb­haft und lauf­freu­dig.

Stär­ken

Schwä­chen

Ele­ganz in Bewe­gung: Typi­sche äußer­li­che Merk­ma­le des Lang­haar Col­lies

Aus­se­hen und Sta­tur des Lang­haar Col­lies: Was ihn äußer­lich so beson­ders macht

Der Lang­haar Col­lie besticht auf den ers­ten Blick durch sein har­mo­ni­sches Erschei­nungs­bild. Die ele­gan­te Kör­per­form, das aus­drucks­star­ke Gesicht und das üppi­ge, wal­len­de Fell machen ihn unver­wech­sel­bar. Doch hin­ter der beein­dru­cken­den Optik ste­hen kla­re ras­se­ty­pi­sche Merk­ma­le, die für Zucht und Gesund­heit glei­cher­ma­ßen bedeut­sam sind.

Mit einer Schul­ter­hö­he von 56 bis 61 cm bei Rüden und 51 bis 56 cm bei Hün­din­nen gehört der Lang­haar Col­lie zu den mit­tel­gro­ßen bis gro­ßen Hun­de­ras­sen. Sein Kör­per ist lang gestreckt, gut bemus­kelt und den­noch leicht gebaut – nie­mals mas­sig oder schwer­fäl­lig. Der Rücken ist gera­de, die Brust tief, die Len­den leicht gewölbt. Der gesam­te Bewe­gungs­ab­lauf wirkt geschmei­dig und federnd, nie steif oder eckig.

Der Kopf ist lang und keil­för­mig, mit einer sanf­ten, aber kla­ren Aus­for­mung. Der Stop – also die Abset­zung zwi­schen Stirn und Nasen­rü­cken – ist flach aus­ge­prägt. Die man­del­för­mi­gen Augen sind dun­kel und schräg ein­ge­setzt, was dem Col­lie sei­nen typi­schen, wachen und freund­li­chen Aus­druck ver­leiht. Die mit­tel­gro­ßen Ohren lie­gen in Ruhe zurück, wer­den bei Auf­merk­sam­keit aber halb auf­ge­rich­tet getra­gen.

Beson­ders auf­fäl­lig ist das lan­ge, gera­de bis leicht gewell­te Deck­haar mit dich­ter Unter­wol­le. Es bil­det eine Hals­krau­se, die soge­nann­te Mäh­ne, sowie Fah­nen an den Läu­fen und der Rute. Das Fell schützt gut vor Wind und Näs­se, erfor­dert aber inten­si­ve Pfle­ge. Die Fell­far­ben sind stan­dar­di­siert und umfas­sen:

  • Zobel-Weiß (Gold­tö­ne mit Weiß­an­tei­len)

  • Tri­co­lor (Schwarz mit wei­ßen und loh­far­be­nen Abzei­chen)

  • Blue Mer­le (Sil­ber­blau mit schwar­zer Mar­mo­rie­rung und wei­ßen sowie loh­far­be­nen Abzei­chen)

Die Rute ist lang, buschig und wird in der Bewe­gung leicht ange­ho­ben, jedoch nie über dem Rücken getra­gen. Pfo­ten und Läu­fe sind tro­cken, kräf­tig und gut gewin­kelt – ide­al für flüs­si­ge, aus­dau­ern­de Bewe­gun­gen.

Ins­ge­samt ver­mit­telt der Lang­haar Col­lie ein Bild von Nobles­se, Leich­tig­keit und Aus­drucks­kraft. Er wirkt weder über­zeich­net noch über­trie­ben, son­dern schlicht in sich stim­mig – eine Ras­se, bei der Erschei­nung und Cha­rak­ter eine Ein­heit bil­den.

Gut ver­sorgt im Fall der Fäl­le: Wel­che Ver­si­che­run­gen für Lang­haar Col­lies sinn­voll sind

Kranken‑, OP- und Haft­pflicht­ver­si­che­rung im Über­blick: Schutz für Sie und Ihren Hund

Auch wenn der Lang­haar Col­lie als robus­te und lang­le­bi­ge Ras­se gilt, kön­nen gene­ti­sche Erkran­kun­gen, Unfäl­le oder alters­be­ding­te Beschwer­den jeder­zeit auf­tre­ten. Die pas­sen­den Ver­si­che­run­gen schüt­zen nicht nur Ihre finan­zi­el­le Pla­nung, son­dern sichern auch eine lücken­lo­se tier­ärzt­li­che Ver­sor­gung – von der Vor­sor­ge bis zur Ope­ra­ti­on.

Tierarzt untersucht einen Labrador auf dem Behandlungstisch, Mutter und Kind stehen daneben in einer hellen Tierarztpraxis

Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung

Bes­te Ver­sor­gung bei Krank­heit und Unfall
Eine gute Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung über­nimmt die Kos­ten für Dia­gnos­tik, Behand­lun­gen, Medi­ka­men­te und teils auch Phy­sio­the­ra­pie. Gera­de bei ras­se­ty­pi­schen Erkran­kun­gen wie CEA oder Epi­lep­sie lohnt sich ein umfas­sen­der Schutz. Ach­ten Sie auf Leis­tun­gen ohne hohe Selbst­be­tei­li­gung und auf freie Tier­arzt­wahl.

Junge Frau geht mit einem aktiven Hund an der Leine spazieren – Symbolbild für die Notwendigkeit einer Hundehalterhaftpflichtversicherung.

Hun­de­hal­ter­haft­pflicht

Pflicht­schutz für den Fall der Fäl­le
Die Hun­de­hal­ter­haft­pflicht ist in vie­len Bun­des­län­dern gesetz­lich vor­ge­schrie­ben. Sie greift bei Per­so­nen- oder Sach­schä­den, die Ihr Hund ver­ur­sacht – ob im Park, auf Rei­sen oder im Stra­ßen­ver­kehr.

Tierärztin untersucht einen Schäferhund auf dem Behandlungstisch, eine Person hält das Tier, moderne Tierklinik im Hintergrund

Hun­de-OP-Ver­si­che­rung

Finan­zi­el­le Sicher­heit bei Ope­ra­tio­nen
Eine rei­ne OP-Ver­si­che­rung schützt Sie vor hohen Kos­ten, wenn ein chir­ur­gi­scher Ein­griff not­wen­dig wird – z. B. nach Unfäl­len, bei Magen­dre­hung oder Kreuz­band­riss. Sie ist oft güns­ti­ger als eine Voll­ver­si­che­rung und über­nimmt bis zum 4‑fachen GOT-Satz. Ide­al, wenn Sie die Rou­ti­ne­kos­ten selbst tra­gen möch­ten.

Fell, Ohren, Zäh­ne und mehr: Wor­auf Sie bei der Pfle­ge eines Lang­haar Col­lies ach­ten soll­ten

Mit Geduld, Bürs­te und Rou­ti­ne zum gesun­den Hund

Das beein­dru­cken­de Haar­kleid des Lang­haar Col­lies ist eines sei­ner mar­kan­tes­ten Merk­ma­le – aber auch eine Ver­pflich­tung. Wer einen Col­lie hält, soll­te bereit sein, Zeit in die Fell­pfle­ge zu inves­tie­ren. Doch auch Ohren, Zäh­ne, Augen und Kral­len benö­ti­gen regel­mä­ßi­ge Auf­merk­sam­keit. Nur so bleibt Ihr Hund rund­um gesund und fühlt sich wohl.

Der Pfle­ge­auf­wand eines Lang­haar Col­lies ist hoch – aber gut zu bewäl­ti­gen, wenn er zur Rou­ti­ne wird. Das lan­ge Deck­haar mit dich­ter Unter­wol­le neigt zu Ver­fil­zun­gen, beson­ders hin­ter den Ohren, in den Ach­seln, an der Rute und den Hin­ter­läu­fen. Min­des­tens zwei- bis drei­mal pro Woche soll­te gebürs­tet wer­den – in Zei­ten des Fell­wech­sels auch häu­fi­ger. Ein qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Kamm und eine wei­che Bürs­te hel­fen dabei, lose Haa­re zu ent­fer­nen und die Haut zu belüf­ten. Baden ist nur bei Bedarf nötig, da das Fell schmutz­ab­wei­send ist.

Die Ohren des Col­lies sind leicht hän­gend und kön­nen zur Bil­dung von Feuch­tig­keit und Schmutz nei­gen – ein idea­ler Nähr­bo­den für Infek­tio­nen. Kon­trol­lie­ren Sie sie regel­mä­ßig auf Rötun­gen oder Geruchs­ent­wick­lung. Eine sanf­te Rei­ni­gung mit einem wei­chen Tuch oder spe­zi­el­lem Ohren­rei­ni­ger reicht meist aus.

Auch die Zahn­pfle­ge soll­te nicht unter­schätzt wer­den. Beson­ders bei Hun­den, die wenig Kau­ar­ti­kel bekom­men oder zu Zahn­stein nei­gen, emp­fiehlt sich das wöchent­li­che Put­zen mit Hun­de­zahn­bürs­te und spe­zi­el­ler Zahn­pas­ta. Alter­na­tiv kön­nen Sie auf enzy­ma­ti­sche Zahn­pfle­ge­pro­duk­te zurück­grei­fen.

Die Kral­len nut­zen sich bei einem Col­lie mit nor­ma­ler Bewe­gung meist von selbst ab. Den­noch soll­ten sie regel­mä­ßig kon­trol­liert und bei Bedarf gekürzt wer­den – beson­ders bei älte­ren Hun­den oder bei wenig Unter­grund­kon­takt. Ein zu lan­ges Kral­len­wachs­tum kann zu Fehl­stel­lun­gen oder Schmer­zen füh­ren.

Die Augen­pfle­ge beschränkt sich meist auf das sanf­te Ent­fer­nen von Schmutz­par­ti­keln oder Trä­nen­flüs­sig­keit mit einem feuch­ten, wei­chen Tuch. Ach­ten Sie dabei auf Rei­zun­gen oder Ver­än­de­run­gen, die auf eine Erkran­kung hin­deu­ten könn­ten – beson­ders bei gene­tisch vor­be­las­te­ten Tie­ren (z. B. CEA).

Pfle­ge bedeu­tet beim Lang­haar Col­lie nicht nur Sau­ber­keit, son­dern auch Gesund­heits­vor­sor­ge. Die regel­mä­ßi­ge Kon­trol­le von Haut, Fell und Bewe­gungs­ap­pa­rat hilft, Auf­fäl­lig­kei­ten früh­zei­tig zu erken­nen. Wer sei­nen Col­lie mit Ruhe, Sorg­falt und Rou­ti­ne pflegt, stärkt nicht nur sei­ne Gesund­heit – son­dern auch die Bin­dung zum Tier.

Typisch Col­lie? Fünf ras­se­spe­zi­fi­sche Krank­hei­ten im Über­blick

Wel­che Erkran­kun­gen beim Lang­haar Col­lie häu­fi­ger auf­tre­ten – und was Sie dazu wis­sen soll­ten

Der Lang­haar Col­lie gilt grund­sätz­lich als robus­te Hun­de­ras­se. Den­noch gibt es gene­tisch beding­te Erkran­kun­gen, für die Col­lies über­durch­schnitt­lich anfäl­lig sind. Eine früh­zei­ti­ge Auf­klä­rung hilft, Sym­pto­me recht­zei­tig zu erken­nen und gezielt vor­zu­beu­gen. Hier fin­den Sie die fünf häu­figs­ten Krank­heits­bil­der bei Lang­haar Col­lies in kom­pak­ter Form.

MDR1-Defekt

Vie­le Col­lies tra­gen eine Gen­mu­ta­ti­on, die zu einer gefähr­li­chen Unver­träg­lich­keit gegen­über bestimm­ten Medi­ka­men­ten führt – etwa bei Wurm­ku­ren oder Nar­ko­sen. Ein Gen­test beim Tier­arzt schafft Klar­heit. Ist Ihr Hund betrof­fen, müs­sen bestimm­te Wirk­stof­fe strikt ver­mie­den wer­den.

Col­lie Eye Anoma­ly (CEA)

Die­se ver­erb­ba­re Augen­krank­heit kann Netz­haut, Ader­haut und Seh­nerv betref­fen. Leich­te For­men blei­ben sym­ptom­los, schwe­re Fäl­le füh­ren zu Seh­einschrän­kun­gen. Eine Früh­erken­nung beim Züch­ter durch Augen­un­ter­su­chung ist ent­schei­dend für die Zucht­se­lek­ti­on.

Grey Col­lie Syn­drom (GCS)

Eine sel­te­ne, aber schwer­wie­gen­de Erb­krank­heit, die das Immun­sys­tem betrifft. Betrof­fe­ne Wel­pen haben blass­grau­es Fell und sind stark infekt­an­fäl­lig. Da es kei­ne The­ra­pie gibt, muss eine geziel­te Zucht­aus­wahl erfol­gen, um die Erkran­kung aus­zu­schlie­ßen.

Epi­lep­sie

Beim Lang­haar Col­lie tritt teils gene­tisch beding­te Epi­lep­sie auf. Die Anfäl­le begin­nen meist im jun­gen Erwach­se­nen­al­ter. Eine medi­ka­men­tö­se Behand­lung kann hel­fen, die Sym­pto­me zu kon­trol­lie­ren und dem Hund ein sta­bi­les Leben zu ermög­li­chen.

Hüft­dys­pla­sie (HD)

Wie vie­le mit­tel­gro­ße bis gro­ße Hun­de­ras­sen kann auch der Col­lie an HD lei­den. Dabei passt das Hüft­ge­lenk nicht opti­mal in die Gelenk­pfan­ne. Früh erkannt, hel­fen Phy­sio­the­ra­pie, Gewichts­ma­nage­ment oder in schwe­ren Fäl­len chir­ur­gi­sche Maß­nah­men.

Ant­wor­ten auf häu­fi­ge Fra­gen aus dem All­tag mit einem Lang­haar Col­lie

Was Sie schon immer über den Lang­haar Col­lie wis­sen woll­ten

Ja, unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen. Der Lang­haar Col­lie ist sanft, lern­freu­dig und leicht zu füh­ren – aber auch sen­si­bel. Wer bereit ist, sich mit Hun­de­ver­hal­ten aus­ein­an­der­zu­set­zen und dem Hund kla­re Struk­tu­ren gibt, wird gut mit ihm zurecht­kom­men.

Zwei- bis drei­mal pro Woche ist ide­al. Wäh­rend des Fell­wech­sels im Früh­jahr und Herbst kann täg­li­ches Bürs­ten nötig sein, um Ver­fil­zun­gen und Unter­wol­lestau zu ver­mei­den.

Sehr gut. Lang­haar Col­lies sind gedul­dig, freund­lich und reagie­ren fein­füh­lig auf Kin­der. Wich­tig ist, dass Kin­der den Hund respekt­voll behan­deln und der Hund nicht als Spiel­zeug betrach­tet wird.

Ja, sofern er aus­rei­chend Bewe­gung und geis­ti­ge Aus­las­tung erhält. Ein Haus mit Gar­ten ist vor­teil­haft, aber kein Muss. Wich­tig ist die Nähe zur Fami­lie – der Col­lie braucht Kon­takt und Auf­ga­ben.

Etwa 1,5 bis 2 Stun­den Bewe­gung und Beschäf­ti­gung täg­lich sind opti­mal – auf­ge­teilt in Spa­zier­gän­ge, Spiel und geis­ti­ge Auf­ga­ben. Hun­de­sport­ar­ten wie Obe­dience oder Ral­ly Obe­dience eig­nen sich gut.

Nur durch einen Gen­test beim Tier­arzt. Ein betrof­fe­ner Hund zeigt kei­ne sicht­ba­ren Sym­pto­me, solan­ge kei­ne kri­ti­schen Medi­ka­men­te ver­ab­reicht wer­den. Der Test ist ein­ma­lig und lebens­lang aus­sa­ge­kräf­tig.

Nein. Er ist wach­sam und mel­det, wenn etwas Unge­wöhn­li­ches geschieht – aber er bellt nicht grund­los oder über­mä­ßig. Mit Erzie­hung lässt sich das Mel­de­ver­hal­ten gut steu­ern.

Die durch­schnitt­li­che Lebens­er­war­tung liegt bei 12 bis 14 Jah­ren. Mit guter Pfle­ge, gesun­der Ernäh­rung und regel­mä­ßi­ger tier­ärzt­li­cher Betreu­ung sind auch 15 Jah­re oder mehr mög­lich.

Ver­tie­fen Sie Ihr Wis­sen rund um Hun­de­ge­sund­heit, All­tag und wich­ti­ge The­men für Hal­ter

Emp­feh­lens­wer­te Bei­trä­ge für Col­lie-Besit­zer und sol­che, die es wer­den wol­len

Der Lang­haar Col­lie bringt als sen­si­bler Fami­li­en­hund beson­de­re Anfor­de­run­gen mit sich – ob in der Pfle­ge, Gesund­heit oder recht­li­chen Absi­che­rung. Die fol­gen­den The­men lie­fern fun­dier­te Infor­ma­tio­nen, die Sie im All­tag mit Ihrem Vier­bei­ner unter­stüt­zen kön­nen.

Brauner Hund liegt schlapp auf dem Untersuchungstisch in einer Tierarztpraxis, ein Arzt legt beruhigend die Hand auf ihn

Hun­de­krank­hei­ten

Wich­ti­ge Gesund­heits­ri­si­ken ken­nen und früh­zei­tig erken­nen
Erfah­ren Sie, wel­che Krank­hei­ten bei Hun­den häu­fig auf­tre­ten, wie Sie Sym­pto­me rich­tig deu­ten und wann ein Tier­arzt­be­such not­wen­dig ist. Beson­ders hilf­reich für Hal­ter gene­tisch vor­be­las­te­ter Ras­sen wie dem Col­lie.

Lächelnder Golden Retriever wird von einer Familie liebevoll gestreichelt und sitzt zufrieden auf dem Wohnzimmerboden

Hun­de­rat­ge­ber

Prak­ti­sche Tipps für Erzie­hung, All­tag und Beschäf­ti­gung
Von Lei­nen­füh­rig­keit über Allein­blei­ben bis zur men­ta­len Aus­las­tung – unser Rat­ge­ber lie­fert pra­xis­er­prob­te Lösun­gen für typi­sche All­tags­si­tua­tio­nen mit Ihrem Hund.

Zusam­men­fas­sung

Der Lang­haar Col­lie ist weit mehr als nur ein schö­ner Hund. Hin­ter dem ele­gan­ten Fell ver­birgt sich ein fein­füh­li­ger, intel­li­gen­ter und treu­er Gefähr­te, der sich eng an sei­ne Men­schen bin­det. Ursprüng­lich als Hüte­hund in Schott­land gezüch­tet, hat er sich längst als Fami­li­en­hund mit kla­ren Erwar­tun­gen eta­bliert: Nähe, Zuwen­dung, sanf­te Füh­rung und sinn­vol­le Beschäf­ti­gung.

In der Hal­tung zeigt sich der Col­lie anpas­sungs­fä­hig – ob im Haus mit Gar­ten oder in der Woh­nung. Vor­aus­ge­setzt, Bewe­gung und geis­ti­ge Aus­las­tung kom­men nicht zu kurz. Sei­ne hohe Lern­be­reit­schaft, sein ruhi­ges Wesen im Haus und sein freund­li­cher Umgang mit Kin­dern machen ihn zu einem geschätz­ten Beglei­ter im Fami­li­en­all­tag.

Die Pfle­ge sei­nes lan­gen, dich­ten Fells erfor­dert Kon­se­quenz, ist aber mit etwas Rou­ti­ne gut zu meis­tern. Wich­tig ist zudem die gesund­heit­li­che Vor­sor­ge: Ras­se­ty­pi­sche Erkran­kun­gen wie CEA oder der MDR1-Defekt soll­ten bekannt sein und bei der Tier­arzt­wahl berück­sich­tigt wer­den. Eine pas­sen­de Kran­ken- oder OP-Ver­si­che­rung hilft, im Ernst­fall gut vor­be­rei­tet zu sein.

Wer bereit ist, sich auf die Bedürf­nis­se eines sen­si­blen Hun­des ein­zu­las­sen, erhält im Lang­haar Col­lie einen loya­len Part­ner – ruhig, lern­freu­dig, freund­lich und vol­ler Aus­druck. Ein Hund, der mit der rich­ti­gen Hal­tung nicht nur Freu­de schenkt, son­dern auch über vie­le Jah­re ein ech­tes Fami­li­en­mit­glied wird.

häu­fi­ge Fra­gen

Ja, ins­be­son­de­re wäh­rend des Fell­wech­sels im Früh­jahr und Herbst ver­liert der Lang­haar Col­lie deut­lich mehr Haa­re. Regel­mä­ßi­ges Bürs­ten – idea­ler­wei­se mehr­mals pro Woche – hilft, lose Unter­wol­le zu ent­fer­nen und Ver­fil­zun­gen zu ver­mei­den. Außer­halb die­ser Zei­ten ist der Haar­aus­fall mode­rat.

Ja, Bar­fen ist grund­sätz­lich mög­lich, soll­te aber unter tier­ärzt­li­cher Anlei­tung oder mit pro­fes­sio­nel­ler Fut­ter­be­ra­tung erfol­gen. Beson­ders wich­tig ist beim Col­lie die bedarfs­ge­rech­te Ver­sor­gung mit Vit­ami­nen und Mine­ral­stof­fen sowie die Ver­mei­dung poten­zi­ell pro­ble­ma­ti­scher Zusät­ze bei MDR1-Trä­gern.

Teil­wei­se. Der Lang­haar Col­lie ist freund­lich, anhäng­lich und aus­ge­gli­chen – also ide­al für ruhi­ge Haus­hal­te. Aller­dings erfor­dert er regel­mä­ßi­ge Bewe­gung, Pfle­ge und geis­ti­ge Aus­las­tung. Akti­ve Senio­ren mit Hun­de­er­fah­rung und Tages­struk­tur kön­nen sehr gut mit die­ser Ras­se har­mo­nie­ren.

Lang­haar Col­lies sind sehr men­schen­be­zo­gen und nicht ger­ne allein. Maxi­mal 3–4 Stun­den am Stück gel­ten als ver­tret­bar – vor­aus­ge­setzt, der Hund wur­de lang­sam dar­an gewöhnt. Für län­ge­re Abwe­sen­hei­ten soll­te eine Betreu­ungs­per­son ein­ge­plant wer­den.