Bordeaux Dogge: Steckbrief, Wesen und Haltung
Fakten zu Alltag, Pflege, Gesundheit und möglichen Auflagen.
Bordeaux Dogge: Passt die Rasse zu Ihrem Alltag?
Die Bordeaux Dogge ist ein imposanter Hund, der im Alltag oft erstaunlich ruhig wirkt. Viele Halter schätzen ihre Nähe zur Familie und ihren wachsamen Instinkt. Gleichzeitig ist sie kein Hund, der einfach nebenher läuft: Größe, Kraft und gelegentliche Sturheit verlangen klare Regeln, frühe Sozialisierung und eine Erziehung, die konsequent bleibt, ohne Härte. Leinenführigkeit, Ruhetraining und sichere Begegnungen mit Menschen und Hunden sind Pflicht, weil ein einzelner Ausrutscher bei diesem Körpergewicht schnell ernst wird.
Bei dieser Rasse sollten Sie Gesundheit und Folgekosten von Anfang an realistisch einplanen. Kurze Schnauze und schwerer Körper können Atmung, Hitzeverträglichkeit und Gelenke belasten, Hautfalten brauchen regelmäßige Pflege, auch Augen und Herz werden häufiger zum Thema. Große Hunde bedeuten oft höhere Tierarztkosten, schon wegen Gewicht, Narkose und Medikamenten. Je nach Wohnort können zusätzliche Vorgaben die Haltung und die Haftpflicht beeinflussen. In diesem Beitrag bekommen Sie einen klaren Steckbrief, alltagstaugliche Hinweise zur Pflege und eine Orientierung, welche Absicherung sinnvoll sein kann, wenn Tierarzt und OP schnell teuer werden.

Steckbrief: Bordeaux Dogge
- Andere Namen: Dogue de Bordeaux, Französischer Mastiff
- Herkunft: Frankreich
- FCI Einordnung: Molosser, doggenartige Hunde
- Größe: groß, kräftig, massiger Kopf
- Gewicht: sehr hoch, je nach Geschlecht und Körperbau deutlich über 40 kg möglich
- Fell: kurz, glatt, wenig Unterwolle
- Farben: meist verschiedene Falbtöne, häufig mit dunkler Maske möglich
- Charakter: ruhig, anhänglich, sensibel, wachsam, oft ausgeprägter Schutzinstinkt
- Familientauglichkeit: grundsätzlich möglich, wenn Erziehung, Management und Umgang klar sind
- Erziehung: braucht souveräne Führung, frühe Sozialisierung, konsequentes Training ohne Härte
- Bewegungsbedarf: moderat, lieber regelmäßige kurze Einheiten statt Überlastung
- Gesundheitliche Themen: Gelenke (HD/ED), Atemprobleme bei kurzer Schnauze, Hautfaltenentzündungen, Augenprobleme, Herzthemen, Risiko für Magendrehung bei großen tiefbrüstigen Hunden
- Rechtliches: kann je nach Bundesland als Listenhund gelten, vor Anschaffung lokal prüfen
Woher die Bordeaux Dogge kommt und warum sie heute so ist
Geschichte und Herkunft der Bordeaux Dogge
Die Bordeaux Dogge wirkt wie ein ruhiger Fels und genau das hat Gründe. Ihre Herkunft ist eng mit Arbeit, Schutz und einem sehr klaren Aufgabenprofil verbunden.
Die Wurzeln der Bordeaux Dogge liegen im Südwesten Frankreichs, in der Region rund um Bordeaux und Aquitanien. Über die ganz frühe Abstammung gibt es verschiedene Erklärungen, sicher ist aber: Es handelt sich um einen klassischen molossoiden Hundetyp, der über Jahrhunderte für Kraft, Robustheit und Nervenstärke selektiert wurde. Das erklärt bis heute den massigen Körperbau, den breiten Kopf und den oft gelassenen, aber sehr präsenten Ausdruck.
Historisch war das kein Hund für Dekoration, sondern für Aufgaben. Genannt werden Einsätze bei der Jagd auf großes Wild, als Wachhund für Haus und Vieh und als Helfer im Umfeld von Metzgereien. Auch Hundekämpfe werden als Teil der Nutzung beschrieben, teils sogar unter festen Regeln. Diese Vergangenheit ist wichtig, weil sie den ausgeprägten Schutztrieb und die hohe Reizlage erklärt, die bei unklarer Führung im Alltag kippen kann.
Der Name „Dogue de Bordeaux“ wurde im 19. Jahrhundert greifbar und bekam 1863 einen sichtbaren Platz in der Öffentlichkeit, bei der ersten französischen Hundeausstellung im Jardin d’Acclimatation in Paris. Damals traten mehrere, teils deutlich unterschiedliche Typen auf, darunter Toulouse, Paris und Bordeaux. Der Bordeaux Typ wurde zur Grundlage dessen, was heute als Bordeaux Dogge gilt.
Wie viele große Arbeitshunderassen war auch diese Rasse zeitweise stark bedroht, nach den Weltkriegen wurde der Bestand sehr klein. Ab den 1960er-Jahren begann der planvolle Wiederaufbau, verbunden mit moderner Standardarbeit. Als Meilensteine gelten der erste Standard von Pierre Mégnin (1896), ein weiterer Standard 1910 sowie die Neuaufstellung durch Raymond Triquet zusammen mit dem Tierarzt Dr. Maurice Luquet (1971) und eine grundlegende Überarbeitung 1993. Das war entscheidend, um aus regionalen Typen wieder eine klar definierte Rasse zu formen.
So gelingt Haltung und Erziehung ohne Stress im Alltag
Haltung und Erziehung der Bordeaux Dogge
Die Bordeaux Dogge wirkt oft gelassen, bringt aber viel Kraft und Verantwortung mit. Damit sie im Alltag wirklich unkompliziert bleibt, braucht es klare Regeln und einen ruhigen Rahmen.
Eine Bordeaux Dogge passt am besten zu Menschen, die große Hunde sicher führen können und bereit sind, Alltagssituationen aktiv zu steuern. Der Schutzinstinkt gehört zur Rasse, idealerweise zeigt er sich als Wachsamkeit statt als Daueranspannung. Das gelingt, wenn Ihr Hund früh lernt, dass Sie Situationen regeln, wer ins Haus darf, wie Begegnungen ablaufen und wann Ruhe angesagt ist. Das Temperament wird häufig als ruhig und ausgeglichen beschrieben, verbunden mit hoher Reizschwelle und enger Bindung an die Bezugsperson.
Bei der Erziehung funktioniert am besten ein Mix aus Konsequenz und fairer Führung. Kurz: freundlich, aber verbindlich. Trainieren Sie früh Leinenführigkeit, zuverlässiges Abwarten, ein sauberes Abbruchsignal und kontrolliertes Begrüßen von Besuch. Gerade weil viele Bordeaux Doggen körperlich schnell „Erfolg“ haben, sollten Sie nicht über Kraft arbeiten, sondern über Routine, klare Grenzen und Belohnung für ruhiges Verhalten. Besonders wichtig ist kontrollierter Kontakt zu anderen Hunden, damit aus Selbstbewusstsein keine Pöbelei wird.
Bewegung sollte regelmäßig sein, aber dosiert. Lange, harte Sportprogramme sind selten nötig. Besser sind mehrere kurze Runden, viel Schnüffeln, kleine Denkaufgaben und ruhiges Grundgehorsamstraining. Bei jungen Hunden zählt Gelenkschutz: Vermeiden Sie häufiges Springen von Höhen, abruptes Stoppen und hektische Richtungswechsel, weil das wachsende Skelett und die Gelenke empfindlich sind.
Achten Sie außerdem auf Hitze und Belastung. Die Bordeaux Dogge ist kurzköpfig, dadurch kann das Atmen bei Wärme und Anstrengung schneller schwierig werden. Planen Sie Spaziergänge in den kühleren Tageszeiten, halten Sie das Gewicht stabil und brechen Sie Aktivität sofort ab, wenn starkes Röcheln, ungewöhnliche Erschöpfung oder Unruhe auftreten. Wärme und hohe Luftfeuchtigkeit können Atemprobleme verstärken, Überhitzung ist ein reales Risiko.
So tickt die Bordeaux Dogge im Alltag
Charakter der Bordeaux Dogge
Die Bordeaux Dogge ist ein echter Wachhundtyp, der seine Familie eng bindet und aufmerksam begleitet. Typisch ist eine ruhige, ausgeglichene Art mit hoher Reizschwelle, verbunden mit Mut und Präsenz. Wenn sie sauber geführt wird, zeigt sie Schutzverhalten kontrolliert und ohne unnötige Aggression.
Im Haus wirkt sie oft gelassen und sucht die Nähe ihrer Menschen. Viele Bordeaux Doggen sind sehr anhänglich, loyal und körperlich „nah dran“. Das macht sie zu einem treuen Begleiter, bedeutet aber auch: Sie wollen klare Regeln, damit sie nicht selbst Entscheidungen treffen, etwa bei Besuch oder an der Haustür.
Draußen ist sie meist kein Dauerläufer, sondern ein Hund, der Situationen beobachtet und schnell einschätzt. Je nach Linie und Sozialisierung kann sie gegenüber Fremden reserviert sein. In der Pubertät und im Erwachsenenalter spielt bei manchen Tieren ein dominanteres Auftreten eine Rolle, oft stärker bei Rüden. Genau deshalb ist frühe Sozialisierung und verlässlicher Grundgehorsam bei dieser Rasse wichtig.
Stärken
- sehr loyal und stark auf die Familie bezogen
- ruhig und im Alltag oft gelassen
- wachsam, guter „Haus und Hof“ Begleiter
- mutig und nervenstark, wenn sauber geführt
- meist wenig kläffig, eher beobachtend
- oft geduldig im Familienumfeld bei klaren Regeln
Schwächen
- kann stur sein, testet Grenzen gern aus
- Schutztrieb kann kippen, wenn Regeln fehlen
- teils reserviert gegenüber Fremden, braucht sauberes Management
- mögliches Dominanzverhalten, Konflikte mit Artgenossen sind je nach Hund ein Thema
- sensibel bei unfairer Behandlung, harte Erziehung macht häufig Probleme
- starke Bindung kann zu Trennstress führen, wenn Alleinbleiben nicht aufgebaut wird
So erkennt man die Bordeaux Dogge auf den ersten Blick
Körperliche Merkmale der Bordeaux Dogge
Die Bordeaux Dogge ist ein massiver Molosser, der trotz seiner Wucht harmonisch gebaut sein soll. Genau diese Mischung aus Kraft, Tiefe und „kurzer“ Kopfform prägt auch ihre Anforderungen im Alltag.
Typisch ist ein sehr kräftiger, muskulöser Körper, eher bodennah gebaut, mit einem breiten, tiefen Brustkorb. Die Widerristhöhe liegt bei Rüden meist zwischen 60 und 68 cm, bei Hündinnen zwischen 58 und 66 cm. Beim Gewicht gelten mindestens 50 kg für Rüden und mindestens 45 kg für Hündinnen. In der Praxis sind viele Tiere deutlich schwerer, wichtig bleibt aber ein stimmiger Gesamteindruck ohne „zu viel“ Masse auf Kosten der Beweglichkeit.
Das markanteste Merkmal ist der große, breite Kopf mit kurzem, kräftigem Fang. Der Fang ist bewusst kurz und breit, die Lefzen sind dick, der Unterbiss ist rassetypisch. Dazu kommen Falten am Kopf, die je nach Aufmerksamkeit stärker oder weniger sichtbar sein können. Ohren sind eher klein und liegen an, die Augen stehen weit auseinander. Diese Kopfform sorgt für den typischen Ausdruck, bedeutet aber auch: Atmung und Belastbarkeit bei Wärme müssen im Alltag gut beobachtet werden, weil kurznasige Hunde schneller an Grenzen kommen.
Das Fell ist kurz, glatt und liegt eng an. Häufig sehen Sie Falbtöne von hell bis dunkler, dazu kommen Varianten mit schwarzer Maske, brauner Maske oder ohne Maske. Kleine weiße Abzeichen sind je nach Stelle möglich. Weil die Haut recht lose sein kann, fallen bei manchen Hunden Faltenpflege und ein höherer Speichelfluss stärker ins Gewicht. Regelmäßiges Kontrollieren und Trockenhalten von Faltenbereichen hilft, Reizungen zu vermeiden.
In der Bewegung wirkt die Bordeaux Dogge meist kraftvoll und eher „schiebend“ als federnd. Der Körper ist etwas länger als hoch, die Rute ist dick am Ansatz und wird im Stand tief getragen. Insgesamt sollte der Hund stabil und kontrolliert laufen, ohne starkes Wackeln oder hektische Schritte. Genau hier sieht man oft, ob Gewicht, Muskulatur und Kondition wirklich zusammenpassen.
Tierarztkosten bei der Bordeaux Dogge realistisch absichern
Welche Versicherung für eine Bordeaux Dogge sinnvoll ist
Bei der Bordeaux Dogge treffen Größe und rassetypische Risiken aufeinander. Genau das macht Tierarztkosten planbarer, wenn die Absicherung früh passt.
Bei dieser Hunderasse entstehen hohe Kosten oft nicht nur durch eine große OP. Viele Rechnungen wachsen schrittweise: Diagnostik, Medikamente, Kontrolltermine, Bildgebung, stationäre Betreuung und später oft auch Reha. Bei schweren Hunden ist vieles teurer, weil Narkose, Medikamente und Eingriffe mehr Aufwand bedeuten können. Wenn dann noch Gelenke, Atemwege, Herz, Hautfalten oder Augen zum Thema werden, bleibt es selten bei einem einzigen Termin.
Wenn Sie das finanzielle Risiko über das ganze Jahr abfedern möchten, ist eine Hundekrankenversicherung meist die passendste Lösung. Sie kann je nach Tarif ambulante und stationäre Behandlungen, Diagnostik und Medikamente abdecken und nicht nur den OP Moment. Für die Bordeaux Dogge ist das hilfreich, weil Beschwerden oft als Verlauf starten und erst später eine OP nötig wird. Achten Sie bei großen Rassen vor allem auf eine ausreichend hohe Jahreshöchstleistung, saubere Regelungen für bildgebende Diagnostik und auf realistische Erstattungssätze auch im Notfall.
Wenn Sie primär die großen Tierarztrechnungen absichern wollen, ist eine Hunde OP Versicherung die günstigere Alternative. Sie fokussiert auf Operationen inklusive Vor und Nachbehandlung. Das kann gut passen, wenn Sie laufende Tierarztrechnungen bewusst selbst tragen möchten, aber das OP Risiko nicht allein stemmen wollen. Bei der Bordeaux Dogge lohnt auch ein Blick auf Wartezeiten, auf den Umgang mit Vorerkrankungen und darauf, wie rassetypische Erkrankungen bewertet werden.
Für die Hundekrankenversicherung haben sich zwei Optionen als klare Empfehlungen etabliert: HanseMerkur Hundekrankenversicherung als Leistungssieger für viele, die eine breite Absicherung suchen, und die Hundekrankenversicherung von Cleos als Preis Leistungs Empfehlung, wenn starker Schutz mit moderner Diagnostik zu einem fairen Gesamtpaket gefragt ist.
Eine Hundekrankenversicherung ist die richtige Wahl, wenn Sie nicht nur OP Kosten, sondern auch Diagnostik, Medikamente und wiederkehrende Behandlungen absichern möchten. Sie kann helfen, wenn Beschwerden nicht mit einem Termin erledigt sind und sich Rechnungen über Wochen oder Monate entwickeln.
Die Hundehalterhaftpflicht schützt, wenn Ihr Hund einen Schaden verursacht, bei Menschen, Sachen oder Vermögen. Das kann im Alltag schnell passieren, etwa durch Umrennen, Leinenunfälle oder Schäden in fremden Wohnungen. Je nach Bundesland oder Situation kann eine Haftpflicht auch verpflichtend sein oder faktisch erwartet werden, zum Beispiel durch Vermieter.
Eine Hunde OP Versicherung ist sinnvoll, wenn Sie das Risiko großer Eingriffe absichern möchten, aber laufende Tierarztkosten selbst tragen. Sie greift bei medizinisch notwendigen Operationen und übernimmt häufig auch Vor und Nachbehandlungen. Das ist hilfreich, weil viele Kosten nicht nur im OP Saal entstehen, sondern rundherum.
Wenig Fellpflege, dafür mehr Aufmerksamkeit für Falten und Speichel
Pflege der Bordeaux Dogge
Die Bordeaux Dogge hat ein kurzes Fell und wirkt auf den ersten Blick pflegeleicht. In der Praxis hängt der Aufwand weniger am Bürsten, sondern an Hautfalten, Lefzen und regelmäßigen Kontrollen.
Das Fell ist kurz und dicht, deshalb reicht meist eine wöchentliche Bürstroutine. Am besten funktionieren Gummibürste, Striegel oder Grooming Handschuh, weil sie lose Haare und Schmutz gut aufnehmen, ohne die Haut zu reizen. In Phasen mit stärkerem Haarwechsel können zwei bis drei kurze Einheiten pro Woche sinnvoll sein.
Der wichtigste Punkt sind die Falten und die feuchte Haut rund um Maul und Gesicht. Speichel, Futterreste und Feuchtigkeit können sich in den Falten stauen, dann entstehen schnell Reizungen und im schlimmsten Fall Entzündungen. Praktisch bedeutet das: Falten sanft mit einem weichen, leicht feuchten Tuch oder geeigneten Tüchern reinigen und danach gründlich trocken tupfen. Achten Sie auf Warnzeichen wie Geruch, Rötung, nässende Stellen oder sichtbaren Schmerz. Dann sollte es tierärztlich abgeklärt werden, weil sich solche Entzündungen ohne Behandlung oft verschlimmern.
Dazu kommen die Kontrollen, die bei großen, schweren Hunden einfach dazugehören. Ohren einmal pro Woche anschauen und nur bei Bedarf schonend reinigen. Augen kurz prüfen, Ausfluss vorsichtig entfernen. Zähne profitieren von regelmäßigem Putzen oder passenden Kauartikeln, weil Entzündungen im Maulbereich bei vielen Hunden ein Dauerproblem werden können. Krallen und Pfotenballen sollten ebenfalls im Blick bleiben, gerade wenn viel auf Asphalt gelaufen wird oder der Hund wegen Gewicht schneller Druckstellen bekommt.
Beim Baden gilt: so oft wie nötig, so selten wie möglich. Viele Halter kommen mit einem Rhythmus von alle vier bis acht Wochen gut hin, bei starker Verschmutzung auch früher. Wichtig ist weniger die Häufigkeit, sondern das saubere Ausspülen und das vollständige Trocknen, besonders an Falten und Hauttaschen. Wenn die Haut nach dem Baden feucht bleibt, steigt das Risiko für Hautprobleme deutlich.
Diese Gesundheitsrisiken sind bei der Bordeaux Dogge besonders wichtig
Häufige und rassetypische Krankheiten bei der Bordeaux Dogge
Bei der Bordeaux Dogge lohnt es sich, Gesundheitsthemen früh auf dem Schirm zu haben. Zwei Gründe sind typisch: zum einen das hohe Körpergewicht mit Belastung für Gelenke und Bänder, zum anderen die Kopfform, die Atmung und Hitzeverträglichkeit beeinflussen kann. Dazu kommen Themen, die bei großen Hunden schnell teuer werden, weil Diagnostik, Narkose und Nachsorge mehr Aufwand bedeuten. Die folgenden Punkte sind keine Diagnose, aber die häufigsten „Baustellen“, bei denen Sie Warnzeichen ernst nehmen und lieber einmal zu früh als zu spät abklären lassen sollten.
Hüft- und Ellenbogendysplasie zählen bei dieser Rasse zu den Klassikern. Achten Sie auf steifes Aufstehen, Lahmheit nach Ruhe, „Einlaufen“ oder wenn Treppen plötzlich schwerfallen. Viele Kosten entstehen nicht nur durch eine OP, sondern durch Röntgen, Schmerztherapie, Physiotherapie und Hilfsmittel. Gewichtskontrolle und gelenkschonende Bewegung sind hier echte Hebel im Alltag. Wenn Ihr Hund jung ist, lohnt sich ein besonders vorsichtiger Aufbau von Muskulatur statt Überlastung.
Bei der Dogue de Bordeaux werden Herzerkrankungen überdurchschnittlich oft beschrieben. Typische Warnzeichen sind schnelle Ermüdung, Husten in Ruhe, Leistungseinbruch oder kurze „Schwäche“ nach Belastung. Herzdiagnostik läuft häufig über Auskultation, Ultraschall und EKG, das kann mehrere Termine bedeuten. Früh erkannt lässt sich vieles besser steuern, auch wenn nicht jede Ursache heilbar ist.
Gerade vor sportlicher Belastung oder Zuchteinsatz ist eine saubere Abklärung sinnvoll.
Die kurze Schnauze kann die Atmung einschränken, vor allem bei Wärme und Stress.
Warnzeichen sind starkes Röcheln, extremes Hecheln, Würgen, Schlafen mit Atemgeräuschen und schnelle Überhitzung. Manche Hunde zeigen auch Magenprobleme wie Aufstoßen oder Unruhe nach Belastung, wenn die Atmung „eng“ ist. Alltagstipp: Spaziergänge in kühlen Zeiten, kurze Einheiten, Pausen und konsequenter Hitzeschutz.
Wenn Atemnot auftritt, ist das ein Notfall und muss sofort abgeklärt werden.
Feuchtigkeit in Falten kann Reizungen und Entzündungen fördern, gerade rund um Lefzen und Gesicht. Dazu passen häufige Augenreizungen, wenn Lider nach außen oder innen kippen. Achten Sie auf Rötung, Geruch, Nässen, häufiges Reiben oder tränende Augen. Viele Fälle sind mit konsequenter Pflege gut beherrschbar, manchmal wird aber eine Behandlung nötig. Je früher Sie reagieren, desto eher bleiben es kleine Themen statt Dauerbaustelle.
Große, tiefbrüstige Hunde haben grundsätzlich ein höheres Risiko für eine Magendrehung. Warnzeichen sind plötzliches Aufblähen, erfolgloses Würgen, starke Unruhe, Speicheln und schnelle Verschlechterung. Das ist immer ein Notfall, Minuten zählen. Vorbeugend helfen ruhige Fütterungsroutinen, kein Toben direkt nach dem Fressen und mehrere kleinere Mahlzeiten. Wer das Risiko ernst nimmt, plant auch die Tierklinik in der Nähe und die Erreichbarkeit im Ernstfall mit.
Häufige Fragen zur Bordeaux Dogge, klar beantwortet
FAQ zur Bordeaux Dogge: Haltung, Pflege, Gesundheit und Absicherung
Wie groß und schwer wird eine Bordeaux Dogge?
Eine Bordeaux Dogge gehört zu den großen, sehr kräftigen Hunden. Rüden liegen typischerweise bei etwa 60 bis 68 cm Schulterhöhe, Hündinnen bei etwa 58 bis 66 cm. Beim Gewicht wird oft ein Mindestgewicht von rund 50 kg (Rüden) und 45 kg (Hündinnen) genannt, in der Praxis sind einzelne Hunde deutlich schwerer.
Entscheidend ist weniger eine „Maximalzahl“, sondern ein gut bemuskelter, schlanker Körper, der sich frei bewegen kann und nicht in die Atemnot rutscht.
Wie alt wird eine Bordeaux Dogge?
Die Lebenserwartung ist bei dieser Rasse häufig eher kurz. Viele Quellen und Praxiswerte bewegen sich im Bereich von etwa 6 bis 8 Jahren, einzelne Hunde können bei guter Zucht, gutem Gewicht und konsequenter Vorsorge auch älter werden.
Für Ihre Planung ist wichtig: Große Hunde altern schneller, und bei der Bordeaux Dogge kommen rassetypische Baustellen wie Atmung, Gelenke oder Herz als Kostentreiber dazu. Wer früh gegensteuert, gewinnt oft nicht nur Zeit, sondern vor allem Lebensqualität.
Ist die Bordeaux Dogge ein Listenhund in Deutschland?
Das hängt vom Bundesland ab. In Baden Württemberg, Bayern, Brandenburg und Hamburg kann die Bordeaux Dogge rechtlich als Hund mit besonderen Auflagen geführt werden. Die Regeln für Listenhunde unterscheiden sich je nach Land und teils sogar je nach Kommune, häufig geht es um Erlaubnis, Leinen und Maulkorbpflicht, Sachkundenachweise oder besondere Steuer.
Prüfen Sie das vor der Anschaffung konkret für Ihren Wohnort, das spart später Ärger und Kosten.
Ist die Bordeaux Dogge als Familienhund geeignet?
Ja, das kann passen, wenn Sie die Größe im Alltag aktiv managen. Viele Bordeaux Doggen sind sehr menschenbezogen, ruhig und loyal, oft auch geduldig im Familienumfeld. Gleichzeitig ist es ein kräftiger Hund, bei dem „aus Versehen“ schnell viel Wirkung hat.
Regeln für Begrüßung, Besuch, Kinder Spiel und Leine sollten von Anfang an stehen. Kinder und Hund brauchen klare Grenzen, Aufsicht und ruhige Routinen, dann ist das Miteinander meist deutlich entspannter.
Ist die Bordeaux Dogge für Anfänger geeignet?
Eher selten. Nicht, weil sie grundsätzlich „schwierig“ ist, sondern weil Kraft, Schutztrieb und Gewicht Erfahrung in Führung und Training verlangen. Anfänger unterschätzen oft, wie früh ein großer Hund lernen muss, ruhig zu bleiben, sich führen zu lassen und Besucher sowie Hundebegegnungen sauber zu akzeptieren.
Wenn Sie neu in der Hundehaltung sind, klappt es am ehesten mit professioneller Begleitung, viel Zeit für Training und einem Umfeld, das Management ermöglicht, also Platz, klare Regeln, kein Dauerstress.
Wie viel Bewegung braucht eine Bordeaux Dogge?
Meist moderat, dafür regelmäßig. Lange Dauerläufe oder hektischer Sport sind selten sinnvoll, weil Gewicht und Körperbau die Gelenke stärker belasten. Gut funktionieren mehrere kürzere Runden pro Tag, Schnüffelarbeit, ruhige Kopfarbeit und ein sauberer Grundgehorsam.
Bei Wärme sollten Sie Belastung deutlich reduzieren, kurze Schnauze und hohe Masse erhöhen das Risiko für Überhitzung. Wenn der Hund stark röchelt, untypisch schnell erschöpft oder unruhig wird, ist Pause angesagt.
Welche rassetypischen Krankheiten treten häufiger auf?
Typisch sind Themen rund um Gelenke (zum Beispiel Hüfte und Ellenbogen), Herz, Hautfalten sowie Atemprobleme bei sehr kurzer Schnauze. Auch Augenprobleme durch Lidfehlstellungen können vorkommen, ebenso ein erhöhtes Risiko für akute Notfälle wie Magendrehung bei großen, tiefbrüstigen Hunden.
Für Halter heißt das: Gewicht stabil halten, Bewegung gelenkschonend aufbauen, Faltenpflege ernst nehmen und Warnzeichen schnell abklären lassen.
Welche Versicherung ist für eine Bordeaux Dogge sinnvoll?
Wenn Sie planbare Kosten über das Jahr möchten, ist eine Hundekrankenversicherung die sinnvollste Absicherung, weil sie nicht nur den OP Moment abdeckt, sondern oft auch Diagnostik, Medikamente und wiederkehrende Behandlungen.
Wenn Sie laufende Rechnungen selbst tragen wollen, aber OP Kosten absichern möchten, passt eine Hunde OP Versicherung besser.
Mehr Orientierung rund um Hundegesundheit und Alltag
Hilfreiche Inhalte für Hundehalter
Ob Vorsorge, erste Symptome oder Fragen zur Erziehung: Wer seinen Hund gut einschätzen kann, handelt früher und spart oft Stress, Zeit und unnötige Kosten. In den folgenden Bereichen finden Sie verständliche Infos, die Sie im Alltag direkt nutzen können.
Hier finden Sie typische Beschwerden, Warnzeichen und sinnvolle nächste Schritte, ohne Panikmache. Sie bekommen Orientierung, wann Beobachten reicht und wann ein Tierarztbesuch besser ist. Praktisch sind auch Hinweise zu Diagnostik, Behandlung und Nachsorge, damit Sie Rechnungen und Entscheidungen besser einordnen.
Hier geht es um Alltagsthemen wie Erziehung, Beschäftigung, Verhalten und sichere Routinen. Sie finden klare Tipps, die im echten Leben funktionieren, vom Welpen bis zum Senior. So wird aus einzelnen Fragen ein planbarer Ablauf, der Ihnen und Ihrem Hund mehr Ruhe gibt.
Zusammenfassung
Die Bordeaux Dogge ist ein großer, kraftvoller Hund mit ruhigem Grundwesen und enger Bindung an die Familie. Damit sie im Alltag wirklich verlässlich bleibt, braucht sie klare Regeln, frühe Sozialisierung und eine faire, konsequente Erziehung. Wer Erfahrung mit großen Hunden mitbringt, Situationen souverän steuert und Schutzverhalten in ruhige Bahnen lenkt, bekommt einen wachsamen Begleiter, der meist wenig „Theater“ macht, aber präsent ist.
Gesundheitlich lohnt ein realistischer Blick: Gewicht, Gelenke und die kurze Kopfform können die Belastbarkeit beeinflussen, dazu kommen Themen wie Hautfalten, Augen und Herz, die bei manchen Hunden wiederkehrend werden können. Weil Tierarztkosten bei großen Rassen schnell steigen, ist eine passende Absicherung oft sinnvoll, entweder als breiter Vollschutz über eine Hundekrankenversicherung oder als OP Schutz, wenn Sie laufende Kosten selbst tragen möchten. Wer Pflege und Vorsorge im Alltag fest einplant, reagiert früher und hält Risiken und Kosten besser im Griff.
Häufige Fragen
Sabbert eine Bordeaux Dogge stark?
Viele Bordeaux Doggen sabbern deutlich mehr als schlanke, „trockene“ Rassen. Das ist im Alltag vor allem ein Hygiene Thema, Handtücher an festen Stellen, abwischbare Decken, regelmäßige Lefzen Kontrolle. Wenn Speichelfluss plötzlich stark zunimmt oder zusammen mit Unruhe, Würgen, Bauchaufblähung oder Schwäche auftritt, ist das ein Warnsignal und gehört sofort abgeklärt.
Was ist bei Hitze besonders wichtig?
Bei Wärme steigt das Risiko für Kreislauf und Atemprobleme schneller. Planen Sie Gassi früh morgens oder abends, bieten Sie Schatten und Wasser, vermeiden Sie Auto, Asphalt und intensive Belastung. Achten Sie auf starkes Hecheln, blasse Schleimhäute, Taumeln oder Unruhe, das kann Richtung Überhitzung gehen. Dann sofort kühlen, Ruhe, und im Zweifel direkt tierärztlich handeln.
Wie kann ich das Risiko einer Magendrehung senken?
Absolute Sicherheit gibt es nicht, Sie können das Risiko aber reduzieren. Bewährt sind mehrere kleinere Mahlzeiten, ruhiges Fressen, keine wilde Aktivität direkt vor und nach dem Füttern und ein entspannter Tagesrhythmus. Lernen Sie die Notfallzeichen, erfolgloses Würgen, plötzlich praller Bauch, starke Unruhe, schneller Abbau. Dann zählt jede Minute, fahren Sie sofort in die Tierklinik.
Worauf sollten Sie beim Welpenkauf achten?
Achten Sie auf Elterntiere mit nachvollziehbaren Gesundheitschecks, ruhiges, stabiles Wesen und eine Aufzucht, die Besucher, Geräusche und Alltag sauber integriert. Bei der Bordeaux Dogge lohnt ein kritischer Blick auf extreme Merkmale, sehr kurze Nase, sehr tiefe Falten, übermäßige Masse. Je „überzeichnete“ der Hund aussieht, desto eher steigen die Risiken für Atmung, Haut und Belastbarkeit. Ein guter Züchter beantwortet Fragen offen, zeigt Unterlagen und gibt auch klare Grenzen, wenn ein Welpe nicht zu Ihrem Alltag passt.
Ähnliche Hunderassen zur Bordeaux Dogge
Sie mögen an der Bordeaux Dogge die imposante Statur, die Ruhe im Haus und den ausgeprägten Schutzinstinkt, sind aber noch unsicher, ob genau diese Rasse zu Ihrem Alltag passt. Dann lohnt sich ein Vergleich mit ähnlichen Molossern und großen Arbeitshund-Typen. Die folgenden Rassen ähneln der Bordeaux Dogge entweder in Kraft und Präsenz oder im loyalen, beschützenden Wesen, unterscheiden sich aber beim Bewegungsdrang, der Führigkeit und dem Trainingsbedarf.
Cane Corso Italiano: Ebenfalls ein starker Beschützer, meist sportlicher und bewegungsfreudiger. Passt, wenn Sie mehr Aktivität möchten und konsequente Führung sicher leisten können.
Mastiff: Sehr groß, ruhig und gelassen im Haus. Sinnvoll, wenn maximale Größe und ein eher gemächliches Tempo im Alltag wichtig sind.
Bullmastiff: Häufig kompakter und etwas agiler, mit ähnlicher Wachsamkeit und enger Bindung. Gute Alternative, wenn Sie Molosser-Charakter wollen, aber etwas „handlicher“.
Deutsche Dogge: Groß und elegant, oft sehr menschenbezogen. Interessant, wenn Sie eine schlankere Silhouette bevorzugen, aber weiterhin einen großen Familienhund suchen.
Boxer: Lebhafter, verspielter und oft deutlich aktiver. Passt gut, wenn Sie Molosser-Nähe mögen, aber mehr Temperament im Alltag wollen.
Bernhardiner: Sehr groß, meist freundlich und geduldig, mit längerem Fell und oft höherem Pflegeaufwand. Eine Option, wenn Sie „sanfter Riese“ mögen und Platz mitbringen.
Rottweiler: Kraftvoller Arbeitshund-Typ mit klarer Aufgabe und meist höherer Führigkeit. Sinnvoll, wenn Sie einen wachsamen Hund möchten und strukturiertes Training ernst nehmen.
Über den Autor
Daniel Moser
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