Deutscher Jagdterrier – Temperamentvoller Spezialist für die Jagd
Alles über Haltung, Einsatz und Charakter dieser robusten, arbeitsfreudigen Hunderasse – für Jäger mit Erfahrung und Führungsstärke.
Der Deutsche Jagdterrier ist ein kompakter, leistungsbereiter und intelligenter Hund, der speziell für die Jagd gezüchtet wurde – und bis heute durch seine Zielstrebigkeit, Ausdauer und Wachsamkeit überzeugt. Laut FCI gehört der Deutsche Jagdterrier zur Sektion 1 hochläufige Terrier und zählt damit zu den vielseitigsten Jagdhunden. Als zuverlässiger Gebrauchshund mit hoher Einsatzbereitschaft ist er besonders bei aktiven Haltern, Jägern und Hundesportlern beliebt.
Trotz seiner geringen Größe bringt der Deutsche Jagdterrier enorme Energie und Arbeitswillen mit. Als spezialisierter Jagdhund hebt er sich im Vergleich zu anderen Jagdhunden durch seine Vielseitigkeit und jagdlichen Qualifikationen hervor. Wer diese Rasse halten möchte, sollte neben Erfahrung auch ausreichend Zeit für Bewegung, geistige Auslastung und konsequente Erziehung mitbringen. Denn der Jagdterrier fordert – und braucht – eine klare Aufgabe. Richtig geführt, zeigt er sich loyal, lernbereit und erstaunlich vielseitig.
In dieser Übersicht erfahren Sie alles über Herkunft, Haltung, Pflege, typische Krankheiten und die passenden Versicherungen für Ihren Deutschen Jagdterrier.

Steckbrief Deutscher Jagdterrier
- Herkunft: Deutschland
- Größe: 33–40 cm Schulterhöhe
- Gewicht: 7–10 kg
- Unterschiede: Rüde meist kräftiger und größer, Hündinnen etwas kleiner und zarter
- Brustumfang: 45–50 cm, abhängig von Größe und Geschlecht Lebenserwartung/Alter: 10–14 Jahre
- Lebenserwartung/Alter: 10–14 Jahre
- Haar: Glatthaarig oder glattrauhaarig, dicht, wetterfest
- Farbe: Typisch ist schwarz mit klar abgegrenzten lohfarbenen oder dunkelbraunen Abzeichen
- Charakter: Mutig, arbeitsfreudig, intelligent, ausdauernd, jagdlich motiviert
- Bewegungsbedarf: Sehr hoch – tägliche körperliche und geistige Auslastung notwendig
- Pflegeaufwand: Moderat – regelmäßiges Bürsten, wenig Aufwand beim Baden
- Einsatzgebiet: Jagdhund, Gebrauchshund, bei entsprechender Führung auch aktiver Familienhund
- Besonderheiten: Starker Jagdtrieb, ausgeprägte Eigenständigkeit, nicht für Anfänger geeignet
Vom Zuchtprojekt zum vielseitigen Arbeitshund
Ein gezielter Neuanfang für die Jagd
Der Deutsche Jagdterrier ist eine noch vergleichsweise junge Hunderasse, deren Ursprung eng mit der Geschichte des deutschen Jagdwesens nach dem Ersten Weltkrieg verknüpft ist. Entstanden aus einem klaren züchterischen Ziel, sollte ein robuster, ausdauernder und kompromisslos arbeitender Jagdhund geschaffen werden – insbesondere für die Baujagd auf Fuchs und Dachs.
Die gezielte Zucht begann in den 1920er-Jahren mit einer Gruppe engagierter Jäger um Walter Zangenberg. Dr. Lackner spielte als Initiator, Förderer und Zuchtleiter eine maßgebliche Rolle bei der Entwicklung und Festigung des Deutschen Jagdterriers (DJT), indem er die Zuchtprogramme initiierte und die Qualität der Jagdhunde prägte. Ausgangspunkt war eine Handvoll schwarzer Foxterrier, die durch sorgfältige Auswahl und Kreuzung mit altdeutschen Jagdhunden und Welsh Terriern zu einem neuen, leistungsstarken Typ Hund geformt wurden. Die Zuchtbasis war klein, das Ziel klar definiert: ein wendiger, führiger und besonders belastbarer Arbeitsterrier mit ausgeprägtem Jagdverstand, wobei verschiedene Terriers wie Welsh Terriers und Foxterriers maßgeblich zur Entstehung der Rasse beitrugen.
Schon früh wurde der Deutschen Jagdterriers in jagdlichen Leistungsschauen erprobt und erhielt 1926 seine offizielle Anerkennung als Rasse. Der Deutsche Jagdterrier Club e.V. (Club) wurde als Gründungsorganisation ins Leben gerufen und setzte die Standards für die Zucht, organisierte Zuchtprüfungen und förderte die Verbreitung der Rasse durch gezielte Zucht- und Prüfungsveranstaltungen. Im Gegensatz zu vielen anderen Terrierrassen wurde bei der Zucht weniger Wert auf Ausstellungsmerkmale, sondern konsequent auf jagdliche Leistung, Mut und Führigkeit gelegt.
Bis heute ist der Deutsche Jagdterrier in erster Linie ein Gebrauchs- und Jagdhund geblieben. Er wird in Deutschland vor allem von Jägern geführt, erfreut sich aber auch in Österreich, Skandinavien und den USA wachsender Beliebtheit. Sein kompakter Körper, seine Wetterfestigkeit und seine hohe Reizschwelle machen ihn zum vielseitig einsetzbaren Partner im Revier – von der Baujagd über die Schweißarbeit bis zur Nachsuche auf Schwarzwild. Die Kurzform ‘DJT’ ist im Zucht- und Jagdkontext als gängige Bezeichnung für den Deutschen Jagdterrier etabliert.
Wer ihn als Familien- oder Begleithund führen möchte, sollte diese Wurzeln verstehen. Denn auch wenn der Deutsche Jagdterrier ein lernwilliger, anhänglicher Hund sein kann, trägt er in sich nach wie vor das Erbe eines passionierten Jägers, das konsequente Führung und Aufgabe verlangt. Züchter legen großen Wert auf die Erhaltung der jagdlichen Eigenschaften und die Entwicklung des Deutschen Jagdterriers als vielseitigen Jagdgebrauchshund, wobei gezielte Zuchtvoraussetzungen und Arbeitsprüfungen die Qualität und den Charakter der Hunde sichern.
Aktivität, Konsequenz und Aufgabe – was diese Rasse wirklich braucht
Anspruchsvoll, aber lohnend
Der Deutsche Jagdterrier ist kein klassischer Familienhund für gemütliche Spaziergänge oder Couch-Nachmittage. Als hochspezialisierter Arbeitshund mit ausgeprägtem Jagdinstinkt benötigt er klare Aufgaben, eine stabile Führung und ein Umfeld, das ihm gerecht wird. Wer ihn halten möchte, sollte Erfahrung mit anspruchsvollen Hunderassen mitbringen – oder bereit sein, diese konsequent aufzubauen.
Diese Rasse ist körperlich wie geistig hoch aktiv. Tägliche Bewegung reicht allein nicht aus – entscheidend ist eine sinnvolle Auslastung durch Fährtenarbeit, Apportiertraining, Nasenarbeit oder jagdnahes Hundetraining. Ideal ist der Deutsche Jagdterrier für Jäger oder sportliche Halter mit Zugang zu Revierarbeit, Hundesport oder intensiven Beschäftigungsformen wie Mantrailing. Abwechslungsreiche Aktivitäten, besonders im Freien, sind für die Ausgeglichenheit des Hundes unerlässlich. Ohne diese Möglichkeit neigt der Hund zu Unterforderung, Frustration und unerwünschtem Verhalten. Im schlimmsten Fall kann dies dazu führen, dass der Hund ins Tierheim abgegeben wird.
In der Wohnung kann ein Deutscher Jagdterrier grundsätzlich leben – sofern er draußen ausreichend Bewegung und Reize bekommt und die Herausforderungen im Haus durch konsequente Erziehung im eigenen Hause gemeistert werden. Ein sicher eingezäunter Garten oder Freilaufgelände ist ein großer Vorteil. Wichtig ist, dass er nicht dauerhaft sich selbst überlassen wird, da er schnell selbstständig handelt und sich eigene „Aufgaben“ sucht. Jagdverhalten gegenüber Wild, Katzen oder Kleintieren ist ausgeprägt und muss konsequent kontrolliert werden. Im Wald zeigt der Deutsche Jagdterrier seine Fähigkeiten, einer Fährte mit ausgezeichneter Nase zu folgen.
Zudem braucht diese Rasse einen Menschen, der klare Regeln aufstellt und sie auch einhält. Konsequenz, Ruhe und Geduld sind wichtig – Härte oder Strafen führen beim intelligenten Jagdterrier eher zu Widerstand oder Vertrauensverlust. Frühzeitige Sozialisierung, klare Strukturen und positives Training sind der Schlüssel zu einer funktionierenden Bindung. Im Stand zeigt der Deutsche Jagdterrier eine aufmerksame und gespannte Haltung.
Für Familien mit kleinen Kindern, Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Hundeanfänger ist der Deutsche Jagdterrier nicht geeignet. In erfahrenen Händen hingegen kann er ein zuverlässiger, loyaler und leidenschaftlicher Begleiter werden – mit hoher Lernbereitschaft, großer Bindung an „seinen“ Menschen und beeindruckender Vielseitigkeit. Die Integration in die Familie gelingt am besten, wenn der Hund ausreichend Kontakt zur Natur hat, da dies sein Wohlbefinden fördert.
Der Deutsche Jagdterrier wurde ursprünglich für die Jagd auf wildes Wild wie Fuchs und Dachs gezüchtet, wobei Schneid, Jagdleistung und Mut im Vordergrund stehen. Seine feine Nase und die Fähigkeit, einer Fährte im Wald zu folgen, machen ihn zu einem hervorragenden Jagdhund. Lange Aktivitäten machen ihm nichts aus – selbst ein ganzer Tag im Wald bringt ihn nicht aus der Ruhe.
Wesenszüge mit Ecken und Kanten – aber treu bis ins Mark
Zielstrebig, mutig, eigenständig
Der Deutsche Jagdterrier ist ein Hund mit starkem Charakter, klarer Ausrichtung und ausgeprägtem Selbstbewusstsein. Er wurde gezielt auf Leistung, Führigkeit und Arbeitswille gezüchtet – das spiegelt sich in seinem Verhalten bis heute wider. Besonders bei der Zucht wird auf die Auswahl leistungsstarker Hündinnen geachtet, da die Hündin maßgeblich zur Entwicklung der Wesensmerkmale und jagdlichen Eigenschaften beiträgt. Wer einen ruhigen, unkomplizierten Familienhund sucht, wird mit ihm nicht glücklich. Wer jedoch einen verlässlichen Partner mit Verstand, Energie und Loyalität schätzt, findet im Jagdterrier eine beeindruckende Persönlichkeit.
Diese Rasse ist mutig, wachsam und extrem arbeitsfreudig. Sie lernt schnell, denkt mit, braucht aber eine klare, konsequente Führung. Der Jagdterrier hat ein gutes Sozialverhalten, zeigt sich seinem Menschen gegenüber anhänglich, aber niemals unterwürfig. Er denkt selbstständig, entscheidet situativ – und kann bei mangelnder Auslastung oder inkonsequenter Erziehung durchaus eigensinnig, unruhig oder dominant auftreten.
In der richtigen Umgebung – mit mentaler Herausforderung, festen Strukturen und enger Bindung – zeigt sich der Deutsche Jagdterrier von seiner besten Seite: loyal, leistungsfähig, ausdauernd und vielseitig. Er arbeitet konzentriert, sucht aktiv nach Aufgaben und meistert auch anspruchsvolle Trainingssituationen mit Ausdauer.
Mit Kindern und anderen Tieren ist er verträglich, wenn früh sozialisiert und gut geführt. Der Jagdtrieb bleibt jedoch präsent – kleinere Tiere werden oft als Beute angesehen. Sein Schutztrieb ist verhalten, aber seine Wachsamkeit hoch: Er zeigt an, ohne zu kläffen, ist jedoch stets bereit, zu handeln.
Für sensible oder nachgiebige Halter ist diese Rasse nicht geeignet. Sie verlangt Führung – aber auf Augenhöhe. Wer das bieten kann, erhält einen außergewöhnlichen Begleiter mit viel Potenzial und Herz.
Stärken
- Hohe Intelligenz und Lernfähigkeit
- Große Ausdauer und körperliche Leistungsbereitschaft
- Starke Bindung an Bezugsperson
- Vielseitig einsetzbar in Jagd, Sport, Arbeit
- Robust, wetterfest, genügsam
Schwächen
- Ausgeprägter Jagdtrieb und Eigensinn
- Nicht für Anfänger oder bequeme Halter geeignet
- Erfordert konsequente Erziehung und klare Führung
- Neigt bei Unterforderung zu Verhaltensproblemen
- Reagiert empfindlich auf Härte oder Strafen
Robuster Bau, klare Linien und funktionales Haarkleid
Kompakt, kräftig, jagdlich geprägt
Der Deutsche Jagdterrier ist ein kompakter, muskulöser Hund mit harmonischer Gesamterscheinung. Sein Äußeres wurde nicht auf Ausstellungserfolge hin gezüchtet, sondern auf Funktionalität und Belastbarkeit im jagdlichen Einsatz. Das Resultat ist ein klar definierter, wendiger Körperbau, der Kraft, Ausdauer und Beweglichkeit vereint.
Der Brustumfang ist im Verhältnis zur Widerristhöhe besonders ausgeprägt und zählt zu den wichtigen Zuchtmerkmalen dieser Rasse.
Mit einer Schulterhöhe von etwa 33 bis 40 Zentimetern und einem Gewicht zwischen 7 und 10 Kilogramm zählt der Deutsche Jagdterrier zu den mittelgroßen Terrierrassen. Rüden sind in der Regel etwas größer und kräftiger gebaut als Hündinnen, die meist kleiner und zarter erscheinen. Der Körper ist leicht rechteckig, fest bemuskelt und dabei auffällig sehnig. Brust und Rücken zeigen gute Tiefe und Stabilität – Eigenschaften, die für die Bau- und Stöberjagd essenziell sind. Bereits bei Welpen lässt sich der kompakte Körperbau und die gute Bemuskelung erkennen, was eine frühe Prägung und gezielte Förderung unterstützt.
Der Kopf ist keilförmig mit betontem Stop, kräftigem Fang und gut ausgeprägtem Unterkiefer. Die mittelgroßen, dunklen Augen wirken wach und intelligent, die V‑förmigen, nach vorne gekippten Ohren unterstreichen das aufmerksame Erscheinungsbild. Der Ausdruck des Hundes ist klar, fordernd und aktiv – typisch für einen Arbeitshund mit Führungsanspruch.
Das Haar ist hart, dicht und wetterfest – es gibt zwei Haarvarianten: glatthaarig und rauhaarig. Beide Varianten bieten Schutz gegen Nässe, Kälte und Dornen. Die Farbe des Haarkleids ist meist schwarz oder dunkelbraun mit klar abgegrenzten, lohfarbenen Abzeichen an Fang, Brust und Läufen, was das typische Erscheinungsbild des Deutschen Jagdterriers ausmacht. Ein glänzendes, gepflegtes Haarkleid zeigt den guten Zustand und die Vitalität des Hundes.
Die Rute wird meist kupiert getragen, sofern gesetzlich zulässig. In Ländern, in denen das Kupieren verboten ist, wird sie in natürlicher Länge getragen – gerade oder leicht säbelförmig. Der Stand der Rute ist dabei hoch angesetzt und wird in der Bewegung oder bei Aufmerksamkeit aufrecht oder leicht über dem Rücken getragen, was die Arbeitsbereitschaft des Hundes unterstreicht.
Der Deutsche Jagdterrier gilt als robust und langlebig. Bei guter Pflege, artgerechter Haltung und ausgewogener Ernährung erreicht er eine Lebenserwartung von etwa 10 bis 14 Jahren. Seine körperliche Belastbarkeit und Regenerationsfähigkeit machen ihn zu einem der widerstandsfähigsten Hunde im jagdlichen Bereich.
Drei sinnvolle Versicherungen für Gesundheit und Sicherheit
Absicherung für Ihren Deutschen Jagdterrier
Auch wenn der Deutsche Jagdterrier als besonders widerstandsfähige Rasse gilt, kann es jederzeit zu Verletzungen, Erkrankungen oder unvorhergesehenen Zwischenfällen kommen – gerade bei aktiven Hunden mit jagdlichem Einsatz. Die folgenden Versicherungen bieten Ihnen finanzielle Sicherheit und sorgen dafür, dass Ihr Hund in jeder Lebenslage gut versorgt ist.
Deckt ambulante und stationäre Behandlungen beim Tierarzt ab – inklusive Diagnostik, Medikamenten und Therapiemaßnahmen. Besonders sinnvoll bei chronischen Erkrankungen oder altersbedingten Beschwerden.
Schützt Sie als Halter vor Schadenersatzforderungen, wenn Ihr Hund Personen‑, Sach- oder Vermögensschäden verursacht – gesetzlich vorgeschrieben in mehreren Bundesländern.
Übernimmt die Kosten für notwendige Operationen – ob nach Unfällen oder bei rassetypischen Risiken wie Patellaluxation. Erstattet bis zum 4‑fachen Satz der GOT (Gebührenordnung für Tierärzte).
Praktische Tipps für Fell, Zähne, Ohren und Augen
Robust, aber nicht pflegefrei
Der Deutsche Jagdterrier gilt als pflegeleicht – doch ganz ohne Aufwand kommt auch diese robuste Rasse nicht aus. Regelmäßige Pflegeroutinen sind wichtig, um Gesundheit, Wohlbefinden und ein gepflegtes Erscheinungsbild zu erhalten. Insbesondere bei aktiven Hunden, die im Gelände, bei der Jagd oder im Hundesport eingesetzt werden, ist eine sorgfältige Kontrolle und Pflege unerlässlich.
Das kurze, dichte Fell des Jagdterriers – ob glatt oder rauhaarig – muss regelmäßig gebürstet werden. Einmal pro Woche genügt in der Regel, um abgestorbene Haare und Schmutz zu entfernen und die Hautgesundheit zu unterstützen. Besonders nach jagdlichen Einsätzen oder Ausflügen durchs Unterholz empfiehlt sich eine gründliche Kontrolle auf Zecken, Dornen oder kleine Verletzungen.
Baden ist nur selten notwendig und sollte nur bei starker Verschmutzung erfolgen. Verwenden Sie dabei ausschließlich mildes Hundeshampoo, um den natürlichen Schutzfilm der Haut nicht zu beeinträchtigen.
Auch die Zahnhygiene spielt eine wichtige Rolle. Zahnbelag und Zahnstein lassen sich durch regelmäßiges Zähneputzen mit einer speziellen Hundezahnbürste und Zahnpasta reduzieren. Ergänzend eignen sich Zahnpflege-Snacks oder Kauartikel, um die tägliche Zahnpflege zu unterstützen.
Die Ohren des Jagdterriers sollten wöchentlich kontrolliert werden – vor allem bei Hunden mit viel Kontakt zu Wasser, Schlamm oder dichter Vegetation. Verwenden Sie ein weiches Tuch oder einen speziellen Ohrenreiniger, um Verschmutzungen zu entfernen und Entzündungen vorzubeugen.
Auch die Augen benötigen Aufmerksamkeit: Schmutz oder Staub kann sich im Augenwinkel sammeln. Reinigen Sie die Augenpartie bei Bedarf vorsichtig mit einem feuchten, fusselfreien Tuch.
Abschließend lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die Krallen. Bei aktiven Hunden nutzen sie sich meist von selbst ab – bei Wohnungshaltung oder weichen Böden kann jedoch ein Nachkürzen notwendig sein.
Mit wenigen, aber konsequent durchgeführten Pflegemaßnahmen sorgen Sie dafür, dass Ihr Deutscher Jagdterrier nicht nur leistungsfähig, sondern auch rundum gesund bleibt.
Diese fünf Gesundheitsprobleme sollten Sie kennen
Typische Krankheiten beim Deutschen Jagdterrier
Trotz seiner robusten Konstitution kann auch der Deutsche Jagdterrier im Laufe seines Lebens gesundheitliche Herausforderungen entwickeln. Viele Beschwerden lassen sich durch Vorsorge, Zuchtkontrolle und regelmäßige tierärztliche Betreuung gut erkennen und behandeln. Im Folgenden finden Sie fünf relevante Krankheitsbilder, die bei dieser Rasse vorkommen können – inklusive kurzer Beschreibung und möglicher Kosten.
Die Kniescheibe springt aus ihrer natürlichen Position, was zu Lahmheit oder Schmerzen führen kann. Besonders bei körperlich stark geforderten Hunden ein Risiko.
Behandlungskosten: 1.200 – 2.500 €
Obwohl seltener als bei großen Rassen, kann auch der Deutsche Jagdterrier eine Fehlbildung des Hüftgelenks entwickeln. Oft genetisch bedingt.
Behandlungskosten: 1.500 – 4.000 €
Trübung der Linse (grauer Star) oder Netzhautdegeneration (PRA) können Sehstörungen verursachen. In bestimmten Zuchtlinien beobachtet.
Behandlungskosten: 600 – 2.000 €
Eine seltene, vererbbare Stoffwechselkrankheit, die zu Muskelschwäche und Leistungsabfall führen kann. Gentest verfügbar – wichtig in der Zucht.
Behandlungskosten: Diagnostik + Management erforderlich, Kosten variieren stark
Kontaktallergien, Futterunverträglichkeiten oder Parasiten können Hautreizungen auslösen. Häufiges Kratzen oder Hotspots sind Warnzeichen.
Behandlungskosten: 300 – 1.200 €
8 häufige Fragen rund um Haltung, Wesen und Gesundheit
Was Sie schon immer über den Deutschen Jagdterrier wissen wollten
Ist der Deutsche Jagdterrier für Anfänger geeignet?
Nein. Der Deutsche Jagdterrier ist ein anspruchsvoller Arbeitshund mit starkem Jagdtrieb und eigenständigem Charakter. Er braucht eine konsequente, erfahrene Führung und ist für Anfänger nicht geeignet.
Wie viel Auslauf braucht ein Deutscher Jagdterrier?
Sehr viel. Er benötigt tägliche lange Spaziergänge, zusätzliche Beschäftigung wie Fährtenarbeit oder Hundesport und mentale Auslastung. Unterforderung führt schnell zu Problemverhalten.
Kann man einen Deutschen Jagdterrier in der Wohnung halten?
Grundsätzlich ja – wenn der Hund ausreichend körperlich und geistig ausgelastet wird. Ein sicher eingezäunter Garten ist ideal, aber kein Muss bei ausreichender Bewegung.
Ist der Deutsche Jagdterrier kinderfreundlich?
Mit frühzeitiger Sozialisierung und unter Aufsicht kann er gut mit Kindern umgehen. Wichtig ist jedoch, dass Kinder respektvoll mit dem Hund umgehen – und der Hund nicht unterfordert oder überreizt ist.
Kommt der Jagdterrier mit anderen Hunden zurecht?
Mit klarer Erziehung und guter Sozialisation ja – besonders mit Artgenossen im eigenen Haushalt. Rüden können aber in bestimmten Situationen dominant auftreten.
Ist der Deutsche Jagdterrier als Familienhund geeignet?
Nur bedingt. Er braucht erfahrene, aktive Halter, die ihm klare Regeln geben und ihn sinnvoll beschäftigen. Als reiner Familienhund ohne Aufgaben ist er meist unterfordert.
Wie stark ist der Jagdtrieb ausgeprägt?
Sehr stark. Der Deutsche Jagdterrier wurde für die Bau- und Stöberjagd gezüchtet. Ohne konsequentes Training neigt er dazu, Wild, Katzen oder Kleintiere zu verfolgen.
Gibt es rassetypische Krankheiten beim Deutschen Jagdterrier?
Gelegentlich treten Patellaluxation, Augenprobleme oder Myopathien auf. Insgesamt gilt die Rasse jedoch als sehr robust. Vorsorgeuntersuchungen und verantwortungsvolle Zucht sind entscheidend.
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Zusammenfassung
Der Deutsche Jagdterrier ist ein kompakter, leistungsstarker Gebrauchshund mit ausgeprägtem Jagdtrieb, hoher Intelligenz und starker Bindung an seinen Halter. Ursprünglich für die Baujagd gezüchtet, zeigt er sich bis heute als vielseitiger und robuster Begleiter – jedoch mit klaren Anforderungen an Haltung, Führung und Auslastung. Wer bereit ist, sich intensiv mit seiner Erziehung, Pflege und geistigen Förderung auseinanderzusetzen, wird mit einem loyalen, arbeitsfreudigen Hund belohnt.
Wichtig für Halter ist die frühzeitige Sozialisierung, konsequente Erziehung und regelmäßige tierärztliche Vorsorge – ideal ergänzt durch eine passende Hundekranken- oder OP-Versicherung. Als Anfängerhund ist der Deutsche Jagdterrier nicht geeignet, wohl aber für erfahrene, aktive Menschen, die seinen natürlichen Anlagen gerecht werden.
Ob im jagdlichen Einsatz, im Hundesport oder als anspruchsvoller Alltagsbegleiter – der Deutsche Jagdterrier ist eine besondere Rasse für besondere Menschen.
Häufige Fragen
Wie viel kostet ein Deutscher Jagdterrier in der Anschaffung?
Die Anschaffungskosten bei seriösen Züchtern liegen in der Regel zwischen 800 und 1.500 €. Achten Sie auf eine kontrollierte Jagdzucht mit gültigen Papieren und Gesundheitsnachweisen.
Ist ein Deutscher Jagdterrier gefährlich?
Nein, aber er ist anspruchsvoll. Wird er nicht artgerecht gehalten oder falsch erzogen, kann er Verhaltensprobleme entwickeln. In erfahrenen Händen ist er loyal, führig und zuverlässig – nicht aggressiv.
Ist der Deutsche Jagdterrier ein Jagdhund?
Ja. Er wurde gezielt für die Jagd gezüchtet und ist bis heute einer der beliebtesten Bau- und Stöberhunde in Deutschland. Ohne jagdliche oder sportliche Auslastung neigt er zu Unterforderung.
Kann man einen Deutschen Jagdterrier ohne Jagd halten?
Nur mit sehr guter Auslastung durch Hundesport, Mantrailing oder intensive Arbeit. Als reiner Familienhund ohne Aufgabe ist er in der Regel nicht ausgelastet.