Fell­pfle­ge beim Hund rich­tig ange­hen

Fin­den Sie die pas­sen­de Pfle­ge für Fell­typ, Haut und Jah­res­zeit.

Fellpflege beim Hund: Hundefriseurin bürstet einen langhaarigen Collie auf dem Pflegetisch

Wel­che Fell­pfle­ge Ihr Hund wirk­lich braucht

Fell­pfle­ge beim Hund wird schnell zur Unsi­cher­heit, wenn das Fell stumpf wirkt, stark haart oder sich ers­te Kno­ten bil­den. Vie­le Hal­ter fra­gen sich nach jeder Pfle­ge­ein­heit, ob Bürs­ten reicht, wann Baden sinn­voll ist und ob ein Hun­de­fri­seur nötig wird. Aus einem ver­nach­läs­sig­ten Kno­ten hin­ter dem Ohr wird eine Filz­plat­te und aus der Filz­plat­te eine Haut­ent­zün­dung die beim Tier­arzt lan­det.

Wer beim Bürs­ten genau hin­sieht, fin­det Zecken, Kno­ten und Haut­rö­tun­gen oft bevor der Tier­arzt beim Jah­res­check danach sucht.

Inhalts­ver­zeich­nis

Das Wich­tigs­te im Über­blick

Schutz, Haut­ge­sund­heit und Wohl­be­fin­den

War­um Fell­pfle­ge beim Hund so wich­tig ist

Wer sei­nen Hund regel­mä­ßig bürs­tet, merkt etwas das kein jähr­li­cher Tier­arzt­check ersetzt: wie das Fell von Woche zu Woche aus­sieht und wann etwas nicht stimmt. Das Fell ist Schutz­schicht, Kühl­sys­tem und Früh­warn­sys­tem in einem und genau des­halb zeigt es als ers­tes wenn mit der Gesund­heit etwas nicht stimmt.

Das Haar­kleid ist eng mit der Haut ver­bun­den. Talg­drü­sen geben natür­li­che Haut­fet­te an Fell und Haut­ober­flä­che ab, wodurch ein schüt­zen­der Film ent­steht. Die­ser Schutz­film hält Feuch­tig­keit bes­ser in der Haut, unter­stützt die Elas­ti­zi­tät und kann Rei­zun­gen vor­beu­gen. Wird das Fell zu sel­ten gepflegt, ver­tei­len sich die­se Fet­te schlech­ter, lose Haa­re blei­ben hän­gen und Schmutz sam­melt sich schnel­ler im Fell.

Filz­plat­ten zie­hen an der Haut, spei­chern Feuch­tig­keit und schaf­fen ein war­mes Milieu, in dem sich Ent­zün­dun­gen, Hefe­pil­ze oder Para­si­ten leich­ter ent­wi­ckeln kön­nen. Klei­ne Ver­let­zun­gen, Rötun­gen, Zecken, Flö­he oder all­er­gi­sche Reak­tio­nen fal­len bei dich­tem, unge­pfleg­tem Fell oft spä­ter auf. Ent­ste­hen dar­aus behand­lungs­be­dürf­ti­ge Haut­er­kran­kun­gen, kann eine Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung die Tier­arzt­kos­ten je nach Tarif und Leis­tungs­um­fang über­neh­men.

Der Fell­wech­sel belas­tet Haut und Haar­kleid beson­ders. Alte Unter­wol­le muss aus dem Fell ent­fernt wer­den, damit Luft an die Haut gelangt und die neue Fell­struk­tur sau­ber nach­wach­sen kann. Bleibt abge­stor­be­nes Haar im Fell, wirkt das Haar­kleid stumpf, wärmt ungleich­mä­ßig und kann bei emp­find­li­chen Hun­den Juck­reiz för­dern.

Beim Bürs­ten fal­len Kno­ten, Para­si­ten und Haut­ver­än­de­run­gen frü­her auf als beim Strei­cheln zwi­schen­durch, beson­ders bei dich­tem Fell. Gera­de bei älte­ren Hun­den, lang­haa­ri­gen Ras­sen und Hun­den mit dich­ter Unter­wol­le wird Fell­pfle­ge des­halb zu einem fes­ten Teil der Gesund­heits­vor­sor­ge.

Vom Haar­kleid zur pas­sen­den Pfle­ge­rou­ti­ne

Wel­cher Fell­typ braucht wel­che Pfle­ge?

Der Fell­typ bestimmt, wie inten­siv Pfle­ge, Werk­zeug­wahl und Kon­trol­le aus­fal­len soll­ten. Die wich­tigs­te Fra­ge vor dem Kauf jeder Bürs­te: Hat mein Hund Unter­wol­le oder nicht? Die­se eine Unter­schei­dung ent­schei­det über 80% der Werk­zeug­wahl. Eine kla­re Zuord­nung hilft dabei, Pfle­ge­feh­ler zu ver­mei­den und den Auf­wand rea­lis­tisch ein­zu­schät­zen.

Die Schnell­über­sicht zeigt, wel­che Hun­de­bürs­te zu wel­cher Fell­struk­tur passt und wann pro­fes­sio­nel­le Unter­stüt­zung sinn­voll wer­den kann. Gera­de bei dich­ter Unter­wol­le, star­kem Haar­ver­lust oder schnell ver­kno­ten­dem Fell reicht eine Stan­dard­bürs­te oft nicht aus. Auch der Zeit­auf­wand unter­schei­det sich deut­lich: Man­che Hun­de kom­men mit kur­zer Wochen­pfle­ge gut zurecht, ande­re brau­chen eine deut­lich enge­re Rou­ti­ne. Die Tabel­le dient des­halb als prak­ti­sche Ori­en­tie­rung, bevor die ein­zel­nen Fell­ty­pen im Detail erklärt wer­den.

Alle Vor­sor­ge-The­men im Über­blick
Täg­lich Hoher Pfle­ge­be­darf
3–4×/Wo Regel­mä­ßig
1–2×/Wo Gele­gent­lich
Ja Pro­fi nötig
Sai­so­nal Beim Fell­wech­sel
Sel­ten Pro­fi optio­nal
Fell­pfle­ge beim Hund nach Fell­typ mit Bei­spiel­ras­sen, Werk­zeu­gen, Pfle­ge­fre­quenz, Pro­fi-Ein­schät­zung und Richt­wer­ten für den Hun­de­sa­lon.
Fell­typ Bei­spiel­ras­sen Emp­foh­le­ne Bürs­te / Werk­zeug Fre­quenz Pro­fi? Hun­de­sa­lon ca.
Kurz­haar Glatt anlie­gend, wenig Unter­wol­le Labra­dor Boxer Dal­ma­ti­ner Dober­mann Wei­ma­ra­ner Gum­mi­strie­gel Natur­bors­ten­bürs­te Fur­mi­na­tor (Fell­wech­sel) 1–2×/Woche Sel­ten 35–55 €
Stock­haar Mit­tel­lang, dich­tes Deck­haar + Unter­wol­le Dt. Schä­fer­hund Mali­nois Eura­si­er Hova­wart Unter­fell­bürs­te (Under­coat Rake) Stahl­kamm (grob) Fur­mi­na­tor inten­siv (Wech­sel) 2–3×/Woche Sai­so­nal 45–65 €
Lang­haar Sei­di­ges Deck­haar, oft Unter­wol­le Gol­den Retrie­ver Set­ter Col­lie Cava­lier Mal­te­ser Schli­cker­bürs­te (Slicker) Ent­fil­zungs­re­chen Brei­ter Stahl­kamm Täg­lich bis 4×/Wo Emp­foh­len 55–80 €
Rau­haar / Draht­haar Har­tes, drah­ti­ges Deck­haar (kein Schnei­den) Fox­ter­ri­er (rh) Schnau­zer Dackel (rh) West High­land Trimm­mes­ser / Strip­per Gro­ber Stahl­kamm Kein Scher­ge­rät! 1–2×/Woche Ja (Trim­men) 65–95 €
Locke / Wel­len­haar Kräu­seln­des Fell, kein Fell­wech­sel Pudel Lagot­to Bar­bet Labra­dood­le Schli­cker­bürs­te (Slicker) Enger Stahl­kamm Ent­fil­zungs­re­chen Täg­lich Ja (alle 6–8 Wo.) 65–100 €
Dop­pel­man­tel Dich­tes Deck­haar + star­ke Unter­wol­le Hus­ky Samo­je­de Mala­mu­te Spitz Under­coat Rake (Unter­fell­bürs­te) Fur­mi­na­tor (Fell­wech­sel) Wei­ter Stahl­kamm 3–4×/Woche Sai­so­nal 55–85 €
Kord­typ / Schnur­haar Ver­filzt natür­lich zu Kor­deln Puli Komon­dor Berga­mas­ker Kei­ne her­kömml. Bürs­te Fin­ger-Sepa­ra­ti­on Nur spe­zia­li­sier­ter Groo­mer Täg­lich (Kon­trol­le) Ja (spe­zi­ell) 80–150 €+
* Hun­de­sa­lon-Prei­se sind Markt­richt­wer­te 2025 (kei­ne GOT-gebun­de­nen Leis­tun­gen) und vari­ie­ren stark je Regi­on, Hun­de­grö­ße und Pfle­ge­zu­stand. Rau­haar-Trim­men am obe­ren Ende der Preis­span­ne. Kord­ty­pen: Prei­se nur mit spe­zia­li­sier­tem Groo­mer ver­läss­lich. Die aus­führ­li­che Pfle­ge­an­lei­tung je Fell­typ fin­den Sie in den Abschnit­ten unten.

Pfle­ge­be­darf ent­steht aus Fell­struk­tur, Haut­nä­he und Wachs­tum

Fell­ty­pen und Pfle­ge­be­darf im Detail

Die Unter­schie­de zei­gen sich vor allem dort, wo Haa­re schnell ver­kno­ten, Unter­wol­le dicht sitzt oder das Fell kon­ti­nu­ier­lich nach­wächst. Die fol­gen­den Detail­be­rei­che hel­fen, typi­sche Pfle­ge­feh­ler pro Fell­struk­tur bes­ser ein­zu­ord­nen.

Die ein­zel­nen Fell­ty­pen soll­ten nicht nur nach Län­ge beur­teilt wer­den. Ein kurz­haa­ri­ger Hund mit dich­ter Unter­wol­le braucht eine ande­re Rou­ti­ne als ein glatt­haa­ri­ger Hund ohne Unter­wol­le, obwohl bei­de äußer­lich pfle­ge­leicht wir­ken kön­nen. Lang­haa­ri­ge Ras­sen wie Col­lie oder Hava­ne­ser reagie­ren emp­find­lich auf aus­ge­las­se­ne Pfle­ge­ein­hei­ten, weil Kno­ten oft nah an Bauch, Ach­seln und Ohren ent­ste­hen. Rau­haar braucht wie­der­um kein klas­si­sches Sche­ren, son­dern fach­ge­rech­tes Trim­men, damit abge­stor­be­nes Haar ent­fernt wird und die Fell­struk­tur erhal­ten bleibt. Locki­ges oder wol­li­ges Fell ver­langt beson­ders kon­se­quen­te Kon­trol­le, weil Ver­fil­zun­gen bei die­sen Hun­den häu­fig erst auf­fal­len, wenn sie bereits fest sit­zen.

Das pas­sen­de Werk­zeug ent­schei­det über scho­nen­de Pfle­ge

Bürs­ten und Werk­zeug rich­tig wäh­len

Die meist­ge­kauf­te Bürs­te für Hun­de im Dro­ge­rie­markt hat Kunst­stoff­bors­ten und ist für fast jeden Fell­typ die fal­sche Wahl. Glat­tes Kurz­haar lässt sich oft mit Gum­mi­strie­gel oder Natur­bors­ten­bürs­te pfle­gen, wäh­rend dich­te Unter­wol­le spe­zi­el­le Werk­zeu­ge braucht, die lose Haa­re aus der Tie­fe lösen. Eine fal­sche Bürs­te kann zie­hen, Haut rei­zen oder Kno­ten ver­schie­ben, statt sie sau­ber zu lösen.

Abge­run­de­te Metall­stif­te, Natur­bors­ten, Gum­mi­strie­gel, Unter­woll­käm­me und Ent­fil­zungs­werk­zeu­ge haben je nach Fell­typ ihren Platz. Kunst­stoff­bors­ten sind häu­fig ungüns­tig, weil sie das Fell elek­tro­sta­tisch auf­la­den kön­nen und bei emp­find­li­chen Hun­den schnel­ler unan­ge­nehm wer­den.

Ein Fur­mi­na­tor kann beim Fell­wech­sel hel­fen, wenn abge­stor­be­ne Unter­wol­le ent­fernt wer­den soll. Für Rau­haar, Locken­fell oder sehr emp­find­li­che Haut ist er nicht auto­ma­tisch geeig­net.

  1. Schritt 1

    Fell­typ bestim­men

    Bevor Sie eine Bürs­te kau­fen, bestim­men Sie den Fell­typ Ihres Hun­des. Kurz­haar ohne Unter­wol­le stellt ande­re Anfor­de­run­gen als Dop­pel­man­tel oder Rau­haar. Falsch gewähl­te Bürs­ten erzeu­gen beim Hund Unbe­ha­gen und füh­ren lang­fris­tig zu Rei­zun­gen.

    Die fünf häu­figs­ten Fell­ty­pen
    • Kurz­haar glatt
    • Kurz­haar mit Unter­wol­le
    • Lang­haar
    • Rau­haar oder Trimm­fell
    • Locke oder Wol­le

    Die voll­stän­di­ge Über­sicht mit Bei­spiel­ras­sen fin­den Sie in der Fell­typ-Tabel­le und den Pfle­ge-Details wei­ter oben auf die­ser Sei­te.

  2. Schritt 2

    Bürs­te und Werk­zeug wäh­len

    Werk­zeug-Emp­feh­lung je Fell­typ
    Kurz­haar glatt
    • Gum­mi­strie­gel
    • Natur­bors­ten­bürs­te
    • Pfle­ge­hand­schuh
    Kurz­haar mit Unter­wol­le
    • Unter­woll­kamm
    • Ent­fil­zungsstrie­gel
    • Fur­mi­na­tor im Fell­wech­sel
    Lang­haar oder Sei­den­haar
    • Draht­bürs­te Slicker
    • Grob­zin­ki­ger Metall­kamm
    • Ent­fil­zungs­re­chen bei Kno­ten
    Locke oder Wol­le
    • Zupf­bürs­te mit fei­nen Metall­bors­ten
    • Enger Stahl­kamm
    • Kein Kunst­stoff
    Rau­haar oder Trimm­fell
    • Trimm­mes­ser oder Strip­per
    • Wei­che Draht­bürs­te
    • Kein Scher­ge­rät
  3. Schritt 3

    Tech­nik anwen­den

    Ergän­zend zur Bürs­te kön­nen Pfle­ge­hand­schu­he, Sili­kon­bürs­ten oder Fell­pfle­ge­käm­me sinn­voll sein, je nach Emp­find­lich­keit des Hun­des oder Zweck der Anwen­dung. Hoch­wer­ti­ge Werk­zeu­ge, die auf den indi­vi­du­el­len Bedarf abge­stimmt sind, erleich­tern die Pfle­ge und sor­gen dafür, dass sich Ihr Hund dabei woh­ler fühlt.

    • Bürstrich­tung: Immer in Haar­wuchs­rich­tung arbei­ten. Gegen­stri­chi­ges Bürs­ten reizt die Haut und löst kei­ne Kno­ten. Erst grob­zäh­ni­ger Kamm, dann fei­ner Abschluss­kamm.
    • Kurz und posi­tiv: Fünf Minu­ten regel­mä­ßig sind bes­ser als 30 Minu­ten sel­ten. Hun­de, die täg­li­ches Bürs­ten von Wel­pen­bei­nen an ken­nen, tole­rie­ren es ent­spann­ter als Hun­de, die es spät ler­nen.
    • Pro­blem­zo­nen: Hin­ter den Ohren, an den Ach­seln, in der Leis­te und hin­ter den Ober­schen­keln ver­filzt das Fell am schnells­ten. Die­se Berei­che zuerst und mit beson­de­rer Sorg­falt bear­bei­ten.
    • Wann zum Groo­mer? Bei fest­ge­fah­re­nen Ver­fil­zun­gen, die mit dem Kamm nicht mehr zu lösen sind, und min­des­tens ein­mal jähr­lich zur pro­fes­sio­nel­len Grund­rei­ni­gung. Rau­haar und Locken­ty­pen benö­ti­gen alle 6 bis 10 Wochen einen Scher­pfle­ge-Ter­min.

Sai­so­na­le Pfle­ge für Haut und Unter­wol­le

Fell­wech­sel beim Hund rich­tig beglei­ten

Der Fell­wech­sel belas­tet Haut, Haar­kleid und Haus­halt deut­lich stär­ker als die nor­ma­le Pfle­ge. Beson­ders Hun­de mit dich­ter Unter­wol­le ver­lie­ren in die­ser Pha­se gro­ße Men­gen loser Haa­re. Mit ange­pass­ter Rou­ti­ne, pas­sen­dem Werk­zeug und etwas Geduld lässt sich der sai­so­na­le Haar­wech­sel spür­bar ent­spann­ter beglei­ten.

Der Fell­wech­sel dau­ert bei vie­len Hun­den etwa 4 bis 6 Wochen. Im Früh­jahr wird das dich­te Win­ter­fell abge­baut, im Herbst wächst ein wär­men­de­res Haar­kleid nach. Wie stark ein Hund haart, hängt von Ras­se, Alter, Hor­mon­sta­tus, Wohn­um­ge­bung und Fell­struk­tur ab. Hun­de, die viel Zeit in beheiz­ten Innen­räu­men ver­brin­gen, haa­ren teils unre­gel­mä­ßi­ger als Hun­de mit kla­rem Jah­res­zei­ten­rhyth­mus.

Beim Fell­wech­sel wird aus dem wöchent­li­chen Bürst­ter­min oft ein täg­li­cher, wer das über­springt, sitzt drei Wochen spä­ter vor einer Filz­plat­te. Lose Haa­re soll­ten nicht nur ober­fläch­lich ent­fernt wer­den, weil abge­stor­be­nes Haar sonst dicht an der Haut lie­gen bleibt. Dadurch kann sich Wär­me stau­en, die Haut schlech­ter belüf­tet wer­den und Juck­reiz ent­ste­hen.

Unter­woll­bürs­ten, Zupf­bürs­ten und spe­zi­el­le Strie­gel errei­chen tie­fe­re Haar­schich­ten bes­ser als ein­fa­che Ober­flä­chen­bürs­ten. Ein Fur­mi­na­tor kann bei geeig­ne­ten Fell­ty­pen hel­fen, soll­te aber dosiert ein­ge­setzt wer­den und passt nicht zu jedem Hund. Bei emp­find­li­cher Haut, dün­nem Fell, Rau­haar oder Locken­fell ist eine scho­nen­de­re Werk­zeug­wahl oft sinn­vol­ler.

Wer im Fell­wech­sel plötz­lich kah­le Stel­len, star­ke Schup­pen oder dau­ern­den Juck­reiz beob­ach­tet, das ist kein nor­ma­ler Haar­aus­fall mehr. Ome­ga 3 Fett­säu­ren, Bio­tin und Zink kön­nen Haut und Fell unter­stüt­zen, erset­zen aber kei­ne Pfle­ge und kei­ne tier­ärzt­li­che Abklä­rung bei auf­fäl­li­gem Haar­aus­fall. Kah­le Stel­len, star­ke Schup­pen, Rötun­gen, unan­ge­neh­mer Geruch oder stän­di­ges Krat­zen spre­chen nicht für nor­ma­len Fell­wech­sel.

Pro­fes­sio­nel­le Hil­fe ist sinn­voll, wenn das Fell bereits ver­filzt ist oder sich Unter­wol­le nicht mehr scho­nend lösen lässt. Gera­de älte­re Hun­de, sehr lang­haa­ri­ge Ras­sen und Hun­de mit Bewe­gungs­ein­schrän­kun­gen pro­fi­tie­ren von einer stress­ar­men Behand­lung beim Hun­de­fri­seur. Fünf Minu­ten täg­lich sind beim Fell­wech­sel sinn­vol­ler als eine Stun­de am Sams­tag, gleich­mä­ßi­ge Pfle­ge schont die Haut und ver­hin­dert dass sich Unter­wol­le zur Filz­plat­te zusam­men­drückt.

Gesund­heit, Ope­ra­tio­nen und Haf­tung sinn­voll wei­ter­den­ken

Wel­che Absi­che­rung zur Hun­de­pfle­ge passt

Pfle­ge­kos­ten, Haut­pro­ble­me und Schä­den durch den Hund gehö­ren nicht in den­sel­ben Ver­si­che­rungs­topf. Nach der Kos­ten­ein­ord­nung lohnt sich ein genau­er Blick dar­auf, wel­che Absi­che­rung wel­chen Fall betrifft. So ver­mei­den Sie fal­sche Erwar­tun­gen und erken­nen schnel­ler, wel­cher Schutz zu Ihrem Hund und All­tag passt.

Tierarzt untersucht einen Labrador auf dem Behandlungstisch, Mutter und Kind stehen daneben in einer hellen Tierarztpraxis
Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung

Eine Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung kann wich­tig wer­den, wenn aus Haut­rei­zun­gen, Juck­reiz oder Ent­zün­dun­gen ein Tier­arzt­fall ent­steht. Je nach Tarif kön­nen Dia­gnos­tik, Medi­ka­men­te und der­ma­to­lo­gi­sche Behand­lun­gen über­nom­men wer­den. Rei­ne Pfle­ge, Hun­de­fri­seur oder kos­me­ti­sche Maß­nah­men sind dage­gen nicht auto­ma­tisch ver­si­chert. Ent­schei­dend sind Leis­tungs­um­fang, Vor­sor­ge­bud­get, War­te­zei­ten und Aus­schlüs­se.

Tierärztin untersucht einen Schäferhund auf dem Behandlungstisch, eine Person hält das Tier, moderne Tierklinik im Hintergrund
Hun­de-OP-Ver­si­che­rung

Eine Hun­de OP Ver­si­che­rung greift nicht bei nor­ma­ler Fell­pfle­ge, kann aber bei chir­ur­gi­schen Ein­grif­fen rele­vant wer­den. Das betrifft zum Bei­spiel Haut­tu­mo­re, Abs­zes­se oder ande­re Befun­de, die ope­ra­tiv behan­delt wer­den müs­sen. Wich­tig ist die kla­re Abgren­zung: Pfle­ge­be­ding­te Rou­ti­ne­kos­ten blei­ben außen vor, Ope­ra­ti­ons­kos­ten kön­nen je nach Tarif abge­si­chert sein.

Frau trainiert mit Hund auf einer Wiese beim Sonnenuntergang – Symbolbild für verantwortungsvolle Hundehalter und Haftpflichtschutz
Hun­de­hal­ter­haft­pflicht

Die Hun­de­hal­ter­haft­pflicht schützt nicht die Gesund­heit Ihres Hun­des, son­dern Sie als Hal­ter bei Schä­den gegen­über Drit­ten. Rele­vant kann das etwa wer­den, wenn Ihr Hund eine Per­son ver­letzt oder frem­des Eigen­tum beschä­digt. Wer Hun­de­fri­seur, Hun­de­schu­le oder Betreu­ung nutzt, soll­te prü­fen, ob Per­so­nen und Sach­schä­den sau­ber abge­si­chert sind.

Pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge rea­lis­tisch kal­ku­lie­ren

Was kos­tet Fell­pfle­ge beim Hun­de­fri­seur?

Die Kos­ten beim Hun­de­fri­seur hän­gen stark von Fell­typ, Hun­de­grö­ße, Pfle­ge­zu­stand und Auf­wand ab. Ein gut gepfleg­ter Kurz­haar­hund ist meist deut­lich güns­ti­ger als ein lang­haa­ri­ger Hund mit dich­ter Unter­wol­le oder ein Rau­haar­hund, der fach­ge­recht getrimmt wer­den muss. Auch Regi­on, Salon, Zeit­auf­wand und Zusatz­leis­tun­gen wie Baden, Föh­nen, Kral­len­pfle­ge oder Ent­fil­zen beein­flus­sen den Preis.

Die fol­gen­den Kos­ten­ka­cheln zei­gen typi­sche Richt­wer­te für mit­tel­gro­ße Hun­de in gepfleg­tem Zustand. Star­ke Ver­fil­zun­gen, ner­vö­se Hun­de, sehr dich­ter Dop­pel­man­tel oder auf­wen­di­ges Hand­trim­men kön­nen den End­preis erhö­hen. Fra­gen Sie vor dem Ter­min kon­kret nach, wel­che Leis­tun­gen ent­hal­ten sind und ob Ent­fil­zen, Unter­wol­le ent­fer­nen oder Form­schnitt sepa­rat berech­net wer­den.

Hundefriseur pflegt einen kurzhaarigen Hund im Salon
Kurz­haar

Kurz­haar und Stock­haar

Labra­dor, Boxer, Schä­fer­hund
30–50 € Pro Salon-Besuch bei mit­tel­gro­ßem Hund
Was typi­scher­wei­se ent­hal­ten ist
  • Baden mit geeig­ne­tem Hun­de­sham­poo Inklu­si­ve
  • Föh­nen und voll­stän­di­ges Aus­bürs­ten Inklu­si­ve
  • Kral­len schnei­den nach Bedarf Inklu­si­ve
  • Ohren­pfle­ge außen und Sicht­kon­trol­le Inklu­si­ve
  • Unter­wol­le inten­siv aus­bürs­ten im Fell­wech­sel Auf­preis mög­lich
Tur­nus 2–4x pro Jahr rei­chen bei den meis­ten Kurz­haar- und Stock­haar­ras­sen.

Klein­ras­sen lie­gen oft nied­ri­ger, gro­ße Hun­de wie Labra­dor oder Rott­wei­ler eher am obe­ren Ende der Preis­span­ne.

Hundefriseur pflegt einen langhaarigen Hund im Salon
Lang­haar

Lang­haar und Locken

Gol­den Retrie­ver, Pudel, Col­lie
50–80 € Pro Salon-Besuch bei mit­tel­gro­ßem Hund
Was typi­scher­wei­se ent­hal­ten ist
  • Baden mit geeig­ne­tem Hun­de­sham­poo Inklu­si­ve
  • Föh­nen und gründ­li­ches Aus­bürs­ten Inklu­si­ve
  • Kral­len schnei­den nach Bedarf Inklu­si­ve
  • Ohren­pfle­ge außen und Sicht­kon­trol­le Inklu­si­ve
  • Ent­fil­zen oder Form­schnitt bei star­kem Auf­wand Auf­preis mög­lich
Tur­nus 4–6x pro Jahr, bei Locken­ty­pen wie Pudel meist alle 6–8 Wochen.

Star­ke Ver­fil­zun­gen erhö­hen den Auf­wand. Regel­mä­ßi­ge Pfle­ge zuhau­se hält die Salon­ter­mi­ne plan­ba­rer.

Hundefriseur trimmt Rauhaarfell eines Hundes im Salon
Rau­haar

Rau­haar und Trimm­fell

Fox­ter­ri­er, Schnau­zer, Dackel rau­haar
60–100 € Pro Salon-Besuch bei mit­tel­gro­ßem Hund
Was typi­scher­wei­se ent­hal­ten ist
  • Baden mit geeig­ne­tem Hun­de­sham­poo Inklu­si­ve
  • Föh­nen und sau­be­res Aus­bürs­ten Inklu­si­ve
  • Kral­len schnei­den nach Bedarf Inklu­si­ve
  • Ohren­pfle­ge außen und Sicht­kon­trol­le Inklu­si­ve
  • Hand­trim­men mit Strip­per oder Trimm­mes­ser Kern­leis­tung
Tur­nus Alle 8–12 Wochen, wenn das Rau­haar­fell fach­ge­recht erhal­ten wer­den soll.

Rau­haar soll­te nicht ein­fach gescho­ren wer­den. Fal­sches Sche­ren kann die Fell­struk­tur dau­er­haft ver­än­dern.

HKV
Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung mit Vor­sor­ge-Bau­stein

Eini­ge Hun­de­kran­ken­ver­si­che­run­gen ent­hal­ten Pro­phy­la­xe- oder Vor­sor­ge-Leis­tungs­bau­stei­ne. Ent­schei­dend ist immer der kon­kre­te Tarif. Sinn­voll ist ein Ver­gleich, wenn Imp­fun­gen, Zahn­rei­ni­gung und Para­si­ten­pro­phy­la­xe sau­ber ein­ge­ord­net wer­den sol­len.

Pro­phy­la­xe-Erstat­tung Imp­fun­gen Zahn­rei­ni­gung Para­si­ten­pro­phy­la­xe Tarif­ver­gleich sinn­voll
HKV mit Vor­sor­ge-Bau­stein ver­glei­chen

Dop­pel­man­tel schützt bes­ser als jede Som­mer­schur

Die­se Ras­sen nicht ein­fach sche­ren

Hun­de mit Dop­pel­man­tel brau­chen eine ande­re Pfle­ge als Hun­de mit Locken­fell oder Trimm­fell. Bei Ras­sen wie Hus­ky, Deut­scher Schä­fer­hund, Gol­den Retrie­ver, Labra­dor oder Ber­ner Sen­nen­hund kann eine Schur die natür­li­che Schutz­funk­ti­on des Fells stö­ren. Gemeint ist die nor­ma­le Som­mer­schur aus opti­schen Grün­den oder aus Sor­ge vor Hit­ze, nicht eine medi­zi­nisch not­wen­di­ge Schur durch Tier­arzt oder Hun­de­fri­seur.

Der Dop­pel­man­tel besteht aus fes­tem Deck­haar und dich­ter Unter­wol­le. Das Deck­haar schützt vor Son­ne, Näs­se, Schmutz und mecha­ni­schen Rei­zen, wäh­rend die Unter­wol­le iso­liert und sai­so­nal aus­fällt. Wird die­ses Fell kurz gescho­ren, ver­liert der Hund kei­nen sinn­vol­len Hit­ze­schutz, son­dern oft genau den natür­li­chen Aus­gleich, den sein Haar­kleid bie­tet. Bei man­chen Hun­den wächst das Fell nach einer Schur ungleich­mä­ßig, wei­cher oder lückig nach. Fach­leu­te spre­chen dann von Post Clip­ping Alo­pe­cia, also gestör­tem Fell­wachs­tum nach dem Sche­ren. Sinn­vol­ler ist meist gründ­li­ches Aus­bürs­ten, Unter­wol­le ent­fer­nen und bei Bedarf eine pro­fes­sio­nel­le Pfle­ge ohne radi­ka­le Kür­zung.

Nie­mals sche­ren

Dop­pel­man­tel-Hun­de: Sche­ren zer­stört die natür­li­che Ther­mo­re­gu­la­ti­on

Was beim Sche­ren pas­siert
UV-Schutz weg: Das Deck­haar reflek­tiert Son­nen­strah­len – ohne es dro­hen Son­nen­brand und Über­hit­zung
Hit­ze­schutz per­du: Hun­de mit Dop­pel­man­tel schwit­zen nicht über die Haut. Das Fell ist ihr Kühl­sys­tem
Fell­struk­tur ver­än­dert: Nach dem Sche­ren wächst häu­fig nur noch die wei­che Unter­wol­le nach – kei­ne Schutz­funk­ti­on mehr
Lang­zeit­fol­gen des Sche­rens
Post Clip­ping Alo­pe­cia: Bei man­chen Hun­den wächst das Fell nach dem Sche­ren gar nicht mehr rich­tig nach – blei­ben­de Fell­schä­den
Deck­haa­re und Unter­wol­le wach­sen mit unter­schied­li­cher Geschwin­dig­keit – das Fell ver­filzt stär­ker als zuvor
Im Som­mer über­hit­zen gescho­re­ne Dop­pel­man­tel-Hun­de schnel­ler – das Gegen­teil des ange­streb­ten Effekts
Sibe­ri­an Hus­ky
Dop­pel­man­tel Nor­di­scher Typ
Das Fell des Hus­kys ist ein Tem­pe­ra­tur-Wun­der­werk: Die Unter­wol­le iso­liert gegen Käl­te, das Deck­haar lei­tet Hit­ze ab und schützt vor Son­nen­strah­lung. Sche­ren lässt den Hus­ky im Som­mer schnel­ler über­hit­zen – nicht weni­ger. Das Fell regä­ne­riert sich in der Regel, aber mit ver­än­der­ter Struk­tur.
Deut­scher Schä­fer­hund
Dop­pel­man­tel Stock­haar
Der Schä­fer­hund trägt ein dich­tes Stock­haar mit aus­ge­präg­ter Unter­wol­le. Das Deck­haar ist was­ser­ab­wei­send und schützt die Haut vor Regen, Son­ne und Schmutz. Nach dem Sche­ren ent­fällt die­ser Schutz; außer­dem neigt das nach­wach­sen­de Fell stär­ker zu Ver­fil­zun­gen.
Gol­den Retrie­ver
Dop­pel­man­tel Was­ser-rep. Deck­haar
Das was­ser­ab­sto­ßen­de Deck­haar des Gol­den Retrie­vers funk­tio­niert wie eine natür­li­che Regen­ja­cke. Sche­ren zer­stört die­se Eigen­schaft dau­er­haft – das nach­wach­sen­de Fell ist wei­cher, ver­liert die Was­ser­ab­wei­sung und kann nicht mehr den­sel­ben Schutz bie­ten. Häu­fi­ge Fehl­vor­stel­lung: Im Som­mer sei­en sie bes­ser dran — stimmt nicht.
Labra­dor Retrie­ver
Dop­pel­man­tel Kurz, dicht
Das kur­ze, dich­te Fell des Labra­dors täuscht über sei­nen Schutz­cha­rak­ter hin­weg. Auch hier lie­gen zwei Schich­ten vor: das dich­te, ölar­ti­ge Deck­haar und eine wei­che Unter­wol­le. Sche­ren ent­fernt ers­te­res dau­er­haft – das nach­wach­sen­de Fell ist weich, wol­lig und schützt nicht mehr gegen Näs­se.
Ber­ner Sen­nen­hund
Dop­pel­man­tel Drei­farb. Lang­fell
Der Ber­ner Sen­nen­hund zählt zu den Ras­sen, die beson­ders häu­fig von Post Clip­ping Alo­pe­cia betrof­fen sind – einem Zustand, bei dem das Fell nach dem Sche­ren kaum oder gar nicht mehr nach­wächst. Auch ohne die­se Kom­pli­ka­ti­on ver­än­dert Sche­ren die Fell­struk­tur dau­er­haft.

Was ist statt­des­sen erlaubt? Die rich­ti­ge Pfle­ge für Dop­pel­man­tel-Hun­de

Regel­mä­ßi­ges Bürs­ten & Unter­wol­le aus­bürs­ten Täg­li­ches Bürs­ten im Fell­wech­sel, Under­coat Rake oder Fur­mi­na­tor – ent­fernt tote Unter­wol­le ohne das Deck­haar zu berüh­ren. Das ist die ein­zig sinn­vol­le Som­mer­an­pas­sung.
Sche­ren bei Locken- & Wel­len­ty­pen Pudel, Labra­dood­le, Bar­bet und ande­re Locken­ty­pen ohne Fell­wech­sel dür­fen und müs­sen gescho­ren wer­den – ihre Haa­re wach­sen kon­ti­nu­ier­lich nach wie mensch­li­ches Haar.
Trim­men bei Rau­haar-Ras­sen Fox­ter­ri­er, Schnau­zer, Dackel rau­haar: Hand­trim­men ist erlaubt und not­wen­dig – aber nur von geschul­ten Groo­mers, nie mit Scher­ma­schi­ne.
Sche­ren bei Dop­pel­man­tel-Ras­sen Hus­ky, Schä­fer­hund, Gol­den Retrie­ver, Labra­dor, Ber­ner Sen­nen­hund und alle wei­te­ren nor­di­schen & Retrie­ver-Ras­sen: Nie­mals mit Scher­ma­schi­ne sche­ren.

Pfle­ge­feh­ler ent­ste­hen oft durch fal­sche Rou­ti­ne

Häu­fi­ge Feh­ler bei der Fell­pfle­ge

Wir sehen als Mak­ler regel­mä­ßig Tier­arzt­rech­nun­gen für Haut­ent­zün­dun­gen die unter Filz­plat­ten ent­stan­den sind und nie­mand hat es kom­men sehen, weil das Fell von außen unauf­fäl­lig wirk­te. Vie­le Pro­ble­me ent­ste­hen, weil Werk­zeug, Tech­nik oder Pfle­ge­ab­stand nicht zum Fell pas­sen.

Die fal­sche Werk­zeug­wahl gehört zu den häu­figs­ten Ursa­chen für gereiz­te Haut. Zu har­te Bürs­ten, scharf­kan­ti­ge Käm­me oder unge­eig­ne­te Ent­fil­zungs­werk­zeu­ge kön­nen zie­pen, Mikro­ver­let­zun­gen för­dern und Kno­ten eher zusam­men­schie­ben als lösen. Plas­tik­bors­ten sind bei vie­len Hun­den eben­falls ungüns­tig, weil sie das Fell elek­tro­sta­tisch auf­la­den kön­nen und dadurch schnel­ler unan­ge­nehm über Haut und Haar glei­ten.

Zu sel­te­nes Bürs­ten fällt oft erst auf, wenn bereits fes­te Kno­ten ent­stan­den sind. Beson­ders kri­tisch sind Berei­che hin­ter den Ohren, unter den Ach­seln, an den Innen­schen­keln, am Bauch und rund um Hals­band oder Geschirr. Dort rei­ben Haa­re stär­ker anein­an­der, Feuch­tig­keit bleibt län­ger im Fell und Ver­fil­zun­gen sit­zen schnell haut­nah.

Men­schen­sham­poo auf Hun­de­haut, das pas­siert öfter als man denkt, weil es zur Hand ist. Men­schen­sham­poo, stark par­fü­mier­te Pro­duk­te oder aggres­si­ve Rei­ni­gungs­mit­tel pas­sen nicht zum pH-Wert der Hun­de­haut und kön­nen Juck­reiz, Schup­pen oder Rötun­gen aus­lö­sen. Auch ver­meint­lich natür­li­che Mit­tel sind nicht auto­ma­tisch harm­los: Tee­baum­öl kann für Hun­de schon in klei­nen Men­gen pro­ble­ma­tisch sein.

Hun­de die ein­mal schlech­te Erfah­run­gen mit der Bürs­te gemacht haben, erin­nern sich und die nächs­te Pfle­ge­ein­heit beginnt dann schon mit ange­leg­ten Ohren. Hek­tik, Zie­pen, lan­ge Ein­hei­ten und feh­len­de Pau­sen füh­ren dazu, dass der Hund Bürs­ten oder Käm­men nega­tiv ver­knüpft. Bes­ser sind kur­ze Ein­hei­ten, ruhi­ge Bewe­gun­gen, posi­ti­ve Bestä­ti­gung und ein fes­ter Ablauf, den der Hund wie­der­erkennt.

Kla­re Ant­wor­ten zu Bürs­ten, Baden, Fell­wech­sel, Hun­de­fri­seur und Haut­pro­ble­men

Fra­gen zur Fell­pfle­ge beim Hund

Die pas­sen­de Hun­de­bürs­te rich­tet sich nach Fell­typ, Unter­wol­le und Emp­find­lich­keit der Haut. Kurz­haar kommt oft mit Gum­mi­strie­gel oder Natur­bors­ten­bürs­te aus, Lang­haar braucht meist Kamm, Slicker und Ent­fil­zungs­hil­fe. Für dich­te Unter­wol­le eig­nen sich Unter­woll­bürs­ten oder spe­zi­el­le Strie­gel. Rau­haar und Locken­fell soll­ten beson­ders sorg­fäl­tig beur­teilt wer­den, weil fal­sches Werk­zeug die Fell­struk­tur schä­di­gen oder Kno­ten ver­schlim­mern kann.

Kurz­haa­ri­ge Hun­de brau­chen meist etwa 1‑mal pro Woche Pfle­ge, lang­haa­ri­ge oder locki­ge Hun­de oft deut­lich häu­fi­ger. Bei Lang­haar, dich­ter Unter­wol­le oder Fell­wech­sel kann täg­li­ches Bürs­ten sinn­voll sein. Ent­schei­dend ist der Fell­zu­stand: Kno­ten, lose Unter­wol­le, Schup­pen oder stump­fes Fell zei­gen, dass die Rou­ti­ne ange­passt wer­den soll­te. Sehr emp­find­li­che Hun­de pro­fi­tie­ren von kur­zen, ruhi­gen Ein­hei­ten statt lan­ger Pfle­ge­sit­zun­gen.

Ver­filz­tes Fell erken­nen Sie dar­an, dass Kamm oder Fin­ger nicht mehr locker durch das Haar glei­ten. Typi­sche Stel­len sind Ach­seln, Bauch, Innen­schen­kel, hin­ter den Ohren, am Hals­band­be­reich und unter dem Geschirr. Filz fühlt sich oft fest, plat­ten­ar­tig oder kno­tig an und kann dicht an der Haut sit­zen. Schmerz­re­ak­tio­nen, Krat­zen, Rötun­gen oder muf­fi­ger Geruch spre­chen dafür, dass die Haut bereits gereizt sein kann.

Hun­de mit Dop­pel­man­tel wie Hus­ky, Deut­scher Schä­fer­hund, Gol­den Retrie­ver, Labra­dor oder Ber­ner Sen­nen­hund soll­ten nicht aus opti­schen Grün­den gescho­ren wer­den. Ihr Fell besteht aus Deck­haar und Unter­wol­le, die gemein­sam Schutz vor Son­ne, Näs­se, Schmutz und Tem­pe­ra­tur­rei­zen bie­ten. Eine Schur kann die Fell­struk­tur ver­än­dern und das Nach­wach­sen stö­ren. Medi­zi­nisch not­wen­di­ge Schu­ren sind davon zu unter­schei­den und gehö­ren in fach­kun­di­ge Hän­de.

Der Fell­wech­sel dau­ert bei vie­len Hun­den etwa 4 bis 6 Wochen, kann aber je nach Ras­se, Alter, Hor­mon­sta­tus und Wohn­um­ge­bung vari­ie­ren. Im Früh­jahr wird Win­ter­fell abge­baut, im Herbst wächst ein dich­te­res Haar­kleid nach. Hun­de mit star­ker Unter­wol­le haa­ren in die­ser Zeit meist beson­ders inten­siv. Auf­fäl­lig kah­le Stel­len, star­ke Schup­pen oder dau­ern­der Juck­reiz pas­sen nicht zu nor­ma­lem Fell­wech­sel und soll­ten tier­ärzt­lich abge­klärt wer­den.

Zu häu­fi­ges Baden kann die Haut­bar­rie­re des Hun­des belas­ten, vor allem bei unge­eig­ne­tem Sham­poo oder emp­find­li­cher Haut. Hun­de­haut hat ande­re Bedürf­nis­se als mensch­li­che Haut, des­halb sind Men­schen­sham­poos und stark par­fü­mier­te Pro­duk­te unge­eig­net. Baden ist sinn­voll bei star­kem Schmutz, Geruch oder medi­zi­ni­scher Emp­feh­lung, ersetzt aber kein Bürs­ten. Nach dem Waschen soll­te das Fell gründ­lich aus­ge­spült und gut getrock­net wer­den.

Ein Besuch beim Hun­de­fri­seur kos­tet häu­fig etwa 30 bis 80 €, bei auf­wen­di­ger Pfle­ge auch mehr. Kurz­haar und Stock­haar lie­gen meist nied­ri­ger, Lang­haar, Locken­fell und Rau­haar mit Trim­men ver­ur­sa­chen mehr Auf­wand. Star­ke Ver­fil­zun­gen, dich­ter Dop­pel­man­tel, gro­ße Hun­de oder unru­hi­ges Ver­hal­ten kön­nen den Preis erhö­hen. Klä­ren Sie vor dem Ter­min, ob Baden, Föh­nen, Kral­len­pfle­ge, Ent­fil­zen und Unter­wol­le ent­fer­nen ent­hal­ten sind.

Im Win­ter braucht Ihr Hund Fell­pfle­ge, die Feuch­tig­keit, Streu­salz, Schnee und ver­filz­te Unter­wol­le berück­sich­tigt. Schnee kann an lan­gen Haa­ren zwi­schen Pfo­ten, Bei­nen und Bauch ver­klum­pen und die Haut rei­zen. Streu­salz soll­te nach dem Spa­zier­gang ent­fernt wer­den, beson­ders an Pfo­ten und Bal­len. Dich­te Unter­wol­le soll­te kon­trol­liert gepflegt wer­den, damit das Fell wärmt, aber nicht feucht und fil­zig an der Haut liegt.

Für Hun­de­fell wer­den häu­fig Ome­ga 3 Fett­säu­ren aus Lachs­öl, Algen­öl oder Lein­öl genutzt, wenn Haut und Fell Unter­stüt­zung brau­chen. Öl kann tro­cke­ne Haut und stump­fes Fell ergän­zend beglei­ten, ersetzt aber kei­ne pas­sen­de Ernäh­rung und kei­ne tier­ärzt­li­che Abklä­rung bei Juck­reiz, Haar­aus­fall oder Ent­zün­dun­gen. Die Men­ge soll­te zum Gewicht und Gesund­heits­zu­stand des Hun­des pas­sen. Tee­baum­öl ist für Hun­de unge­eig­net und kann pro­ble­ma­tisch sein.

Ein Besuch beim Hun­de­fri­seur ist sinn­voll, wenn Ver­fil­zun­gen, dich­te Unter­wol­le, Trimm­fell oder star­kes Locken­fell zu Hau­se nicht mehr scho­nend gepflegt wer­den kön­nen. Auch älte­re Hun­de, sehr ner­vö­se Tie­re oder Hun­de mit Bewe­gungs­ein­schrän­kun­gen pro­fi­tie­ren von pro­fes­sio­nel­ler Rou­ti­ne. Je nach Fell­typ lie­gen die Kos­ten häu­fig zwi­schen 30 und 100 €. Bei Rau­haar oder Pudel ähn­li­chem Fell kön­nen regel­mä­ßi­ge Ter­mi­ne alle 6 bis 12 Wochen nötig sein.

Gesund­heit und All­tag nach der Pfle­ge bes­ser ein­ord­nen

Was nach der Fell­pfle­ge wei­ter­hilft

Fell­pfle­ge zeigt oft frü­her als erwar­tet, ob Haut, Ver­hal­ten oder Wohl­be­fin­den Ihres Hun­des auf­fäl­lig sind. Nach den Pfle­ge­fra­gen lohnt sich des­halb der Blick auf Gesund­heits­the­men und All­tags­si­tua­tio­nen, die eng mit Hal­tung, Kon­trol­le und Vor­sor­ge ver­bun­den sind.

Ein kleiner kranker Hund schläft erschöpft auf dem Schoß einer Frau, die ihn liebevoll auf dem Sofa hält
Hun­de­krank­hei­ten

Hun­de­krank­hei­ten wer­den manch­mal zuerst beim Strei­cheln, Bürs­ten oder Käm­men sicht­bar. Juck­reiz, Haut­aus­schlag, Schup­pen, kah­le Stel­len, Para­si­ten oder unge­wöhn­li­cher Geruch kön­nen Hin­wei­se auf ein gesund­heit­li­ches Pro­blem sein. Der Rat­ge­ber hilft Ihnen, Sym­pto­me bes­ser ein­zu­ord­nen und zu erken­nen, wann ein Tier­arzt­be­such sinn­voll ist.

Hund spielt auf einer Wiese mit einem kleinen, grünen Fußball und zeigt typisches Sozial- und Spielverhalten
Hun­de­hal­tung

Hun­de­hal­tung beein­flusst Fell, Haut und Ver­hal­ten stär­ker, als vie­le Hal­ter zunächst ver­mu­ten. Bewe­gung, Ernäh­rung, Schlaf­platz, Pfle­ge­ge­wohn­hei­ten und Jah­res­zei­ten wir­ken direkt auf das Wohl­be­fin­den Ihres Hun­des. Der The­men­be­reich gibt prak­ti­sche Ori­en­tie­rung für einen gesun­den All­tag mit kla­ren Rou­ti­nen und bes­se­rer Vor­sor­ge.

Fell­pfle­ge schützt Haut und Wohl­be­fin­den

Zwei Din­ge ent­schei­den über die meis­ten Pfle­ge­ent­schei­dun­gen: der Fell­typ des Hun­des und wie lan­ge die letz­te Pfle­ge­ein­heit her ist. Wer regel­mä­ßig kon­trol­liert, pas­send bürs­tet und pro­ble­ma­ti­sche Stel­len ernst nimmt, erkennt Ver­än­de­run­gen frü­her und erspart sei­nem Hund unnö­ti­ge Schmer­zen. Das gilt beson­ders bei dich­ter Unter­wol­le, lan­gen Haa­ren, Locken­fell und Ras­sen, deren Haar­kleid durch fal­sches Sche­ren dau­er­haft lei­den kann.

Der wich­tigs­te Maß­stab bleibt der Zustand von Haut und Fell. Der sichers­te Hin­weis dass die Pfle­ge stimmt: Der Hund kommt zur Bürs­te statt weg­zu­lau­fen. Tre­ten Juck­reiz, Rötun­gen, kah­le Stel­len, Geruch oder fes­te Kno­ten auf, soll­te nicht wei­ter expe­ri­men­tiert wer­den. Bei fes­ten Kno­ten: Hun­de­fri­seur. Bei Rötun­gen, Näs­sen oder Geruch unter dem Fell: Tier­arzt, das ist kein Pfle­ge­pro­blem mehr.

Wei­te­re Fra­gen zur Fell­pfle­ge beim Hund

Mein Hund hasst das Bürs­ten. Wie gewöh­ne ich ihn scho­nend dar­an?

Ein Hund gewöhnt sich bes­ser ans Bürs­ten, wenn Pfle­ge kurz, ruhig und posi­tiv auf­ge­baut wird. Star­ten Sie mit weni­gen Minu­ten an unemp­find­li­chen Stel­len und been­den Sie die Ein­heit, bevor Stress ent­steht. Lecker­li, Lob und ein fes­ter Pfle­ge­platz hel­fen, Sicher­heit auf­zu­bau­en. Zie­pen, Fest­hal­ten und lan­ge Sit­zun­gen ver­stär­ken Abwehr­ver­hal­ten. Regel­mä­ßi­ge kur­ze Pfle­ge kann spä­te­re Hun­de­fri­seur Kos­ten sen­ken, weil Kno­ten gar nicht erst fest wer­den.

Ver­nach­läs­sig­te Fell­pfle­ge kann zu Ver­fil­zun­gen, Haut­rei­zun­gen, Juck­reiz, Para­si­ten­be­fall und schmerz­haf­ten Haut­ent­zün­dun­gen füh­ren. Filz­plat­ten zie­hen an der Haut, spei­chern Feuch­tig­keit und erschwe­ren die Belüf­tung. Klei­ne Ver­let­zun­gen, Zecken, Flö­he oder Rötun­gen blei­ben unter dich­tem Fell oft län­ger unbe­merkt. Wird eine pro­fes­sio­nel­le Ent­fil­zung nötig, stei­gen die Hun­de­fri­seur Kos­ten deut­lich und bei Haut­er­kran­kun­gen kön­nen Tier­arzt­kos­ten dazu­kom­men.

Haut­pro­ble­me unter dem Fell soll­ten tier­ärzt­lich abge­klärt wer­den, wenn Rötun­gen, Schup­pen, kah­le Stel­len, Näs­sen, Geruch oder stän­di­ges Krat­zen auf­tre­ten. Bürs­ten kann hel­fen, Ver­än­de­run­gen zu ent­de­cken, ersetzt aber kei­ne Dia­gno­se. Ursa­chen kön­nen Para­si­ten, All­er­gien, Pilz­in­fek­tio­nen, bak­te­ri­el­le Ent­zün­dun­gen oder hor­mo­nel­le Erkran­kun­gen sein. Eine Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung kann je nach Tarif Dia­gnos­tik, Medi­ka­men­te und der­ma­to­lo­gi­sche Behand­lun­gen über­neh­men.

Eine Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung kann Tier­arzt­kos­ten für Haut­er­kran­kun­gen über­neh­men, wenn der Tarif der­ma­to­lo­gi­sche Dia­gnos­tik und Behand­lung ein­schließt. Rei­ne Fell­pfle­ge, Hun­de­fri­seur, kos­me­ti­sche Schur oder nor­ma­le Pfle­ge­pro­duk­te sind nicht ver­si­chert. Bei Haut­ent­zün­dun­gen, Juck­reiz, Para­si­ten­fol­gen oder all­er­gi­schen Reak­tio­nen kommt es auf Leis­tungs­um­fang, War­te­zei­ten, Aus­schlüs­se und Vor­er­kran­kun­gen an. Der Tarif soll­te vor Abschluss genau auf Haut und All­er­gie­leis­tun­gen geprüft wer­den.

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