Hund Ohren rei­ni­gen

Siche­re Pfle­ge, kla­re Warn­zei­chen und rich­ti­ge Rei­ni­gung auf einen Blick.

Hund Ohren reinigen: Frau säubert einem Beagle vorsichtig das Ohr mit einem Wattepad

Wann Hun­de­oh­ren gerei­nigt wer­den soll­ten

Geruch, Schmutz, Kopf­schüt­teln oder häu­fi­ges Krat­zen am Ohr ver­un­si­chern vie­le Hun­de­hal­ter sofort. Gleich­zei­tig ist zu viel Pfle­ge am Hun­de­ohr genau­so pro­ble­ma­tisch wie zu wenig Kon­trol­le. Beson­ders bei Schlapp­oh­ren, dich­tem Fell am Ohr oder wie­der­keh­ren­den Rei­zun­gen stellt sich schnell die Fra­ge, ob Rei­ni­gung zu Hau­se reicht oder ein Tier­arzt nötig ist. Wer ein­mal weiß wann er rei­ni­gen soll und wann er bes­ser sofort zum Tier­arzt geht, macht den häu­figs­ten Pfle­ge­feh­ler nicht mehr.

Inhalts­ver­zeich­nis

Das Wich­tigs­te im Über­blick

Emp­find­li­che Ana­to­mie, hohes Ent­zün­dungs­ri­si­ko

War­um Hun­de­oh­ren Pfle­ge brau­chen

Nach einem Schwimm­bad-Tag oder einem lan­gen Wald­spa­zier­gang sitzt Feuch­tig­keit im Hun­de­ohr und kommt dort oft nicht mehr raus. Das ist der Start­punkt der meis­ten Ohren­ent­zün­dun­gen.

Das Hun­de­ohr ist ein kom­ple­xes Sin­nes­or­gan für Hören, Ori­en­tie­rung und Gleich­ge­wicht. Der sicht­ba­re Teil mit Ohr­mu­schel und äuße­rem Gehör­gang schützt tie­fe­re Struk­tu­ren, ist aber je nach Ras­se unter­schied­lich gut belüf­tet. Schlapp­oh­ren, enge Gehör­gän­ge, dich­ter Haar­wuchs oder häu­fi­ges Schwim­men kön­nen dazu füh­ren, dass Feuch­tig­keit län­ger im Ohr bleibt. Dadurch ent­steht leich­ter ein war­mes Milieu, in dem Bak­te­ri­en, Hefe­pil­ze oder Para­si­ten güns­ti­ge Bedin­gun­gen fin­den.

Der äuße­re Gehör­gang des Hun­des ver­läuft L‑förmig und ist dadurch schwe­rer voll­stän­dig ein­seh­bar als beim Men­schen. Schmutz, Ohren­schmalz und Flüs­sig­keit kön­nen sich in der Tie­fe sam­meln, ohne dass von außen sofort viel zu erken­nen ist. Genau des­halb reicht ein schnel­ler Blick auf die Ohr­mu­schel nicht immer aus, wenn der Hund sich auf­fäl­lig kratzt, den Kopf schüt­telt oder Berüh­rung am Ohr mei­det.

Eine Oti­tis exter­na betrifft den äuße­ren Gehör­gang und ist die häu­figs­te Form der Ohren­ent­zün­dung beim Hund. Eine Oti­tis media sitzt tie­fer im Mit­tel­ohr und kann ent­ste­hen, wenn eine äuße­re Ent­zün­dung fort­schrei­tet oder das Trom­mel­fell betei­ligt ist. Eine Oti­tis inter­na betrifft das Innen­ohr und kann neben Schmer­zen auch Gleich­ge­wichts­stö­run­gen, Kopf­schief­hal­tung oder unsi­che­ren Gang ver­ur­sa­chen.

Leich­te Abla­ge­run­gen las­sen sich bei beschwer­de­frei­en Hun­den oft vor­sich­tig außen ent­fer­nen, wäh­rend Geruch, Aus­fluss, star­ke Rötung, Schmerz oder Gleich­ge­wichts­pro­ble­me nicht in die häus­li­che Pfle­ge gehö­ren. In sol­chen Fäl­len braucht der Hund eine tier­ärzt­li­che Unter­su­chung, weil unbe­han­del­te Ohr­pro­ble­me chro­nisch wer­den und deut­lich schwe­rer zu behan­deln sein kön­nen.

Kon­trol­le regel­mä­ßig, Rei­ni­gung nur bei Bedarf

Wie oft Hun­de­oh­ren rei­ni­gen?

Die häu­figs­te Fra­ge die wir von Hun­de­hal­tern hören: Wie oft soll ich die Ohren rei­ni­gen? Die ehr­li­che Ant­wort: sel­te­ner als die meis­ten den­ken und geziel­ter. Sinn­voll ist eine regel­mä­ßi­ge Sicht­kon­trol­le, damit Schmutz, Geruch, Rötun­gen oder ver­mehr­tes Ohren­schmalz früh auf­fal­len. Die eigent­li­che Rei­ni­gung soll­te nur erfol­gen, wenn das Ohr sicht­bar ver­schmutzt ist und der Hund kei­ne Schmerz­zei­chen zeigt.

Als Faust­re­gel reicht bei vie­len Hun­den eine Kon­trol­le 1 bis 2‑mal pro Woche, ohne dass jedes Mal gerei­nigt wer­den muss. Zu häu­fi­ges Spü­len oder Aus­wi­schen kann die emp­find­li­che Haut im Ohr rei­zen und die natür­li­che Ohr­flo­ra stö­ren.

Hun­de mit Schlapp­oh­ren oder stär­ke­rem Haar­wuchs am Ohr brau­chen meist mehr Auf­merk­sam­keit. Bei Ras­sen wie Cocker Spa­ni­el, Pudel, Bas­set Hound oder Bea­gle ist eine wöchent­li­che Kon­trol­le sinn­voll, weil Wär­me und Feuch­tig­keit im Ohr schlech­ter ent­wei­chen. Auch Hun­de, die oft schwim­men, viel im Wald unter­wegs sind oder zu All­er­gien nei­gen, soll­ten eng­ma­schi­ger beob­ach­tet wer­den.

Wel­pen und jun­ge Hun­de pro­fi­tie­ren von einer frü­hen Gewöh­nung an die Ohren­kon­trol­le. Kur­ze, ruhi­ge Ein­hei­ten mit posi­ti­ver Bestä­ti­gung hel­fen, Berüh­run­gen am Ohr als nor­mal zu erle­ben. Ein Wel­pe der Ohr­be­rüh­run­gen von Anfang an kennt, ist beim Tier­arzt ent­spann­ter und daheim leich­ter zu kon­trol­lie­ren.

Auf­fäl­li­ge Ohren soll­ten nicht nach fes­tem Zeit­plan wei­ter­ge­r­ei­nigt wer­den. Übler Geruch, dunk­ler Aus­fluss, Kopf­schüt­teln, Krat­zen, Rötung, Schmerz oder eine schie­fe Kopf­hal­tung spre­chen gegen nor­ma­le Ver­schmut­zung. Wer bei Geruch, Kopf­schüt­teln oder Krat­zen trotz­dem noch ein­mal rei­nigt, ris­kiert eine Dia­gno­se zu ver­zö­gern und aus einer behan­del­ba­ren Oti­tis exter­na eine tie­fe­re Ent­zün­dung zu machen.

Ruhig vor­be­rei­ten, sicher rei­ni­gen, recht­zei­tig stop­pen

Hun­de­oh­ren rich­tig rei­ni­gen

Bevor der Ohr­rei­ni­ger in die Hand genom­men wird, eine Fra­ge: Kratzt der Hund oder ist das Ohr ein­fach schmut­zig? Das sind zwei völ­lig ver­schie­de­ne Situa­tio­nen. Leich­te Ver­schmut­zun­gen an einem unauf­fäl­li­gen Ohr las­sen sich meist vor­sich­tig ent­fer­nen, wäh­rend Schmerz, star­ker Geruch, Aus­fluss, Schwel­lung oder häu­fi­ges Kopf­schüt­teln gegen eine nor­ma­le Rei­ni­gung spre­chen.

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  1. Schritt 1 – Vor­be­rei­tung

    Ruhi­ge Umge­bung und ent­spann­ter Hund

    Ach­ten Sie dar­auf, dass Ihr Hund nicht gera­de in Spiel- oder Tob­lau­ne ist, son­dern sich in einer ent­spann­ten Stim­mung befin­det, damit die Rei­ni­gung pro­blem­los abläuft.

    • Ruhi­gen, hel­len Raum wäh­len: kein Lärm, kei­ne Ablen­kun­gen
    • Hilfs­mit­tel bereit­stel­len: Ohr­rei­ni­ger kör­per­warm, wei­ches Tuch oder Mull­kom­pres­se
    • Lecker­li in Reich­wei­te legen, damit der Abschluss posi­tiv bleibt
    • Rei­ni­gung nach dem Spa­zier­gang ein­pla­nen, wenn der Hund schon etwas müde ist
  2. Schritt 2 – Grund­wis­sen

    Den Auf­bau des Hun­de­ohrs ver­ste­hen

    Bevor Sie mit der Rei­ni­gung begin­nen, soll­ten Sie sich mit dem Auf­bau des Hun­de­ohrs ver­traut machen. Der äuße­re Gehör­gang ver­läuft L‑förmig und ist deut­lich län­ger als beim Men­schen.

    Sicht­bar ist nur ein klei­ner Teil des Gehör­gangs. Der emp­find­li­che Trom­mel­fell­be­reich liegt deut­lich tie­fer und darf kei­nes­falls berührt wer­den. Rei­ni­gen Sie immer nur so weit, wie Sie mit dem Fin­ger sehen und sicher errei­chen kön­nen.
  3. Schritt 3 – Sicht­kon­trol­le

    Ohr kon­trol­lie­ren: Rei­ni­gung oder Tier­arzt?

    Zunächst soll­te das Ohr kon­trol­liert wer­den: Ist der sicht­ba­re Gehör­gangs­ein­gang / die Ohr­mu­schel gerö­tet, geschwol­len oder riecht unan­ge­nehm?

    • Rötung, Schwel­lung oder unan­ge­neh­mer Geruch: kein Selbst­rei­ni­gen, Tier­arzt auf­su­chen
    • Dunk­les, krü­me­li­ges Sekret oder eit­ri­ge Abson­de­run­gen: sofort Tier­arzt
    • Ohr ist unauf­fäl­lig, leicht gelb­li­ches Cer­umen vor­han­den: Rei­ni­gung begin­nen
    Faust­re­gel: Wenn der Hund häu­fig am Ohr kratzt, den Kopf schüt­telt oder das Ohr an Gegen­stän­den reibt, ist das ein Sym­ptom und kein Hygie­ne­pro­blem. Zuerst Tier­arzt, dann Pfle­ge­rou­ti­ne.
  4. Schritt 4 – Rei­ni­gungs­lö­sung

    Ohr­rei­ni­ger ein­fül­len und mas­sie­ren

    Ver­wen­den Sie einen spe­zi­el­len Ohr­rei­ni­ger für Hun­de, am bes­ten kör­per­warm. Das Fläsch­chen wird vor­sich­tig in den Ein­gang des Gehör­gangs ein­ge­führt, nicht zu tief, und eini­ge Trop­fen wer­den ins Ohr gege­ben.

    Ohr­an­satz ca. 30 Sekun­den mit leich­tem Druck mas­sie­ren
    • Wäh­rend der Mas­sa­ge hören Sie oft ein schmat­zen­des Geräusch: ein gutes Zei­chen, dass sich Schmutz und Sekret lösen
    • Fläsch­chen-Spit­ze nicht direkt auf die Ohr­schleim­haut drü­cken, son­dern leicht Abstand hal­ten
  5. Schritt 5 – Aus­wi­schen

    Hund schüt­teln las­sen, dann aus­wi­schen

    Danach darf der Hund sich schüt­teln. Dadurch wird ein Groß­teil des gelös­ten Mate­ri­als nach außen beför­dert. Nun wird die Ohr­mu­schel mit einem sau­be­ren, wei­chen Tuch oder einer Mull­kom­pres­se vor­sich­tig aus­ge­wischt.

    • Nur den sicht­ba­ren, erreich­ba­ren Bereich aus­wi­schen: nie tie­fer als der Fin­ger sehen kann
    • Bei Bedarf zwei­tes Tuch neh­men, nicht mit dem­sel­ben schmut­zi­gen Tuch wei­ter­rei­ben
    Nie­mals Wat­te­stäb­chen ver­wen­den. Sie kön­nen Schmutz tie­fer in den L‑förmigen Gehör­gang hin­ein­schie­ben und das emp­find­li­che Trom­mel­fell ver­let­zen. Auch Wat­te ohne Stäb­chen ist unge­eig­net, weil Fasern im Gehör­gang hän­gen blei­ben kön­nen.
  6. Schritt 6 – Abschluss

    Beloh­nen und in den nächs­ten Tagen nach­kon­trol­lie­ren

    Am Ende soll­te der Hund belohnt wer­den. Ein ruhi­ges Lob oder ein Lecker­li nach der Rei­ni­gung hilft, die Erfah­rung für Ihren Hund ange­neh­mer zu gestal­ten.

    • Bei­de Ohren nach­ein­an­der behan­deln, mit sau­be­rem Tuch für jedes Ohr
    • In 2 bis 3 Tagen noch­mals kon­trol­lie­ren, ob kei­ne Rei­zung ent­stan­den ist
    • Anhal­ten­de Rötung, erneu­ter Geruch oder ver­mehr­tes Krat­zen nach der Rei­ni­gung: Tier­arzt auf­su­chen
    Pra­xis-Bei­spiel: Hund kommt vom Wald­spa­zier­gang mit Schmutz im Ohr zurück, Ohren­check unauf­fäl­lig, kör­per­war­men Ohr­rei­ni­ger ein­brin­gen, 30 Sekun­den mas­sie­ren, schüt­teln las­sen, mit Tuch aus­wi­schen, Lecker­li geben. Fer­tig.

Was Ihrem Hund bei der Ohren­pfle­ge scha­den kann

Feh­ler bei der Ohren­pfle­ge ver­mei­den

Die meis­ten Ohren­pfle­ge-Feh­ler ent­ste­hen nicht aus Gleich­gül­tig­keit, sie ent­ste­hen dar­aus, dass man etwas tun will. Das Wat­te­stäb­chen ist das bes­te Bei­spiel: sieht hilf­reich aus, ist es nicht. Ent­schei­dend ist, das Hun­de­ohr nur bei Bedarf zu rei­ni­gen und Warn­zei­chen nicht als nor­ma­les Hygie­ne­pro­blem abzu­tun.

  • Wat­te­stäb­chen gehö­ren nicht in den Gehör­gang des Hun­des. Sie kön­nen Schmutz tie­fer ins Ohr drü­cken, die emp­find­li­che Haut rei­zen und im schlimms­ten Fall das Trom­mel­fell ver­let­zen.

  • Aggres­si­ve Rei­ni­gungs­mit­tel wie Alko­hol, Essig, Was­ser­stoff­per­oxid oder stark par­fü­mier­te Pro­duk­te sind für Hun­de­oh­ren unge­eig­net. Sie kön­nen die Ohr­haut aus­trock­nen, bren­nen oder bestehen­de Rei­zun­gen ver­stär­ken.

  • Men­schen­pro­duk­te pas­sen nicht zur Ana­to­mie und Haut­flo­ra des Hun­de­ohrs. Ohren­trop­fen, Spül­lö­sun­gen oder medi­zi­ni­sche Prä­pa­ra­te für Men­schen soll­ten nur nach tier­ärzt­li­cher Anwei­sung ver­wen­det wer­den.

  • Zu häu­fi­ges Rei­ni­gen kann die natür­li­che Ohr­flo­ra stö­ren. Ein gesun­des Ohr braucht Kon­trol­le, aber kei­ne vor­beu­gen­de Dau­er­rei­ni­gung ohne sicht­ba­ren Bedarf.

  • Zu viel Druck beim Aus­wi­schen kann Schmer­zen ver­ur­sa­chen und Abwehr­ver­hal­ten ver­stär­ken. Rei­ni­gen Sie nur den sicht­ba­ren Bereich der Ohr­mu­schel und arbei­ten Sie ruhig, lang­sam und ohne Zwang.

  • Haus­mit­tel sind bei Ohr­pro­ble­men ris­kant. Kamil­len­tee, Oli­ven­öl oder ande­re ver­meint­lich sanf­te Mit­tel kön­nen Feuch­tig­keit, Rück­stän­de oder Rei­zun­gen im Ohr ver­stär­ken.

  • Tee­baum­öl darf nicht ins Hun­de­ohr. Es kann für Hun­de toxisch wir­ken und ist bei Juck­reiz, Geruch, Aus­fluss oder Ent­zün­dung kei­ne geeig­ne­te Behand­lung.

  • Kopf­schüt­teln, Krat­zen, Geruch oder eine schief gehal­te­ne Kopf­hal­tung, das ist kei­ne Pfle­ge­fra­ge mehr. Das ist eine Tier­arzt­fra­ge.

Ver­si­che­rungs­schutz bei Ohr­pro­ble­men rich­tig ein­ord­nen

Wel­che Absi­che­rung jetzt rele­vant wird

Ohr­pro­ble­me kön­nen harm­lo­se Pfle­ge­fra­gen sein, aber auch Tier­arzt­kos­ten, Ope­ra­tio­nen oder Haf­tungs­fra­gen aus­lö­sen. Nach der Ein­ord­nung von Rei­ni­gung, Warn­zei­chen und typi­schen Feh­lern hilft eine kla­re Abgren­zung: Wel­che Ver­si­che­rung zahlt Behand­lungs­kos­ten, wann geht es um Ope­ra­tio­nen und wann betrifft es Ihre Ver­ant­wor­tung als Hun­de­hal­ter?

Tierarzt untersucht einen Labrador auf dem Behandlungstisch, Mutter und Kind stehen daneben in einer hellen Tierarztpraxis
Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung

Eine Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung kann rele­vant wer­den, wenn aus Ohren­schmutz, Juck­reiz oder Geruch eine behand­lungs­be­dürf­ti­ge Ohren­ent­zün­dung ent­steht. Je nach Tarif kön­nen Unter­su­chung, Oto­sko­pie, Abstrich, Medi­ka­men­te und Nach­kon­trol­len erstat­tet wer­den. Rei­ne Ohren­pfle­ge zu Hau­se oder kos­me­ti­sche Rei­ni­gung ist meist nicht auto­ma­tisch ver­si­chert. Prü­fen Sie des­halb Leis­tun­gen für Oti­tis, Haut, All­er­gien und Dia­gnos­tik genau.

Tierärztin untersucht einen Schäferhund auf dem Behandlungstisch, eine Person hält das Tier, moderne Tierklinik im Hintergrund
Hun­de-OP-Ver­si­che­rung

Eine Hun­de OP Ver­si­che­rung greift nicht bei nor­ma­ler Ohren­pfle­ge, kann aber bei schwe­ren chro­ni­schen Ohr­pro­ble­men wich­tig wer­den. In sel­te­nen Fäl­len kann eine fort­ge­schrit­te­ne Erkran­kung des Gehör­gangs einen ope­ra­ti­ven Ein­griff erfor­dern. Dann zäh­len OP-Kos­ten, Nar­ko­se, Nach­sor­ge und mög­li­che Kli­nik­kos­ten. Für wie­der­keh­ren­de Ent­zün­dun­gen ohne Ope­ra­ti­on reicht ein rei­ner OP-Tarif meist nicht aus.

Frau trainiert mit Hund auf einer Wiese beim Sonnenuntergang – Symbolbild für verantwortungsvolle Hundehalter und Haftpflichtschutz
Hun­de­hal­ter­haft­pflicht

Die Hun­de­hal­ter­haft­pflicht schützt nicht vor Tier­arzt­kos­ten Ihres eige­nen Hun­des, son­dern vor Ansprü­chen Drit­ter. Rele­vant wird sie, wenn Ihr Hund Men­schen ver­letzt oder frem­des Eigen­tum beschä­digt. Bei Pfle­ge, Tier­arzt­be­such, Hun­de­sa­lon oder Betreu­ung kann genau die­se Abgren­zung wich­tig sein. Gesund­heit­li­che Behand­lung und Haf­tung soll­ten daher getrennt betrach­tet wer­den.

Kos­ten rich­tig ein­schät­zen, bevor Beschwer­den chro­nisch wer­den

Was kos­tet eine Ohren­ent­zün­dung?

Eine Ohren­ent­zün­dung beim Hund kann von einer gut behan­del­ba­ren Oti­tis exter­na bis zu einem chro­ni­schen Ohr­pro­blem rei­chen. Die Kos­ten hän­gen davon ab, ob nur Unter­su­chung, Oto­sko­pie und Medi­ka­men­te nötig sind oder ob wie­der­hol­te Kon­trol­len, Abstri­che, Bild­ge­bung oder eine Ope­ra­ti­on dazu­kom­men.

Bei einer unkom­pli­zier­ten ers­ten Ent­zün­dung lie­gen die Tier­arzt­kos­ten häu­fig bei etwa 80 bis 200 €. Wie­der­keh­ren­de Ohr­ent­zün­dun­gen kön­nen bei anfäl­li­gen Ras­sen schnell 400 bis 800 € pro Jahr ver­ur­sa­chen, weil meh­re­re Besu­che, Medi­ka­men­te und Labor­un­ter­su­chun­gen nötig wer­den. Chro­ni­sche Ver­läu­fe mit Fach­kli­nik, Bild­ge­bung oder ope­ra­ti­vem Ein­griff kön­nen 1.000 € und mehr kos­ten.

Eine Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung kann medi­zi­nisch not­wen­di­ge Behand­lun­gen von Ohren­ent­zün­dun­gen je nach Tarif über­neh­men. Wich­tig sind War­te­zei­ten, Selbst­be­tei­li­gung, Jah­res­li­mit und der Umgang mit bereits bekann­ten Ohr­pro­ble­men. Bestehen Beschwer­den schon vor Ver­trags­ab­schluss, kön­nen dar­aus ent­ste­hen­de Kos­ten ganz oder teil­wei­se aus­ge­schlos­sen sein.

Ein­ma­lig

Ein­ma­li­ge Oti­tis exter­na

Ers­te Epi­so­de, unkom­pli­ziert
80–200 € Pro Behand­lungs­epi­so­de
Typi­sche Kos­ten­po­si­tio­nen
  • Unter­su­chung + Kon­sul­ta­ti­on 25–45 €
  • Oto­sko­pie (Gehör­gang­spie­ge­lung) 20–35 €
  • Ohren­trop­fen (ver­schrie­ben) 20–40 €
  • Anti­bio­ti­kum / Anti­my­ko­ti­kum (falls nötig) +20–50 €
  • Abstrich / Zyto­lo­gie (Keim­nach­weis) +15–30 €
Typi­sche Ein­ord­nung
ers­te Epi­so­de mil­de Sym­pto­me schnel­le Behand­lung gute Pro­gno­se
Regel­mä­ßi­ge Ohr­kon­trol­le zuhau­se kann hel­fen, Rei­zun­gen früh zu erken­nen und aus ein­fa­chen Fäl­len kei­ne Dau­er­bau­stel­le wer­den zu las­sen.
Wie­der­keh­rend

Chro­nisch rezi­di­vie­ren­de Oti­tis

Risi­ko­ras­sen, mehr­mals jähr­lich
400–800 € Pro Jahr bei anfäl­li­gen Ras­sen
Typi­sche Jah­res­kos­ten­struk­tur
  • 3–6 Tier­arzt­be­su­che jähr­lich 240–450 €
  • Wie­der­hol­te Zyto­lo­gien (Keim­be­stim­mung) 60–120 €
  • Medi­ka­men­te (Trop­fen, Sal­ben, Anti­bio­ti­ka) 100–200 €
  • Rei­ni­gungs­lö­sun­gen (zuhau­se) 30–60 €
  • Kon­troll­ter­min / Ver­laufs­kon­trol­le 30–70 €
Beson­ders anfäl­li­ge Ras­sen
Hän­ge­oh­ren, feuch­tes Kli­ma und All­er­gien erhö­hen das Risi­ko deut­lich. Frü­he Behand­lung ist hier wich­ti­ger als rei­ne Pfle­ge­rou­ti­ne.
Chro­nisch / OP

Chro­ni­sche Oti­tis & Chir­ur­gie

Fort­ge­schrit­ten, ope­ra­ti­ver Ein­griff
1.000 €+ Bis 3.000 € je nach Ein­griff
Mög­li­che Kos­ten­pos­ten
  • Bild­ge­bung (CT, Rönt­gen Mit­tel­ohr) 200–500 €
  • TECA (tota­le Ohr­ka­nal-Abla­ti­on, Nar­ko­se) 800–2.000 €
  • Nach­sor­ge, Kon­trol­len, Ver­bands­wech­sel 150–350 €
  • Lang­zeit-Medi­ka­ti­on nach OP 50–150 €
  • Bak­te­rio­lo­gie / Anti­bio­gramm 80–200 €
Typi­sche Ein­ord­nung
chro­ni­sche Schmer­zen Fach­kli­nik OP-Abklä­rung lan­ge Nach­sor­ge
Chro­ni­sche Oti­tis ent­steht oft aus wie­der­keh­ren­den Ent­zün­dun­gen. Je frü­her sau­ber dia­gnos­ti­ziert wird, des­to eher las­sen sich hohe Fol­ge­kos­ten ver­mei­den.

Prei­se sind Richt­wer­te nach GOT 2022 (1–2‑facher Satz). Spe­zi­al­pra­xen und Klein­tier-Kli­ni­ken kön­nen bis zum 3‑fachen Satz abrech­nen. CT-Dia­gnos­tik und TECA-Ein­grif­fe wer­den meist in Fach­kli­ni­ken durch­ge­führt und lie­gen preis­lich am obe­ren Ende. Die tat­säch­li­chen Kos­ten hän­gen von Befund, Auf­wand, Regi­on und Pra­xis ab.

Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung bei Ohr­ent­zün­dun­gen

Eine medi­zi­nisch not­wen­di­ge Behand­lung einer Ohr­ent­zün­dung kann je nach Tarif von der Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung über­nom­men wer­den. Dazu zäh­len je nach Leis­tungs­um­fang Unter­su­chung, Oto­sko­pie, Zyto­lo­gie, Medi­ka­men­te und bei schwe­ren chro­ni­schen Fäl­len auch ope­ra­ti­ve Ein­grif­fe. Ent­schei­dend sind War­te­zeit, Selbst­be­tei­li­gung, Jah­res­li­mit und der Umgang mit bereits bekann­ten Beschwer­den. Bestehen Ohr­pro­ble­me schon vor Ver­trags­ab­schluss, kön­nen dar­aus ent­ste­hen­de Kos­ten ganz oder teil­wei­se aus­ge­schlos­sen sein.

Dia­gnos­tik & Oto­sko­pie Medi­ka­men­te je nach Tarif OP-Leis­tung prü­fen Vor­er­kran­kun­gen beach­ten
Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung ver­glei­chen

Zwi­schen Haus­mit­tel und Gesund­heits­ri­si­ko

Haus­mit­tel fürs Hun­de­ohr rich­tig ein­ord­nen

Kamil­len­tee, Oli­ven­öl, lau­war­mes Was­ser klingt scho­nend, ist aber für den Gehör­gang des Hun­des das fal­sche Milieu. Das Pro­blem ist nicht die Sub­stanz, son­dern dass Flüs­sig­keit im L‑förmigen Kanal nicht ablau­fen kann. Beson­ders pro­ble­ma­tisch wird es, wenn bereits Juck­reiz, Geruch, Rötung, Aus­fluss oder Schmerz vor­han­den sind. Dann gehört das Ohr nicht wei­ter zu Hau­se behan­delt, son­dern tier­ärzt­lich unter­sucht.

Ohren­schmalz ist kein Schmutz, der grund­sätz­lich ent­fernt wer­den muss. Es schützt den Gehör­gang, bin­det Par­ti­kel und unter­stützt das natür­li­che Milieu im Ohr. Kamil­len­tee im Hun­de­ohr, Oli­ven­öl im Hun­de­ohr oder lau­war­mes Was­ser wer­den zwar häu­fig genannt, eig­nen sich aber höchs­tens sehr ein­ge­schränkt und nur äußer­lich an der Ohr­mu­schel. Für den Gehör­gang sind spe­zi­el­le Hun­de­ohr­rei­ni­ger deut­lich siche­rer, weil sie auf die Ana­to­mie und die emp­find­li­che Ohr­haut abge­stimmt sind.

Kamil­len­tee kann äußer­lich mild wir­ken, bringt aber zusätz­li­che Feuch­tig­keit ans Ohr. Oli­ven­öl kann Rück­stän­de bil­den und das Ohr­mi­lieu ver­schlie­ßen, statt es zu rei­ni­gen. Was­ser bleibt im L‑förmigen Gehör­gang leicht zurück und kann gera­de bei Hun­den mit Schlapp­oh­ren oder gereiz­ter Haut Pro­ble­me ver­stär­ken. Apfel­es­sig, Was­ser­stoff­per­oxid, Alko­hol und Baby­öl gehö­ren nicht ins Hun­de­ohr, weil sie die Haut rei­zen, aus­trock­nen oder schä­di­gen kön­nen.

Tee­baum­öl ist für Hun­de gefähr­lich und darf nicht zur Ohren­pfle­ge ver­wen­det wer­den. Auch ver­dünn­tes Tee­baum­öl kann toxisch wir­ken, weil Hun­de bestimm­te Inhalts­stof­fe schlecht abbau­en. Ohr­mil­ben, dunk­les Sekret, star­ker Juck­reiz, da hilft kein Haus­mit­tel. Da braucht man einen Abstrich.

Ohren­schmalz schützt das Hun­de­ohr. Es bin­det Schmutz­par­ti­kel, unter­stützt das natür­li­che Milieu im Gehör­gang und ist nicht auto­ma­tisch ein Zei­chen man­geln­der Pfle­ge. Haus­mit­tel wie Kamil­len­tee, Öl oder Was­ser wir­ken auf den ers­ten Blick harm­los. Im emp­find­li­chen Hun­de­ohr kön­nen sie aber Feuch­tig­keit, Rück­stän­de oder Rei­zun­gen ver­ur­sa­chen. Ent­schei­dend ist des­halb: Nur ein äußer­lich unauf­fäl­li­ges Ohr darf über­haupt vor­sich­tig gerei­nigt wer­den.

Haus­mit­tel im Check Bedingt ver­tret­bar oder pro­ble­ma­tisch?

Kamil­len­tee

Bedingt
Kamil­len­tee kann äußer­lich mild reiz­lin­dernd wir­ken, ist aber kein Ohr­rei­ni­ger für den Gehör­gang. Wenn über­haupt, eig­net er sich nur zum vor­sich­ti­gen Abwi­schen der Ohr­mu­schel. Flüs­sig­keit, die im Ohr bleibt, kann Keim­wachs­tum begüns­ti­gen.

Oli­ven­öl

Nicht emp­foh­len
Oli­ven­öl soll Ohren­schmalz lösen, kann im Gehör­gang aber Rück­stän­de bil­den. Öli­ge Fil­me ver­schlie­ßen das Ohr­mi­lieu eher, statt es zu rei­ni­gen. Bei Rei­zung, Geruch oder Ent­zün­dung ist Öl beson­ders ungüns­tig.

Lau­war­mes Was­ser

Nicht emp­foh­len
Was­ser ist für den L‑förmigen Gehör­gang des Hun­des kei­ne siche­re Spül­lö­sung. Feuch­tig­keit bleibt leicht zurück und kann gera­de bei Hän­ge­oh­ren oder bereits gereiz­ter Haut Ent­zün­dun­gen för­dern.
Abso­lut unge­eig­net: ✗ Apfel­es­sig ✗ Was­ser­stoff­per­oxid ✗ Baby­öl ✗ Alko­hol

Apfel­es­sig, Was­ser­stoff­per­oxid, Baby­öl und Alko­hol gehö­ren nicht ins Hun­de­ohr. Sie kön­nen die Haut im Gehör­gang rei­zen, aus­trock­nen oder schä­di­gen. Auch unste­ri­le Hilfs­mit­tel erhö­hen das Risi­ko für Kei­m­ein­trag oder klei­ne Ver­let­zun­gen.

Hoch­gif­tig für Hun­de

Tee­baum­öl nie­mals bei Hun­den anwen­den

War­um Tee­baum­öl gefähr­lich ist
Tee­baum­öl ist auch ver­dünnt toxisch für Hun­de. Schon klei­ne Men­gen auf Haut oder Schleim­haut kön­nen Ver­gif­tun­gen aus­lö­sen.
Ter­pe­ne wer­den über Haut und Schleim­häu­te auf­ge­nom­men und kön­nen Leber und Ner­ven­sys­tem belas­ten.
Im Gehör­gang ist das Risi­ko beson­ders hoch, weil das Öl kaum voll­stän­dig ent­fernt wer­den kann.
Mög­li­che Ver­gif­tungs­sym­pto­me
Star­ker Spei­chel­fluss, Zit­tern oder Mus­kel­schwä­che.
Tau­meln­der Gang, Des­ori­en­tie­rung oder auf­fäl­li­ge Müdig­keit.
Erbre­chen, Apa­thie oder Ver­dacht auf Ver­gif­tung: sofort tier­ärzt­lich abklä­ren las­sen.
Vor­sicht auch bei Sprays, Dif­fu­so­ren und Sham­poos mit Tee­baum­öl im Hun­de­haus­halt.
Bei Para­si­ten­be­fall sind Haus­mit­tel grund­sätz­lich unge­eig­net. Dazu zäh­len zum Bei­spiel Ohr­mil­ben. Hier braucht der Hund eine geziel­te Behand­lung, damit sich Mil­ben, Ent­zün­dung und Juck­reiz nicht wei­ter aus­brei­ten.
Fazit: Haus­mit­tel sind nur in engen Gren­zen ver­tret­bar: äußer­lich, vor­sich­tig und nur bei einem unauf­fäl­li­gen Ohr. Bei Juck­reiz, Kopf­schüt­teln, Geruch, Rötung, Schwel­lung oder Aus­fluss ist nicht Rei­ni­gen gefragt, son­dern eine tier­ärzt­li­che Abklä­rung. So ver­mei­den Sie, dass aus einem klei­nen Ohren­pro­blem eine schmerz­haf­te Ent­zün­dung wird.

Warn­zei­chen gehö­ren nicht in die Eigen­be­hand­lung

Wann der Tier­arzt nötig ist

Wenn der Hund beim Anfas­sen des Ohrs zurück­weicht, nicht wei­ter­rei­ni­gen. Das ist der ein­zi­ge Satz der zählt. Alles wei­te­re erklärt der Tier­arzt. In die­sen Situa­tio­nen kann wei­te­res Rei­ni­gen zu Hau­se die Beschwer­den ver­stär­ken und eine genaue Dia­gno­se ver­zö­gern.

Star­kes Kopf­schüt­teln, häu­fi­ges Krat­zen am Ohr oder Rei­ben des Kop­fes an Möbeln sind typi­sche Hin­wei­se auf Rei­zung, Fremd­kör­per, Mil­ben oder eine Ohren­ent­zün­dung. Auch dunk­les, krü­me­li­ges Sekret, gelb­li­cher Aus­fluss, Schwel­lung, Berüh­rungs­schmerz oder eine dau­er­haft schie­fe Kopf­hal­tung spre­chen nicht für nor­ma­le Ver­schmut­zung. Jault der Hund beim Anfas­sen des Ohrs, sofort auf­hö­ren. Das ist kein Zei­chen von schlech­ter Stim­mung, das ist Schmerz.

Eine tier­ärzt­li­che Unter­su­chung klärt, ob der äuße­re Gehör­gang, das Mit­tel­ohr oder tie­fe­re Struk­tu­ren betrof­fen sind. Häu­fig wird das Ohr mit einem Oto­skop unter­sucht, damit Gehör­gang und Trom­mel­fell beur­teilt wer­den kön­nen. Bei Aus­fluss oder wie­der­keh­ren­den Beschwer­den kann ein Abstrich mit zyto­lo­gi­scher Unter­su­chung hel­fen, Bak­te­ri­en, Hefe­pil­ze oder Mil­ben geziel­ter zu erken­nen.

Eine pro­fes­sio­nel­le Ohr­rei­ni­gung kann nötig wer­den, wenn viel Sekret, Schmutz oder ver­krus­te­tes Mate­ri­al tief im Gehör­gang sitzt. Bei star­ken Schmer­zen, sehr enger Ohr­öff­nung oder mas­si­ver Ent­zün­dung kann der Tier­arzt die Rei­ni­gung unter Sedie­rung durch­füh­ren, damit der Hund nicht lei­det und das Trom­mel­fell geschützt bleibt. Eigen­stän­di­ges Spü­len ist in sol­chen Fäl­len ris­kant, weil Flüs­sig­keit, Druck oder fal­sche Mit­tel den Zustand ver­schlech­tern kön­nen.

Wie­der­keh­ren­de Ohr­pro­ble­me soll­ten nicht nur sym­pto­ma­tisch behan­delt wer­den. All­er­gien, ana­to­mi­sche Beson­der­hei­ten, Haar­wuchs im Gehör­gang, häu­fi­ges Schwim­men oder chro­ni­sche Haut­pro­ble­me kön­nen dazu füh­ren, dass Ent­zün­dun­gen immer wie­der auf­tre­ten. Wer immer nur die aku­te Epi­so­de behan­delt, hat spä­tes­tens beim drit­ten Mal im Jahr die­sel­be Fra­ge: War­um schon wie­der?

Ohr­form, Alter und All­tag bestim­men das Risi­ko

Wel­pen und Risi­ko­ras­sen rich­tig kon­trol­lie­ren

Bei Cocker Spa­ni­els, Bas­set Hounds und Pudeln ist die Fra­ge nicht ob Ohr­pro­ble­me auf­tre­ten, son­dern wie früh man sie bemerkt. Das Ziel ist kei­ne häu­fi­ge Rei­ni­gung auf Vor­rat, son­dern frü­hes Erken­nen von Feuch­tig­keit, Schmutz, Geruch oder Rei­zung.

Wel­pen soll­ten früh ler­nen, dass Berüh­run­gen an Ohr­mu­schel und Ohr­an­satz nichts Bedroh­li­ches sind. Kur­ze Ein­hei­ten mit ruhi­ger Stim­me, sanf­ter Hand und posi­ti­ver Bestä­ti­gung hel­fen, spä­te­re Abwehr­re­ak­tio­nen zu ver­mei­den. Rei­ni­gen steht dabei nicht im Vor­der­grund. Wich­ti­ger ist, dass der jun­ge Hund Kon­trol­le, Anhe­ben der Ohren und vor­sich­ti­ges Anschau­en akzep­tiert.

Bei Risi­ko­ras­sen ent­schei­det vor allem die Belüf­tung des Gehör­gangs. Schlapp­oh­ren Hund Pfle­ge betrifft häu­fig Ras­sen wie Cocker Spa­ni­el, Bas­set Hound, Bea­gle, Labra­dor Retrie­ver oder Gol­den Retrie­ver, weil Wär­me und Feuch­tig­keit schlech­ter ent­wei­chen. Cocker Spa­ni­el Ohren gel­ten als beson­ders pfle­ge­inten­siv, da lan­ge Hän­ge­oh­ren, Haar­wuchs und Nei­gung zu Ent­zün­dun­gen zusam­men­kom­men kön­nen. Pudel haben Haa­re die direkt im Gehör­gang wach­sen, das ist kei­ne Klei­nig­keit. Die­se Haa­re soll­ten regel­mä­ßig vom Tier­arzt oder Groo­mer gezupft wer­den, sonst ist der Gehör­gang dau­er­haft schlecht belüf­tet.

Risi­ko für Ohren­ent­zün­dun­gen: Hän­ge­ohr­ras­sen wie Cocker Spa­ni­el oder Bas­set Hound haben durch feh­len­de Belüf­tung dau­er­haft feuch­te Gehör­gän­ge. Feuch­tig­keit, Ohren­schmalz, All­er­gien und häu­fi­ges Schwim­men kön­nen Kei­me begüns­ti­gen. Wel­pen jeder Ras­se soll­ten früh und ruhig an die Ohren­kon­trol­le gewöhnt wer­den, unab­hän­gig vom spä­te­ren Risi­ko­ni­veau.

Risi­ko: Sehr hoch Hoch Mit­tel Nied­rig Wel­pe: früh gewöh­nen
Risi­ko­ras­sen für Ohren­pro­ble­me beim Hund mit Ohren­typ, emp­foh­le­nem Pfle­ge­inter­vall und Risi­ko­ein­stu­fung.
Ras­se Ohren­typ Pfle­ge­inter­vall Risi­ko
Wel­pen (alle Ras­sen) 0–18 Mona­te Ras­se­ab­hän­gig 1×/Woche (Gewöh­nung) Unab­hän­gig vom Risi­ko­ni­veau — früh trai­nie­ren schützt dau­er­haft Früh gewöh­nen
Cocker Spa­ni­el Eng­lish & Ame­ri­can Lan­ge Hän­ge­oh­ren 1–2×/Woche Nach jedem Bad/Schwimmen zusätz­lich kon­trol­lie­ren Sehr hoch
Bas­set Hound Sehr schwe­re Ohren Sehr lan­ge Hän­ge­oh­ren 2×/Woche Ohr­ka­nal durch schwe­res Ohr dau­er­haft schlecht belüf­tet Sehr hoch
Pudel Klein, Mit­tel, Groß Hän­ge­oh­ren + Haa­re im Kanal 1×/Woche Haa­re im Gehör­gang regel­mä­ßig zup­fen las­sen (Tierarzt/Groomer) Sehr hoch
Bea­gle Hän­ge­oh­ren 1×/Woche Akti­ver Appor­tier­hund — Feuch­tig­keit von drau­ßen beach­ten Hoch
Labra­dor Retrie­ver Was­ser­lie­bend Hän­ge­oh­ren 1–2×/Woche Nach dem Schwim­men immer tro­cken­tup­fen Hoch
Gol­den Retrie­ver Was­ser­lie­bend Hän­ge­oh­ren 1–2×/Woche Nach Schwim­men: innen tro­cken­tup­fen, nicht ein­füh­ren Hoch
Deut­schen Schä­fer­hund Ste­h­oh­ren Ste­h­oh­ren Alle 4–6 Wochen Gute Luft­zir­ku­la­ti­on — nur bei Ver­schmut­zung rei­ni­gen Mit­tel
Dober­mann Ste­h­oh­ren Ste­h­oh­ren Alle 4–6 Wochen Rei­ni­gung nur bei sicht­ba­rer Ver­schmut­zung not­wen­dig Nied­rig
Deut­sche Dog­ge Ste­h­oh­ren Ste­h­oh­ren Alle 4–6 Wochen Bei Bedarf, kei­ne regel­mä­ßi­ge Rou­ti­ne not­wen­dig Nied­rig
Pfle­ge­inter­val­le sind Richt­wer­te. Indi­vi­du­el­le Fak­to­ren (All­er­gien, Feuch­tig­keit, Schwimm­häu­fig­keit) kön­nen häu­fi­ge­re Kon­trol­le erfor­dern. Bei rezi­di­vie­ren­den Ent­zün­dun­gen Tier­arzt auf­su­chen.

Kla­re Ant­wor­ten zu Rei­ni­gung, Warn­zei­chen, Kos­ten und Ver­si­che­rungs­schutz

Fra­gen zum Hun­de­oh­ren rei­ni­gen

Eine Ohren­ent­zün­dung beim Hund erken­nen Sie häu­fig an Geruch, Rötung, Aus­fluss, Kopf­schüt­teln, Krat­zen am Ohr oder schie­fer Kopf­hal­tung. Auch Berüh­rungs­schmerz, Schwel­lung, dunk­les krü­me­li­ges Sekret oder gelb­li­cher Aus­fluss sind Warn­zei­chen. Hal­ten die Sym­pto­me an oder reagiert Ihr Hund schmerz­haft, soll­te das Ohr tier­ärzt­lich unter­sucht wer­den. Eigen­stän­di­ges Rei­ni­gen kann eine Oti­tis ver­schlim­mern, wenn das Ohr bereits ent­zün­det ist.

Für Hun­de eig­nen sich spe­zi­ell ent­wi­ckel­te, mil­de und mög­lichst pH-neu­tra­le Ohr­rei­ni­ger für den äuße­ren Gehör­gang. Die­se Pro­duk­te sind auf Hun­de­oh­ren abge­stimmt und lösen Ohren­schmalz meist scho­nen­der als Was­ser, Alko­hol oder Haus­mit­tel. Nicht geeig­net sind Wat­te­stäb­chen, Men­schen­trop­fen, aggres­si­ve Spül­lö­sun­gen oder alko­hol­hal­ti­ge Pro­duk­te. Bei Schmerz, Geruch, Aus­fluss oder Rötung soll­te kein Rei­ni­ger ohne tier­ärzt­li­che Abklä­rung ver­wen­det wer­den.

Kamil­len­tee soll­te höchs­tens äußer­lich an der Ohr­mu­schel und nur bei einem unver­letz­ten, unauf­fäl­li­gen Hun­de­ohr ver­wen­det wer­den. Für die Rei­ni­gung im Gehör­gang ist Kamil­len­tee unge­eig­net, weil Feuch­tig­keit zurück­blei­ben und Keim­wachs­tum begüns­ti­gen kann. Bei Juck­reiz, Rötung, Aus­fluss, Geruch oder Schmerz ist Kamil­len­tee kei­ne siche­re Lösung. Dann braucht Ihr Hund eine tier­ärzt­li­che Unter­su­chung statt wei­te­rer Haus­mit­tel.

Gesun­de Hun­de­oh­ren soll­ten meist nur 1 bis 2‑mal pro Woche kon­trol­liert und nur bei Bedarf gerei­nigt wer­den. Eine vor­beu­gen­de Dau­er­rei­ni­gung kann die Ohr­flo­ra stö­ren und die emp­find­li­che Haut im Gehör­gang rei­zen. Hun­de mit Schlapp­oh­ren, star­kem Haar­wuchs, häu­fi­gem Schwim­men oder bekann­ter Nei­gung zu Ohr­pro­ble­men brau­chen enge­re Kon­trol­len. Gerei­nigt wird nur, wenn das Ohr unauf­fäl­lig ist und kei­ne Schmerz­zei­chen zeigt.

Eine unkom­pli­zier­te Ohren­ent­zün­dung beim Hund kos­tet häu­fig etwa 80 bis 200 Euro, je nach Unter­su­chung, Oto­sko­pie, Abstrich und Medi­ka­men­ten. Wie­der­keh­ren­de Ent­zün­dun­gen kön­nen bei anfäl­li­gen Ras­sen 400 bis 800 Euro pro Jahr ver­ur­sa­chen. Chro­ni­sche Ver­läu­fe mit Fach­kli­nik, Bild­ge­bung oder Ope­ra­ti­on kön­nen 1.000 Euro und mehr kos­ten. Die tat­säch­li­chen Tier­arzt­kos­ten hän­gen von Befund, GOT-Satz, Regi­on und Pra­xis ab.

Wat­te­stäb­chen soll­ten nicht in den Gehör­gang des Hun­des ein­ge­führt wer­den. Sie kön­nen Schmutz tie­fer in den L‑förmigen Gehör­gang drü­cken, die Ohr­haut rei­zen und im schlimms­ten Fall das Trom­mel­fell ver­let­zen. Für die äuße­re Ohr­mu­schel eig­net sich ein wei­ches Tuch oder eine Mull­kom­pres­se deut­lich bes­ser. Gerei­nigt wird nur der sicht­ba­re Bereich, den Sie ohne Druck sicher errei­chen.

Stän­di­ges Kopf­schüt­teln beim Hund ist ein Warn­zei­chen und soll­te tier­ärzt­lich abge­klärt wer­den, wenn es anhält oder mit Geruch, Aus­fluss, Rötung oder Krat­zen ver­bun­den ist. Mög­li­che Ursa­chen sind Oti­tis exter­na, Ohr­mil­ben, Fremd­kör­per, All­er­gien oder Schmer­zen im Gehör­gang. Wie­der­hol­tes Rei­ni­gen zu Hau­se kann die Ursa­che ver­de­cken. Siche­rer ist eine Unter­su­chung mit Oto­skop, damit Gehör­gang und Trom­mel­fell beur­teilt wer­den kön­nen.

Tee­baum­öl ist für Hun­de­oh­ren nicht geeig­net und kann für Hun­de gif­tig sein. Auch ver­dünn­tes Tee­baum­öl kann über Haut und Schleim­häu­te auf­ge­nom­men wer­den und Leber oder Ner­ven­sys­tem belas­ten. Mög­li­che Ver­gif­tungs­zei­chen sind Spei­cheln, Zit­tern, Schwä­che, Erbre­chen, Tau­meln oder star­ke Müdig­keit. Bei Ohr­pro­ble­men soll­ten Hun­de­ohr­rei­ni­ger oder Medi­ka­men­te nur nach siche­rer Ein­ord­nung ver­wen­det wer­den.

Hun­de­ras­sen mit Schlapp­oh­ren, engem Gehör­gang, star­kem Haar­wuchs oder häu­fi­ger Feuch­tig­keit haben beson­ders oft Ohr­pro­ble­me. Dazu zäh­len unter ande­rem Cocker Spa­ni­el, Bas­set Hound, Bea­gle, Pudel, Labra­dor Retrie­ver und Gol­den Retrie­ver. Auch Shar Pei und ande­re Hun­de mit engen oder fal­ti­gen Struk­tu­ren kön­nen anfäl­li­ger sein. Ent­schei­dend sind Ohr­form, Belüf­tung, All­er­gie­nei­gung, Schwimm­ver­hal­ten und regel­mä­ßi­ge Kon­trol­le.

Eine Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung kann Kos­ten für Ohren­ent­zün­dun­gen über­neh­men, wenn der Tarif ambu­lan­te Behand­lun­gen, Dia­gnos­tik und Medi­ka­men­te ein­schließt. Je nach Ver­trag kön­nen Unter­su­chung, Oto­sko­pie, Zyto­lo­gie, Ohren­trop­fen, Nach­kon­trol­len und bei schwe­ren Fäl­len ope­ra­ti­ve Maß­nah­men ver­si­chert sein. Wich­tig sind War­te­zeit, Selbst­be­tei­li­gung, Jah­res­li­mit und Aus­schlüs­se. Bereits bekann­te Ohr­pro­ble­me vor Ver­trags­ab­schluss kön­nen ganz oder teil­wei­se aus­ge­schlos­sen sein.

Gesund­heit und All­tag nach Ohr­pro­ble­men bes­ser ein­ord­nen

Was nach der Ohren­pfle­ge wei­ter­hilft

Ohr­pro­ble­me ste­hen sel­ten völ­lig iso­liert. Wie­der­keh­ren­der Juck­reiz, Geruch, Para­si­ten oder auf­fäl­li­ges Ver­hal­ten kön­nen mit ande­ren Gesund­heits­fra­gen oder Hal­tungs­be­din­gun­gen zusam­men­hän­gen. Die fol­gen­den The­men hel­fen, Beschwer­den bes­ser ein­zu­ord­nen und den Hun­de­all­tag geziel­ter zu gestal­ten.

Ein kleiner kranker Hund schläft erschöpft auf dem Schoß einer Frau, die ihn liebevoll auf dem Sofa hält
Hun­de­krank­hei­ten

Hun­de­krank­hei­ten kön­nen sich zuerst über klei­ne Ver­än­de­run­gen zei­gen, etwa Juck­reiz, Kopf­schüt­teln, Haut­rö­tun­gen, Para­si­ten­be­fall oder unge­wohn­ten Geruch. Der Rat­ge­ber hilft Ihnen, typi­sche Sym­pto­me beim Hund bes­ser ein­zu­ord­nen und zu erken­nen, wann ein Tier­arzt­be­such sinn­voll ist. Beson­ders bei wie­der­keh­ren­den Ohr­pro­ble­men lohnt sich der Blick auf mög­li­che Ursa­chen wie All­er­gien, Mil­ben oder Ent­zün­dun­gen.

Hund spielt auf einer Wiese mit einem kleinen, grünen Fußball und zeigt typisches Sozial- und Spielverhalten
Hun­de­hal­tung

Hun­de­hal­tung beein­flusst die Ohr­ge­sund­heit stär­ker, als vie­le Hal­ter ver­mu­ten. Schwim­men, Fell­pfle­ge, Schlaf­platz, Spa­zier­gän­ge im Wald, Ernäh­rung und regel­mä­ßi­ge Kon­trol­le wir­ken auf Hygie­ne und Wohl­be­fin­den. Der The­men­be­reich gibt Ihnen prak­ti­sche Ori­en­tie­rung für den All­tag mit Hund, damit Pfle­ge, Vor­sor­ge und Beob­ach­tung bes­ser zusam­men­spie­len.

Hun­de­oh­ren sicher pfle­gen

Der häu­figs­te Feh­ler bei der Ohren­pfle­ge ist nicht Ver­nach­läs­si­gung, es ist zu viel Rei­ni­gung zum fal­schen Zeit­punkt. Sinn­voll ist eine ruhi­ge Kon­trol­le, ein pas­sen­der Ohr­rei­ni­ger bei tat­säch­li­cher Ver­schmut­zung und ein kla­res Stopp­si­gnal bei Schmer­zen, Geruch, Aus­fluss oder auf­fäl­li­gem Ver­hal­ten. Gera­de bei Schlapp­oh­ren, Wel­pen, Schwim­mern und Hun­den mit wie­der­keh­ren­den Beschwer­den ent­schei­det die rich­ti­ge Ein­schät­zung dar­über, ob Pfle­ge genügt oder eine tier­ärzt­li­che Unter­su­chung nötig wird.

Der wich­tigs­te Maß­stab bleibt der Zustand des Ohrs. Ein unauf­fäl­li­ges Ohr darf vor­sich­tig gepflegt wer­den, ein gereiz­tes oder schmerz­haf­tes Ohr gehört nicht in die Eigen­be­hand­lung. Wer Wat­te­stäb­chen, Tee­baum­öl, aggres­si­ve Haus­mit­tel und zu häu­fi­ges Rei­ni­gen ver­mei­det, senkt das Risi­ko für zusätz­li­che Rei­zun­gen. Wer einen Cocker Spa­ni­el oder Bas­set Hound hat und noch kei­ne HKV: Das ist genau die Hun­de­ras­se für die sich eine Ver­si­che­rung schon im ers­ten Ent­zün­dungs-Jahr amor­ti­sie­ren kann.

Wei­te­re Fra­gen zu Ohr­pro­ble­men beim Hund

Mein Hund hat schon die drit­te Ohren­ent­zün­dung in die­sem Jahr. Was ist zu tun?

Wie­der­keh­ren­de Ohren­ent­zün­dun­gen soll­ten gründ­lich tier­ärzt­lich abge­klärt wer­den, statt jede Epi­so­de nur ein­zeln zu behan­deln. Häu­fig ste­cken All­er­gien, Hefe­pil­ze, Bak­te­ri­en, Ohr­mil­ben, ana­to­mi­sche Eng­stel­len oder Haar­wuchs im Gehör­gang dahin­ter. Bei Ras­sen wie Cocker Spa­ni­el, Pudel oder Bas­set Hound ist eine lang­fris­ti­ge Stra­te­gie wich­tig.

Nach der Ver­wen­dung eines Wat­te­stäb­chens soll­ten Sie das Hun­de­ohr beob­ach­ten und bei Schmerz, Blut, Kopf­schüt­teln, Aus­fluss oder auf­fäl­li­gem Geruch zeit­nah eine Tier­arzt­pra­xis kon­tak­tie­ren. Bleibt Ihr Hund unauf­fäl­lig, rei­ni­gen Sie nicht wei­ter in der Tie­fe und kon­trol­lie­ren Sie das Ohr in den nächs­ten Tagen vor­sich­tig. Bei Ver­let­zungs­ver­dacht oder Trom­mel­fell­ri­si­ko ist eine Oto­sko­pie sinn­voll. Wei­te­re Mani­pu­la­ti­on kann den Gehör­gang zusätz­lich rei­zen.

Ein Hund, der die Ohren­rei­ni­gung kom­plett ver­wei­gert, soll­te lang­sam an Berüh­rung, Ohr­kon­trol­le und Pfle­ge­hil­fen gewöhnt wer­den. Star­ten Sie mit kur­zen Ein­hei­ten ohne Rei­ni­ger, ruhi­gem Lob und posi­ti­ver Bestä­ti­gung. Zwang, Fest­hal­ten oder schmerz­haf­te Ver­su­che ver­schlech­tern die Akzep­tanz meist deut­lich. Bei Schmer­zen, Ent­zün­dung oder star­kem Sekret kann eine pro­fes­sio­nel­le Rei­ni­gung durch Tier­arzt oder Fach­per­so­nal nötig sein, teils auch unter Sedie­rung.

Chro­ni­sche Ohre­n­er­kran­kun­gen wer­den von jeder Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung über­nom­men, deren Tarif wie­der­keh­ren­de ambu­lan­te Behand­lun­gen, Der­ma­to­lo­gie, Dia­gnos­tik und Medi­ka­men­te ein­schließt. Ent­schei­dend sind die Bedin­gun­gen zu Vor­er­kran­kun­gen, War­te­zei­ten, Jah­res­li­mits, Selbst­be­tei­li­gung und Aus­schlüs­sen. Bereits doku­men­tier­te Ohr­ent­zün­dun­gen vor Ver­trags­be­ginn kön­nen aus­ge­schlos­sen wer­den.

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