Krampf­an­fall beim Hund: Ursa­chen erken­nen, rich­tig reagie­ren

So han­deln Sie im Ernst­fall sicher und ver­ste­hen, wann Dia­gnos­tik, Medi­ka­men­te oder Kli­nik sofort nötig sind.

Tierarzt tastet einen geschwächten Hund nach einem Krampfanfall ab, während eine Helferin ihn auf dem Tisch stabilisiert

Wenn der Hund krampft, zählt jede rich­ti­ge Ent­schei­dung

Ein Krampf­an­fall beim Hund ist für vie­le Hal­ter einer der belast­ends­ten Not­fäl­le über­haupt. Der Hund kippt um, ver­steift sich, pad­delt mit den Bei­nen, spei­chelt stark oder wirkt für kur­ze Zeit wie nicht ansprech­bar. Danach folgt oft die zwei­te Ver­un­si­che­rung: War das Epi­lep­sie, eine Ver­gif­tung, eine Stoff­wech­sel­stö­rung oder ein Hin­weis auf eine Erkran­kung im Gehirn? Genau an die­sem Punkt braucht es kla­re Ein­ord­nung. Ein Krampf­an­fall ist kein eige­ner Krank­heits­na­me, son­dern ein Sym­ptom mit sehr unter­schied­li­chen Ursa­chen. Die Spann­wei­te reicht von idio­pa­thi­scher Epi­lep­sie bis zu Hypo­glyk­ämie, Hypo­kalz­ä­mie, Leber­er­kran­kun­gen, Nie­ren­pro­ble­men, Ent­zün­dun­gen, Tumo­ren oder Toxi­nen.

Für die Abklä­rung reicht des­halb sel­ten nur ein kur­zer Blick in die Sprech­stun­de. Häu­fig braucht es eine struk­tu­rier­te Dia­gnos­tik mit Ana­mne­se, kör­per­li­cher und neu­ro­lo­gi­scher Unter­su­chung, Blut­bild, kli­ni­scher Che­mie und Urin­un­ter­su­chung. Je nach Alter, Ver­lauf und Befund kom­men Gal­len­säu­ren, Rönt­gen, Herz­dia­gnos­tik, CT oder MRT des Kop­fes, Liquo­r­un­ter­su­chung, sta­tio­nä­re Über­wa­chung und spä­ter oft eine dau­er­haf­te The­ra­pie mit Anti­epi­lep­ti­ka dazu. Genau hier ent­ste­hen die eigent­li­chen Kos­ten­fak­to­ren: nicht durch einen ein­zel­nen Ein­griff, son­dern durch Not­dienst, Bild­ge­bung, Labor, Medi­ka­men­te und Ver­laufs­kon­trol­len. Wer sei­nen Hund absi­chern will, soll­te des­halb nicht nur an OPs den­ken, son­dern an die gesam­te Dia­gnos­tik und Lang­zeit­be­hand­lung.

Inhalts­ver­zeich­nis

Das Wich­tigs­te im Über­blick

Wel­che bio­lo­gi­schen Ursa­chen hin­ter einem Krampf­an­fall ste­cken kön­nen

Ursa­chen von Krampf­an­fäl­len beim Hund

Ein Krampf­an­fall beginnt nicht in den Mus­keln, son­dern im Gehirn. Wer die Ent­ste­hung ver­steht, kann bes­ser ein­ord­nen, war­um der­sel­be sicht­ba­re Anfall ein­mal harm­lo­ser wirkt und ein ande­res Mal auf eine erns­te Grund­er­kran­kung hin­weist.

Die unmit­tel­ba­re Ursa­che eines Krampf­an­falls ist eine plötz­li­che Fehl­ent­la­dung von Ner­ven­zel­len im Gehirn.
Wird dabei der moto­ri­sche Cor­tex mit­be­trof­fen, ent­ste­hen unkon­trol­lier­te Mus­kel­be­we­gun­gen, Ver­stei­fung, Pad­del­be­we­gun­gen oder ein kom­plet­ter Bewusst­seins­ver­lust. Ein Krampf­an­fall ist des­halb kei­ne eigen­stän­di­ge Krank­heit, son­dern ein neu­ro­lo­gi­sches Sym­ptom. Medi­zi­nisch wird zwi­schen foka­len Anfäl­len und gene­ra­li­sier­ten Anfäl­len unter­schie­den. Foka­le Anfäl­le star­ten in einem begrenz­ten Hirn­be­reich, gene­ra­li­sier­te Anfäl­le erfas­sen grö­ße­re Netz­wer­ke und zei­gen meist das klas­si­sche Bild mit Umfal­len, Ver­stei­fung und rhyth­mi­schen Bewe­gun­gen.

Für die eigent­li­che Ent­ste­hung gibt es beim Hund drei gro­ße Ursa­chen­grup­pen: idio­pa­thi­sche Epi­lep­sie, reak­ti­ve Anfäl­le und struk­tu­rel­le Epi­lep­sie.
Idio­pa­thi­sche Epi­lep­sie bedeu­tet, dass kei­ne gro­be Hirn­lä­si­on oder ande­re kla­re Grund­er­kran­kung gefun­den wird und eine gene­ti­sche oder zumin­dest erb­lich beein­fluss­te Grund­la­ge wahr­schein­lich ist. Reak­ti­ve Anfäl­le ent­ste­hen dage­gen außer­halb des Gehirns, etwa durch Hypo­glyk­ämie, Elek­tro­lyt­stö­run­gen, por­to­sys­te­mi­schen Shunt mit hepa­ti­scher Enze­pha­lo­pa­thie oder Into­xi­ka­tio­nen. Struk­tu­rel­le Epi­lep­sie wird durch Ver­än­de­run­gen im Gehirn selbst aus­ge­löst, zum Bei­spiel durch Ent­zün­dun­gen, Infek­tio­nen, Trau­ma­ta, Gefäß­ereig­nis­se, Fehl­bil­dun­gen oder Hirn­tu­mo­ren. Genau die­se Ein­tei­lung fehlt auf vie­len Rat­ge­ber­sei­ten, ist aber für Pro­gno­se und The­ra­pie ent­schei­dend.

Alter und Gene­tik sind bei der Ursa­chen­be­wer­tung zen­tra­le Weg­wei­ser.
Tre­ten ers­te unpro­vo­zier­te Anfäl­le zwi­schen sechs Mona­ten und sechs Jah­ren auf und ist der Hund zwi­schen den Anfäl­len neu­ro­lo­gisch unauf­fäl­lig, spricht das eher für idio­pa­thi­sche Epi­lep­sie. Begin­nen Anfäl­le schon vor dem sechs­ten Lebens­mo­nat oder erst nach dem sechs­ten Lebens­jahr, steigt der Ver­dacht auf eine ande­re Ursa­che und die Schwel­le für MRT und Liquo­r­un­ter­su­chung liegt deut­lich nied­ri­ger. Für idio­pa­thi­sche Epi­lep­sie gibt es eine nach­ge­wie­se­ne oder stark ver­mu­te­te gene­ti­sche Kom­po­nen­te. Häu­fi­ger betrof­fen sind unter ande­rem Bea­gles, Bor­der Col­lies, Boxer, Labra­dor Retrie­ver, Gol­den Retrie­ver, Aus­tra­li­an She­p­herds und wei­te­re Ras­sen mit erhöh­ter Prä­va­lenz. Das heißt nicht, dass Misch­lin­ge geschützt sind. Es heißt nur, dass bei bestimm­ten Lini­en die erb­li­che Anfalls­be­reit­schaft kla­rer sicht­bar wird.

Umwelt­fak­to­ren lösen Krampf­an­fäl­le meist nicht allein aus, sie kön­nen aber eine vor­han­de­ne Anfalls­be­reit­schaft sicht­bar machen oder reak­ti­ve Anfäl­le direkt ver­ur­sa­chen.
Dazu gehö­ren vor allem Gift­stof­fe, Kopf­trau­ma­ta und schwe­re Stoff­wech­sel­ent­glei­sun­gen. Ein häu­fi­ger Denk­feh­ler ist, Aus­lö­ser und Ursa­che gleich­zu­set­zen. Dass ein Anfall beim Fres­sen, Spie­len, Ein­schla­fen oder Auf­wa­chen auf­tritt, beschreibt oft nur den Moment erhöh­ter neu­ro­na­ler Insta­bi­li­tät, nicht die eigent­li­che Grund­er­kran­kung. Genau des­halb reicht die Beob­ach­tung des Anfalls nie aus. Ent­schei­dend ist immer die Fra­ge, ob das Gehirn selbst krank ist, ob eine gene­ti­sche Über­er­reg­bar­keit vor­liegt oder ob ein Pro­blem aus Leber, Nie­re, Stoff­wech­sel oder Umwelt auf das Gehirn durch­schlägt.

Wor­an Sie einen Krampf­an­fall früh erken­nen und wann sofort Hand­lungs­be­darf besteht

Anzei­chen und Sym­pto­me von Krampf­an­fäl­len beim Hund

Krampf­an­fäl­le begin­nen oft nicht erst mit dem Umfal­len. Vie­le Hun­de zei­gen schon vor­her klei­ne Ver­än­de­run­gen, die Hal­ter leicht über­se­hen, obwohl genau sie für die Ein­ord­nung spä­ter sehr wert­voll sind.

Frü­he Warn­zei­chen sind oft Ver­hal­tens­än­de­run­gen Stun­den bis Tage vor dem Anfall.
Man­che Hun­de wir­ken plötz­lich unru­hig, anhäng­li­cher als sonst, gereizt, ängst­lich oder suchen unge­wöhn­lich viel Nähe. Ande­re zie­hen sich zurück, star­ren ins Lee­re oder wir­ken, als wür­den sie etwas wahr­neh­men, das gar nicht da ist. Die­se Pha­se wird pro­dro­ma­le Pha­se genannt. Sie ist nicht bei jedem Hund klar erkenn­bar, aber wenn sie auf­tritt, hilft sie enorm bei der spä­te­ren Beur­tei­lung durch den Tier­arzt. Ein Video und die genaue Uhr­zeit sind in sol­chen Momen­ten oft wert­vol­ler als eine gro­be Erin­ne­rung.

Der eigent­li­che Anfall zeigt sich je nach Form sehr unter­schied­lich.
Bei einem gene­ra­li­sier­ten Anfall kippt der Hund oft um, ver­steift sich, pad­delt mit den Bei­nen, spei­chelt stark und ver­liert manch­mal Urin oder Kot. Bei einem foka­len Anfall kann das Bild viel sub­ti­ler sein: Zucken einer Gesichts­hälf­te, rhyth­mi­sches Kau­en, plötz­li­ches Leer­schlu­cken, star­res Fixie­ren, unge­wöhn­li­che Kopf­be­we­gun­gen oder kurz­zei­ti­ge Des­ori­en­tie­rung ohne kom­plet­ten Zusam­men­bruch. Genau die­se foka­len Zei­chen wer­den von Kon­kur­renz­sei­ten oft zu ober­fläch­lich behan­delt, obwohl sie für die Früh­erken­nung ent­schei­dend sind. Nicht jeder Krampf­an­fall sieht dra­ma­tisch aus. Man­che begin­nen klein und gene­ra­li­sie­ren erst danach.

Die Minu­ten nach dem Anfall sind dia­gnos­tisch fast genau­so wich­tig wie der Anfall selbst.
In der pos­tik­ta­len Pha­se wir­ken vie­le Hun­de ver­wirrt, lau­fen ziel­los umher, sind kurz­zei­tig blind, stark durs­tig, unru­hig, schwan­kend oder extrem erschöpft. Man­che erken­nen ihre Umge­bung für kur­ze Zeit schlech­ter, sto­ßen an Möbel oder reagie­ren ver­zö­gert auf Anspra­che. Die­se Pha­se kann weni­ge Minu­ten dau­ern, aber auch vie­le Stun­den anhal­ten. Ein häu­fi­ger Denk­feh­ler ist, die Gefahr für been­det zu hal­ten, sobald die Zuckun­gen auf­hö­ren. Gera­de nach dem Anfall brau­chen Hun­de Ruhe, Abstand zu Trep­pen und Was­ser erst kon­trol­liert, damit sie sich nicht ver­schlu­cken oder ver­let­zen.

Ein ech­ter Not­fall liegt vor, wenn der Anfall län­ger als fünf Minu­ten dau­ert, meh­re­re Anfäl­le dicht hin­ter­ein­an­der auf­tre­ten oder der Hund dazwi­schen nicht rich­tig zu sich kommt.
Dann besteht der Ver­dacht auf Sta­tus epi­lep­ti­cus oder Clus­ter-Anfäl­le. Prak­tisch heißt das für Sie: Dau­er stop­pen, Hund vor Ver­let­zun­gen schüt­zen, nichts ins Maul ste­cken, Rei­ze redu­zie­ren und sofort tier­ärzt­li­che Hil­fe orga­ni­sie­ren. Früh erkenn­bar sind sol­che kri­ti­schen Ver­läu­fe oft schon dar­an, dass die Erho­lungs­pha­se unge­wöhn­lich kurz oder gar nicht vor­han­den ist. Wer die­se Mus­ter erkennt, reagiert schnel­ler und gibt der Pra­xis genau die Infor­ma­tio­nen, die für Not­fall­be­hand­lung und wei­te­re Dia­gnos­tik gebraucht wer­den.

Wel­che Behand­lung wirk­lich hilft und wann Dia­gnos­tik schnell teu­er wird

The­ra­pie und Behand­lung von Krampf­an­fäl­len beim Hund

Bei einem Krampf­an­fall zählt zuerst Sta­bi­li­sie­rung, dann Ursa­chen­klä­rung. Die Behand­lung rich­tet sich nicht nach dem sicht­ba­ren Zucken allein, son­dern nach Anfalls­dau­er, Häu­fig­keit, neu­ro­lo­gi­schem Befund und der Fra­ge, ob eine idio­pa­thi­sche Epi­lep­sie, eine reak­ti­ve Ursa­che oder eine struk­tu­rel­le Hirn­er­kran­kung dahin­ter­steckt.

Akut­the­ra­pie ist bei Sta­tus epi­lep­ti­cus oder Clus­ter-Anfäl­len Pflicht, weil sonst Über­hit­zung, Azi­do­se, Sau­er­stoff­man­gel, Hirn­schä­den und im Extrem­fall Tod dro­hen. In der Not­fall­be­hand­lung wer­den vor allem Ben­zo­dia­ze­pi­ne wie Dia­ze­pam oder Mid­azo­lam ein­ge­setzt, bei Bedarf gefolgt von Leve­tir­acetam, Phe­no­bar­bi­tal oder bei refrak­tä­ren Ver­läu­fen Pro­po­fol unter eng­ma­schi­ger Über­wa­chung. Für den Hal­ter ist der Knack­punkt klar: Ein ein­zel­ner kur­zer Anfall kann ambu­lant abklär­bar sein, meh­re­re Anfäl­le hin­ter­ein­an­der oder ein Anfall über fünf Minu­ten gehö­ren in die Kli­nik.

Dau­er­the­ra­pie stützt sich meist auf Anti­epi­lep­ti­ka und nicht auf eine Ope­ra­ti­on. Phe­no­bar­bi­tal gilt beim Hund als Stan­dard der ers­ten Wahl, Kali­um­bro­mid ist eine klas­si­sche Opti­on in der Lang­zeit­kon­trol­le, Leve­tir­acetam und Zoni­sa­mid wer­den häu­fig ergän­zend oder in pas­sen­den Fäl­len alter­na­tiv ein­ge­setzt. Gestar­tet wird eine Dau­er­the­ra­pie typi­scher­wei­se nach dem zwei­ten oder drit­ten doku­men­tier­ten Ein­zel­an­fall, nach Clus­ter-Anfäl­len oder nach Sta­tus epi­lep­ti­cus. Ent­schei­dend ist dabei die Ver­laufs­kon­trol­le: Rund ein Drit­tel der Hun­de mit idio­pa­thi­scher Epi­lep­sie bleibt trotz meh­re­rer Medi­ka­men­te schwer ein­stell­bar.

Ope­ra­ti­on und Phy­sio­the­ra­pie spie­len nur in Son­der­fäl­len eine Rol­le. Eine OP behan­delt nicht den Krampf­an­fall selbst, son­dern allen­falls die aus­lö­sen­de Erkran­kung, wenn über­haupt eine ope­ra­ble Ursa­che gefun­den wird. Bei idio­pa­thi­scher Epi­lep­sie ist das nicht der Stan­dard. Phy­sio­the­ra­pie gehört eben­falls nicht zur Kern­be­hand­lung epi­lep­ti­scher Anfäl­le, kann aber nach Stür­zen, Ver­let­zun­gen oder bei zusätz­li­chen neu­ro­lo­gi­schen Pro­ble­men ergän­zend sinn­voll sein. Als moder­ne Ergän­zung wird bei man­chen Hun­den mit idio­pa­thi­scher Epi­lep­sie auch eine MCT-basier­te Diät dis­ku­tiert, die die Anfall­s­last sen­ken kann. Lang­fris­tig ent­schei­det die Ursa­che über die Pro­gno­se: Reak­ti­ve Anfäl­le kön­nen sich nach Behand­lung der Grund­er­kran­kung deut­lich bes­sern, idio­pa­thi­sche Epi­lep­sie ist meist kon­trol­lier­bar, aber in der Regel nicht heil­bar.

Die Kos­ten ent­ste­hen meist stu­fen­wei­se und nicht in einer ein­zi­gen Rech­nung. Nach GOT kos­tet die all­ge­mei­ne Unter­su­chung mit Bera­tung beim Hund 23,62 bis 70,86 Euro, die kli­ni­sche neu­ro­lo­gi­sche Unter­su­chung 25,65 bis 76,95 Euro, eine intra­ve­nö­se Injek­ti­on 17,25 bis 51,75 Euro, das Ein­le­gen eines peri­phe­ren Venen­ka­the­ters 14,62 bis 43,86 Euro, eine Infu­si­on per Schwer­kraft 42,00 bis 126,00 Euro und eine Infu­si­on per Infu­so­mat 70,92 bis 212,76 Euro. Für Bild­ge­bung kom­men schnell grö­ße­re Sum­men dazu: Rönt­gen­auf­nah­men kos­ten für die ers­te und zwei­te Auf­nah­me jeweils 26,53 bis 79,59 Euro, Ultra­schall 58,92 bis 176,76 Euro, ein CT eines Kör­per­teils 350 bis 1.050 Euro und ein MRT 700 bis 2.100 Euro. Die sta­tio­nä­re Unter­brin­gung eines Hun­des liegt bei 19,08 bis 57,24 Euro pro Tag ohne Behand­lung und ohne Fut­ter­kos­ten.

Im Not­dienst kom­men zusätz­lich eine Not­dienst­ge­bühr von 50 Euro sowie in der Regel der 2- bis 4‑fache GOT-Satz hin­zu. Arz­nei­mit­tel, Labor, Ver­brauchs­ma­te­ria­li­en und Umsatz­steu­er kom­men noch oben­drauf. Genau des­halb lan­den auf­wen­dig abge­klär­te oder sta­tio­när behan­del­te Anfalls­lei­den schnell im hohen drei­stel­li­gen bis vier­stel­li­gen Bereich.

All­tag, Aus­lö­ser und frü­he Gegen­steue­rung

Vor­sor­ge und Prä­ven­ti­on bei Krampf­an­fäl­len beim Hund

Ein Krampf­an­fall lässt sich nicht in jedem Fall ver­hin­dern. Sie kön­nen aber das Risi­ko für reak­ti­ve Anfäl­le sen­ken, Rück­fäl­le bei anfalls­be­rei­ten Hun­den bes­ser kon­trol­lie­ren und gefähr­li­che Ver­zö­ge­run­gen bei der Abklä­rung ver­mei­den. Genau dar­um geht es in der Vor­sor­ge: nicht um fal­sche Sicher­heit, son­dern um weni­ger Aus­lö­ser, schnel­le­re Ein­ord­nung und ein ruhi­ge­res, plan­ba­res Vor­ge­hen im All­tag.

Medi­ka­men­ten­treue ist bei Hun­den mit bekann­ter Epi­lep­sie die wirk­sams­te Prä­ven­ti­ons­maß­nah­me im All­tag. Anti­epi­lep­ti­ka müs­sen exakt in den ver­ord­ne­ten Abstän­den gege­ben wer­den, weil schon ver­spä­te­te oder aus­ge­las­se­ne Dosen zu Durch­bruch­an­fäl­len füh­ren kön­nen. Bei Phe­no­bar­bi­tal gehört die Kon­trol­le des Blut­spie­gels zur Vor­sor­ge dazu, weil zu nied­ri­ge Spie­gel die Wir­kung schwä­chen und zu hohe Spie­gel das Risi­ko für Leber­pro­ble­me erhö­hen. Anfalls­ta­ge­buch, fes­te Füt­te­rungs­zei­ten und ein gleich­mä­ßi­ger Tages­rhyth­mus hel­fen zusätz­lich, per­sön­li­che Trig­ger wie Schlaf­man­gel, Stress oder abrup­te Rou­ti­nen­wech­sel sicht­bar zu machen.

Gift­stoff­schutz senkt vor allem das Risi­ko für reak­ti­ve Anfäl­le. Xylit in Kau­gum­mis, zucker­frei­en Pro­duk­ten oder man­chen All­tags­ar­ti­keln kann beim Hund eine mas­si­ve Hypo­glyk­ämie aus­lö­sen und dadurch Krampf­an­fäl­le ver­ur­sa­chen. Dazu kommt: schwe­re Unter­zu­cke­rung tritt nicht nur nach Ver­gif­tun­gen auf, son­dern auch bei jun­gen, sehr klei­nen, schwer kran­ken oder lan­ge nüch­ter­nen Hun­den eher auf. Prak­tisch heißt das: Xylit kon­se­quent aus dem Haus­halt fern­hal­ten, Human­me­di­ka­men­te sicher weg­schlie­ßen und bei gefähr­de­ten Hun­den auf regel­mä­ßi­ge Füt­te­rung statt lan­ger Fress­pau­sen ach­ten.

Impf­schutz ist kei­ne Neben­sa­che, wenn es um die Ver­mei­dung neu­ro­lo­gi­scher Kri­sen geht. Stau­pe kann das zen­tra­le Ner­ven­sys­tem befal­len und Krampf­an­fäl­le aus­lö­sen, gera­de bei unge­impf­ten oder unvoll­stän­dig geschütz­ten Hun­den. Wer den Impf­sta­tus sau­ber hält, redu­ziert damit nicht nur das Infek­ti­ons­ri­si­ko, son­dern auch das Risi­ko schwe­rer neu­ro­lo­gi­scher Fol­ge­schä­den. Eben­so sinn­voll sind frü­he Check-ups, wenn ein Hund erst­mals kol­la­biert, kurz weg­tritt oder unge­wöhn­lich zuckt. Eine geplan­te All­ge­mein­un­ter­su­chung kos­tet nach GOT ab 23,62 Euro, die kli­ni­sche neu­ro­lo­gi­sche Unter­su­chung ab 25,65 Euro. Das ist meist deut­lich güns­ti­ger als nächt­li­cher Not­dienst mit Infu­si­on, Bild­ge­bung und sta­tio­nä­rer Über­wa­chung.

Ernäh­rung ist kein Ersatz für Dia­gnos­tik oder Medi­ka­men­te, kann aber in ein­zel­nen Fäl­len die Anfall­s­last mit­be­ein­flus­sen. Bei Hun­den mit idio­pa­thi­scher Epi­lep­sie gibt es Hin­wei­se, dass eine MCT-ergänz­te Ernäh­rung bei einem Teil der Tie­re die Anfalls­häu­fig­keit sen­ken kann. Das ist kei­ne Ein­la­dung zu spon­ta­nen Fut­ter­ex­pe­ri­men­ten. Sinn­voll ist eine sol­che Maß­nah­me nur als Ergän­zung zu einer sau­be­ren The­ra­pie und mit sta­bi­lem Fut­ter­plan. Der bes­se­re All­tags­grund­satz lau­tet: kei­ne stän­di­gen Fut­ter­wech­sel, kei­ne frag­wür­di­gen Zusät­ze auf Ver­dacht und jede grö­ße­re Umstel­lung nur dann, wenn sie medi­zi­nisch zur Gesamt­si­tua­ti­on des Hun­des passt.

Akut­pha­se, Dia­gno­se­weg, The­ra­pie und Lang­zeit­fol­gen

FAQ zu Krampf­an­fäl­len beim Hund

Ein Krampf­an­fall zeigt sich meist durch plötz­li­ches Umfal­len, Ver­stei­fung, pad­deln­de Bein­be­we­gun­gen, Spei­cheln, Bewusst­seins­stö­rung sowie teils Harn oder Kotab­satz.

Es gibt aber auch foka­le Anfäl­le, die deut­lich unschein­ba­rer wir­ken, zum Bei­spiel mit Blick­star­re, Zuckun­gen im Gesicht, rhyth­mi­schem Kau­en, Leer­schlu­cken, Angst­ver­hal­ten oder kur­zer Des­ori­en­tie­rung. Für die Ein­ord­nung sind drei Pha­sen wich­tig:

  • Pro­dro­mal­pha­se: Unru­he, Anhäng­lich­keit, Rück­zug oder merk­wür­di­ges Ver­hal­ten Stun­den bis Tage vor­her
  • Iktus: der eigent­li­che Anfall
  • Pos­tik­ta­le Pha­se: Tau­meln, Blind­heit, star­ker Hun­ger, Unru­he, Müdig­keit oder Ver­wirrt­heit nach dem Anfall


Gera­de die pos­tik­ta­le Pha­se wird häu­fig unter­schätzt, obwohl sie dia­gnos­tisch sehr wert­voll ist.

Ein Krampf­an­fall ist ein Not­fall, wenn er län­ger als eini­ge Minu­ten dau­ert, wenn meh­re­re Anfäl­le in kur­zer Zeit auf­tre­ten oder wenn Ihr Hund dazwi­schen nicht wie­der rich­tig zu sich kommt.

Dann dro­hen Sta­tus epi­lep­ti­cus oder Clus­ter-Anfäl­le, und bei­des sind lebens­be­droh­li­che neu­ro­lo­gi­sche Not­fäl­le. Beson­ders kri­tisch wird es bei anhal­ten­der Krampf­ak­ti­vi­tät, feh­len­der Erho­lung, star­ker Über­hit­zung oder zuneh­men­der Benom­men­heit.

Sie soll­ten Ihren Hund vor Ver­let­zun­gen schüt­zen, die Dau­er stop­pen, Rei­ze redu­zie­ren und ansons­ten den Anfall erst ein­mal ablau­fen las­sen.

Räu­men Sie har­te oder spit­ze Gegen­stän­de weg, hal­ten Sie Abstand zum Maul und ver­su­chen Sie nicht, die Zun­ge fest­zu­hal­ten oder etwas zwi­schen die Zäh­ne zu schie­ben. Nach dem Anfall hilft Ruhe, ein siche­rer Bereich ohne Trep­pen und eine genaue Doku­men­ta­ti­on von Dau­er, Ablauf und Ver­hal­ten davor und danach. Ein Anfalls­ta­ge­buch und ein Han­dy­vi­deo sind oft dia­gnos­tisch wert­vol­ler als eine unge­naue Erin­ne­rung. Bei Clus­ter-Anfäl­len oder einem Sta­tus epi­lep­ti­cus müs­sen Sie sofort in die Tier­kli­nik.

Nein, ein Krampf­an­fall ist zunächst ein Sym­ptom und noch kei­ne Dia­gno­se Epi­lep­sie.

Hin­ter einem Anfall kön­nen idio­pa­thi­sche Epi­lep­sie, reak­ti­ve Anfäl­le durch Stoff­wech­sel­stö­run­gen oder Ver­gif­tun­gen sowie struk­tu­rel­le Hirn­er­kran­kun­gen wie Ent­zün­dun­gen, Blu­tun­gen, Fehl­bil­dun­gen oder Tumo­ren ste­cken. Für eine gesi­cher­te idio­pa­thi­sche Epi­lep­sie braucht es typi­scher­wei­se wie­der­keh­ren­de unpro­vo­zier­te Anfäl­le und den Aus­schluss ande­rer Ursa­chen. Genau die­se Unter­schei­dung ent­schei­det über Pro­gno­se, The­ra­pie und Ver­si­che­rungs­schutz.

Die Dia­gnos­tik beginnt mit Ana­mne­se, All­ge­mein­un­ter­su­chung, kli­ni­scher neu­ro­lo­gi­scher Unter­su­chung, Blut­bild, kli­ni­scher Che­mie und Urin­un­ter­su­chung.

Damit wer­den vor allem reak­ti­ve Anfäl­le durch Hypo­glyk­ämie, Leber­er­kran­kun­gen, Nie­ren­er­kran­kun­gen, Elek­tro­lyt­ver­schie­bun­gen oder Into­xi­ka­tio­nen gesucht. Je nach Alter, neu­ro­lo­gi­schem Befund und Ver­lauf fol­gen danach gezielt Gal­len­säu­ren, Tho­rax­rönt­gen, Abdo­mi­nal­ul­tra­schall, MRT des Gehirns und Liquo­r­un­ter­su­chung. Beson­ders abklä­rungs­be­dürf­tig sind der ers­te Anfall, sehr jun­ge oder älte­re Hun­de sowie Hun­de, die zwi­schen den Anfäl­len neu­ro­lo­gisch auf­fäl­lig blei­ben.

Für die Suche nach einer Ursa­che im Gehirn ist das MRT in der Regel die wich­tigs­te Bild­ge­bung.

Rönt­gen und Ultra­schall hel­fen eher dabei, Hin­wei­se auf Begleit­erkran­kun­gen außer­halb des Gehirns zu fin­den, etwa bei Tumor­ver­dacht oder inter­nis­ti­schen Ursa­chen. Ein CT kann sinn­voll sein, ist aber für vie­le intra­kra­ni­elle Ver­än­de­run­gen weni­ger emp­find­lich als ein MRT. Prak­tisch gilt: Je aty­pi­scher der Ver­lauf, je jün­ger oder älter der Hund beim ers­ten Anfall und je auf­fäl­li­ger die neu­ro­lo­gi­sche Unter­su­chung, des­to eher führt der Weg zu MRT plus Liqu­or statt nur zu Rönt­gen.

Im Akut­fall kom­men vor allem Ben­zo­dia­ze­pi­ne wie Dia­ze­pam oder Mid­azo­lam zum Ein­satz, um einen lau­fen­den Anfall zu stop­pen oder wei­te­re Anfäl­le zu unter­bre­chen.

Für die Lang­zeit­kon­trol­le wer­den vor allem Phe­no­bar­bi­tal und Kali­um­bro­mid ein­ge­setzt; Leve­tir­acetam und Zoni­sa­mid sind wei­te­re wich­ti­ge Optio­nen, oft als Zusatz­the­ra­pie. Das The­ra­pie­ziel ist meist nicht per­fek­te Hei­lung, son­dern weni­ger Anfäl­le, kür­ze­re Anfäl­le und weni­ger schwe­re Ver­läu­fe bei akzep­ta­blen Neben­wir­kun­gen. Abrup­tes Abset­zen von Anti­kon­vul­si­va kann selbst wie­der Anfäl­le pro­vo­zie­ren.

Die Kos­ten lie­gen oft schon ohne sta­tio­nä­ren Not­fall im hohen zwei­stel­li­gen bis drei­stel­li­gen Bereich und stei­gen mit Bild­ge­bung oder Kli­nik­über­wa­chung schnell deut­lich an. Typi­sche GOT-Basis­wer­te sind:

  • All­ge­mei­ne Unter­su­chung mit Bera­tung: 23,62 €
  • Kli­ni­sche neu­ro­lo­gi­sche Unter­su­chung: 25,65 €
  • Gro­ßes Blut­bild: 23,52 €
  • Venö­se Blut­pro­ben­ent­nah­me: 10,26 €
  • Rönt­gen­auf­nah­me: 26,53 € je Auf­nah­me
  • Ultra­schall: 58,92 €
  • CT eines Kör­per­teils: 350,00 €
  • MRT: 700,00 €
  • Venen­ka­the­ter peri­pher: 14,62 €
  • Infu­si­on per Schwer­kraft: 42,00 €
  • Infu­si­on per Infu­so­mat: 70,92 €
  • Moni­to­ring mit mehr als zwei Para­me­tern: 59,18 €
  • Über­wa­chung von Inten­siv­pa­ti­en­ten: 100,00 € pro Tag
  • Not­dienst­ge­bühr: 50,00 € zusätz­lich


Die­se Beträ­ge sind ein­fa­che Gebüh­ren­sät­ze. Im Not­dienst und je nach Auf­wand steigt die Rech­nung durch höhe­re Gebüh­ren­sät­ze, Medi­ka­men­te, Ver­brauchs­ma­te­ri­al, Labor und sta­tio­nä­re Unter­brin­gung deut­lich wei­ter.

Absi­che­rung vor dem ers­ten Anfall

Ver­si­che­rung und Kos­ten­über­nah­me bei Krampf­an­fäl­len: wel­che Tari­fe wirk­lich tra­gen

Ein Krampf­an­fall ist kein ein­zel­ner OP-Fall, son­dern oft der Start einer gan­zen Behand­lungs­ket­te. Die Kos­ten ent­ste­hen häu­fig durch Not­dienst, Dia­gnos­tik, Labor, Bild­ge­bung, Kli­nik­über­wa­chung und spä­ter durch Anti­epi­lep­ti­ka oder wei­te­re Kon­trol­len. Genau des­halb muss der Ver­si­che­rungs­schutz zu einem Sym­ptom pas­sen, das medi­zi­nisch erst ein­mal sau­ber ein­ge­ord­net wer­den muss. Die Grund­lo­gik ist klar: Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung für die brei­te Abklä­rung und Behand­lung, Hun­de-OP-Ver­si­che­rung nur für den ope­ra­ti­ven Teil.

Bei Krampf­an­fäl­len ist die Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung fast immer der stär­ke­re Bau­stein. Sie trägt nicht nur Ope­ra­tio­nen, son­dern je nach Tarif auch all­ge­mei­ne Behand­lun­gen, Dia­gnos­tik, Medi­ka­men­te und sta­tio­nä­re Leis­tun­gen. In unse­rem Ver­gleich steht die Han­se­Mer­kur Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung als Leis­tungs­sie­ger und die Cle­os Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung als Preis-Leis­tungs­sie­ger. Der Grund ist nach­voll­zieh­bar: Bei­de Kon­zep­te gehen über rei­nen OP-Schutz hin­aus, und genau das brau­chen Sie bei einem Anfalls­ge­sche­hen, bei dem oft zuerst Blut­wer­te, neu­ro­lo­gi­sche Unter­su­chung, CT oder MRT und erst danach die eigent­li­che The­ra­pie­ent­schei­dung anste­hen. Bei der Han­se­Mer­kur gilt in der Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung grund­sätz­lich 1 Monat War­te­zeit, bei Unfäl­len ent­fällt sie. Bei Cle­os gilt grund­sätz­lich 30 Tage War­te­zeit, bei Unfäl­len ent­fällt sie eben­falls; für bestimm­te Erkran­kun­gen und Ope­ra­tio­nen gel­ten dort 6 Mona­te. Bei Han­se­Mer­kur kön­nen für bestimm­te Dia­gno­sen je nach Tarif eben­falls ver­län­ger­te War­te­zei­ten grei­fen.

Die Hun­de-OP-Ver­si­che­rung ist bei Krampf­an­fäl­len deut­lich schma­ler. Sie leis­tet nur bei medi­zi­nisch not­wen­di­gen Ope­ra­tio­nen und ist des­halb eher pas­send, wenn wirk­lich eine ope­ra­ti­ve Ursa­che oder eine ope­ra­ti­onpflich­ti­ge Fol­ge im Raum steht. Für den typi­schen Ver­lauf eines Krampf­an­falls ist das oft zu wenig, weil vie­le Kos­ten schon lan­ge vor einer OP anfal­len: Not­fall­sta­bi­li­sie­rung, Dia­gnos­tik, Bild­ge­bung, sta­tio­nä­re Über­wa­chung und Dau­er­me­di­ka­ti­on sind bei Anfäl­len meist der grö­ße­re Block.

Dazu kommt der wich­tigs­te Fall­strick über­haupt: Schutz muss vor dem ers­ten Sym­ptom, vor dem ers­ten Anfall und vor der ers­ten neu­ro­lo­gi­schen Abklä­rung bestehen. Rück­wir­ken­der Abschluss funk­tio­niert nicht, und bestehen­de Vor­er­kran­kun­gen oder deren Fol­gen kön­nen vom Schutz aus­ge­schlos­sen sein. Wer erst nach Zuckun­gen, Kol­laps, Ver­dachts­dia­gno­se oder dem ers­ten Kli­nik­be­such abschließt, ist bei Krampf­an­fäl­len häu­fig zu spät dran.

Mann sitzt mit Golden Retriever im Wohnzimmer, der Halskrause und bandagiertes Bein trägt, neben Laptop mit Versicherungsvergleich
Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung mit Vor­er­kran­kung

Mit einer Vor­er­kran­kung wird es schwie­ri­ger, aber nicht auto­ma­tisch aus­sichts­los. Ent­schei­dend ist, ob nur die bekann­te Bau­stel­le aus­ge­schlos­sen wird oder ob noch Schutz für ande­re künf­ti­ge Krank­hei­ten und Unfäl­le mög­lich bleibt. Bei Krampf­an­fäl­len zählt jedes Detail im Vor­be­richt. Schon ein doku­men­tier­ter Ver­dacht kann spä­ter den Unter­schied zwi­schen Leis­tung und Ableh­nung machen.

Frau gibt ihrem Hund im Wohnzimmer ein High-Five – Symbolbild für Vertrauen und Schutz durch eine Hundunfallversicherung.
Hun­de-Unfall-OP-Ver­si­che­rung

Eine Hun­de Unfall-OP-Ver­si­che­rung ist der schlan­ke Bau­stein für plötz­li­che Ope­ra­ti­ons­kos­ten nach einem Unfall. Sie hilft nicht bei der brei­ten Abklä­rung eines Krampf­an­falls, kann aber par­al­lel sinn­voll sein, wenn Sie sich wenigs­tens gegen aku­te chir­ur­gi­sche Rech­nun­gen absi­chern wol­len. Für chro­ni­sche oder neu­ro­lo­gi­sche Ver­läu­fe ersetzt sie kei­ne voll­wer­ti­ge Kran­ken­ver­si­che­rung.

Frau recherchiert mit ihrem Hund gemeinsam am Laptop – sie informiert sich über die beste Hundekrankenversicherung.
Bes­te Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung

Die bes­te Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung bei Krampf­an­fäl­len erken­nen Sie nicht am güns­tigs­ten Bei­trag, son­dern an der Tie­fe des Schut­zes. Wich­tig sind star­ke Leis­tun­gen für Dia­gnos­tik, Medi­ka­men­te, Kli­nik, Bild­ge­bung, Not­fäl­le und Nach­sor­ge. Wer nur auf OPs schaut, spart oft am fal­schen Ende und zahlt spä­ter für die teu­ers­ten Schrit­te selbst.

Zusam­men­fas­sung

Ein Krampf­an­fall beim Hund ist immer ein Warn­si­gnal und nie eine Baga­tel­le. Ent­schei­dend ist nicht nur der sicht­ba­re Anfall, son­dern die Ursa­che dahin­ter: idio­pa­thi­sche Epi­lep­sie, reak­ti­ve Anfäl­le durch Stoff­wech­sel­stö­run­gen oder Ver­gif­tun­gen und struk­tu­rel­le Hirn­er­kran­kun­gen brau­chen völ­lig unter­schied­li­che Wege in Dia­gnos­tik und Behand­lung. Ein Anfall von mehr als fünf Minu­ten, meh­re­re Anfäl­le inner­halb von 24 Stun­den oder feh­len­de Erho­lung dazwi­schen sind ein aku­ter Not­fall, weil dann Sta­tus epi­lep­ti­cus oder Clus­ter-Anfäl­le mit Risi­ko für Hyper­ther­mie, Hypo­xie und Hirn­schä­den dro­hen.

Die bes­te Ent­schei­dung ist des­halb frü­hes, ruhi­ges und kon­se­quen­tes Han­deln. Video auf­neh­men, Dau­er stop­pen, den Hund vor Ver­let­zun­gen schüt­zen und die Abklä­rung sau­ber durch­zie­hen, statt auf den nächs­ten Vor­fall zu war­ten. Die Pro­gno­se hängt nicht am Anfall selbst, son­dern an der Grund­er­kran­kung: reak­ti­ve Anfäl­le kön­nen sich nach Behand­lung der Ursa­che deut­lich bes­sern, idio­pa­thi­sche Epi­lep­sie ist oft kon­trol­lier­bar, aber meist nicht heil­bar. Für Hal­ter zählt am Ende ein nüch­ter­ner Maß­stab: gute Lebens­qua­li­tät, ver­läss­li­che Not­fall­pla­nung, regel­mä­ßi­ge Kon­trol­len und ein Ver­si­che­rungs­schutz, der Dia­gnos­tik, Medi­ka­men­te und Kli­nik nicht erst dann ernst nimmt, wenn der ers­te Anfall schon pas­siert ist.

Wei­te­re Fra­gen zum Krampf­an­fall beim Hund

Wann ist eine Dau­er­the­ra­pie prak­tisch alter­na­tiv­los?

Eine Dau­er­the­ra­pie ist meist ange­zeigt, wenn inner­halb von sechs Mona­ten min­des­tens zwei unpro­vo­zier­te Anfäl­le auf­tre­ten, wenn Clus­ter-Anfäl­le oder Sta­tus epi­lep­ti­cus vor­kom­men oder wenn die pos­tik­ta­le Pha­se beson­ders schwer ver­läuft oder län­ger als 24 Stun­den anhält. Auch eine stei­gen­de Anfalls­fre­quenz oder zuneh­men­de Schwe­re spricht klar für einen frü­hen The­ra­pie­be­ginn. Gera­de bei Hun­den mit hoher Anfalls­dich­te sinkt die Chan­ce auf gute Kon­trol­le, wenn zu lan­ge gezö­gert wird.

Die Hei­lungs­chan­cen hän­gen voll­stän­dig von der Ursa­che ab.

Reak­ti­ve Anfäl­le kön­nen sich deut­lich bes­sern oder ver­schwin­den, wenn die Grund­er­kran­kung kon­se­quent behan­delt wird. Idio­pa­thi­sche Epi­lep­sie ist oft kon­trol­lier­bar, aber meist nicht heil­bar. Etwa ein Drit­tel der Hun­de mit idio­pa­thi­scher Epi­lep­sie gilt als the­ra­pie­re­sis­tent gegen­über meh­re­ren Anti­kon­vul­si­va. Beson­ders ungüns­tig sind Clus­ter-Anfäl­le, hohe Anfalls­dich­te und Sta­tus epi­lep­ti­cus, weil sie mit gerin­ge­rer Remis­si­ons­wahr­schein­lich­keit, ver­kürz­ter Über­le­bens­zeit und höhe­rem Eutha­na­sie­ri­si­ko ver­bun­den sind.

In der Pra­xis zahlt eine Hun­de­kran­ken­ver­si­che­rung oder Hun­de-OP-Ver­si­che­rung bei chro­ni­schem Ver­lauf meist nur dann sau­ber, wenn der Ver­trag schon vor dem ers­ten Sym­ptom, vor der ers­ten Dia­gno­se und außer­halb der War­te­zeit bestand. Vie­le Tari­fe schlie­ßen bereits bekann­te Erkran­kun­gen, ange­ra­te­ne Behand­lun­gen oder wäh­rend der War­te­zeit dia­gnos­ti­zier­te Lei­den aus. Bei Krampf­an­fäl­len ist genau das der größ­te Fall­strick, weil schon ein doku­men­tier­ter Erst­vor­fall oder ein neu­ro­lo­gi­scher Ver­dacht spä­ter als Vor­er­kran­kung gewer­tet wer­den kann. Wer erst nach dem ers­ten Anfall abschließt, bekommt für genau die­ses Pro­blem oft kei­nen ver­läss­li­chen Schutz mehr.

Ja, für idio­pa­thi­sche Epi­lep­sie gibt es bei meh­re­ren Ras­sen eine gene­ti­sche oder stark ver­mu­te­te gene­ti­sche Prä­dis­po­si­ti­on.

Beschrie­ben sind unter ande­rem Aus­tra­li­an She­p­herd, Bor­der Col­lie, Labra­dor Retrie­ver, Bel­gi­scher Schä­fer­hund, Bea­gle und wei­te­re Ras­sen. Dabei geht es nicht nur um das Risi­ko an sich, son­dern auch um den Ver­lauf: Für Bor­der Col­lies, Deut­sche Schä­fer­hun­de und Staf­ford­shire Bull Ter­ri­er wer­den häu­fi­ger schwe­re­re Ver­läu­fe oder gerin­ge­re Remis­si­ons­ra­ten beschrie­ben. Ein Krampf­an­fall selbst bleibt trotz­dem immer ein Sym­ptom, das auch bei Misch­lin­gen und bei nicht gene­ti­schen Ursa­chen auf­tre­ten kann.

Ver­wand­te Ursa­chen, Dif­fe­ren­zi­al­dia­gno­sen und Fol­ge­we­ge

Wei­ter­füh­ren­de The­men & Rat­ge­ber zu Krampf­an­fäl­len beim Hund

Ein Krampf­an­fall ist kein eige­nes Krank­heits­bild, son­dern ein neu­ro­lo­gi­sches Sym­ptom mit sehr unter­schied­li­chen Ursa­chen. Genau des­halb lohnt sich der Blick auf ver­wand­te The­men, die Ihnen hel­fen, Anfäl­le bes­ser ein­zu­ord­nen, Warn­zei­chen frü­her zu erken­nen und den pas­sen­den Ver­si­che­rungs­schutz nicht nur auf den Not­fall, son­dern auf die gan­ze Behand­lungs­ket­te aus­zu­rich­ten.

Tierarzt hört einen erschöpften Hund nach einem Anfall auf dem Behandlungstisch ab, während eine Helferin ihn beruhigt
Epi­lep­sie

Epi­lep­sie ist eine der wich­tigs­ten Ursa­chen für wie­der­keh­ren­de unpro­vo­zier­te Krampf­an­fäl­le beim Hund. Wenn Ihr Hund mehr­fach Anfäl­le zeigt, ent­schei­det die sau­be­re Abgren­zung zwi­schen idio­pa­thi­scher Epi­lep­sie, reak­ti­ven Anfäl­len und struk­tu­rel­len Hirn­er­kran­kun­gen über Dia­gno­se­weg, Medi­ka­men­te und Pro­gno­se. Für den Ver­si­che­rungs­schutz ist das rele­vant, weil aus einem ein­zel­nen Not­fall schnell ein chro­ni­scher Ver­lauf mit Bild­ge­bung, Anti­epi­lep­ti­ka und Kon­trol­len wer­den kann.

Tierarzt nimmt einem Hund auf dem Behandlungstisch Blut ab, während eine Helferin Material für den Diabetes-Test vorbereitet
Dia­be­tes

Dia­be­tes kann bei Hun­den indi­rekt anfalls­ar­tig rele­vant wer­den, weil eine gefähr­li­che Hypo­glyk­ämie neu­ro­lo­gi­sche Aus­fäl­le, Kol­laps und ech­te Krampf­an­fäl­le aus­lö­sen kann. Gera­de bei insu­lin­pflich­ti­gen Hun­den zählt des­halb nicht nur die Grund­er­kran­kung, son­dern auch die siche­re Ein­stel­lung, Füt­te­rung und Not­fall­erken­nung im All­tag. Für Hal­ter und Ver­si­che­rungs­schutz ist das wich­tig, weil Stoff­wech­sel­ent­glei­sun­gen oft nicht bei einer ein­zel­nen Behand­lung blei­ben.

Tierarzt untersucht den Bauch eines Hundes, während eine Helferin Blutproben für die Diagnostik des Cushing-Syndroms vorbereitet
Cus­hing-Syn­drom

Cus­hing-Syn­drom wirkt zunächst wie ein Hor­mon­pro­blem, kann bei bestimm­ten Ver­läu­fen aber auch neu­ro­lo­gisch rele­vant wer­den. Vor allem bei pitui­tä­ren For­men mit grö­ße­rem Tumor sind Krampf­an­fäl­le, Kreis­lau­fen oder ande­re zen­tra­le Aus­fäl­le mög­lich, sodass die Abklä­rung über die klas­si­sche Hor­mon-Dia­gnos­tik hin­aus­ge­hen kann. Für die Absi­che­rung zählt hier der Blick aufs Gan­ze, weil Medi­ka­men­te, Ver­laufs­kon­trol­len und in Ein­zel­fäl­len auch erwei­ter­te Bild­ge­bung zusam­men­kom­men kön­nen.

Über den Autor

Ver­trau­en ist mess­bar

Mehr als 750 Bewer­tun­gen auf Goog­le, Pro­ven­Ex­pert und makler.de durch­schnitt­lich 4,9 bis 5,0 Ster­ne für AMBA Ver­si­che­run­gen als Ver­si­che­rungs­mak­ler im All­gäu.

Google-Bewertungssiegel mit 5 Sternen und 144 Kundenrezensionen für amba-versicherungen.de
Goog­le

119 Bewer­tun­gen | 5,0 Ster­ne

Logo von ProvenExpert – Bewertungsplattform mit dem Claim „It’s All About Trust“
Pro­ven Expert

330 Bewer­tun­gen | 4,9 Ster­ne

Logo der Plattform makler.de mit Schriftzug und orangem Symbol auf transparentem Hintergrund
Makler.de

338 Bewer­tun­gen | 5,0 Ster­ne